Sozialistische Jugend mobilisiert gegen 12-Stunden-Tag
FREISTADT. Bei einem österreichweiten Aktionstag übt die Sozialistische Jugend (SJ) starke Kritik an der Schwarz-Blauen Regierung und ihren Plänen zum 12-Stunden-Tag.

Mit Hammer, Sense, Arbeitskleidung aus dem 19. Jahrhundert und zwei Schildern ausgestattet, stand die SJ vorm FPÖ Büro in Freistadt, um ihren Unmut über den anstehenden 12-Stunden-Tag kund zu tun. „Durch den 12-Stunden-Tag wird der Großteil der Bevölkerung verlieren. Er ist ein massiver Rückschritt in die Vergangenheit. „Flexible Arbeitszeite“ bedeuten, dass sich die arbeitenden Menschen noch stärker nach der Profitlogik der Wirtschaft richten müssen. Die einzigen Profiteure eines 12-Stunden-Tages werden Konzerne und Reiche sein“, sagt Mario Pilgerstorfer, Vorsitzender der SJ Freistadt.
„Kein Freund der Arbeiter“
„Im Wahlkampf gab sich besonders Strache als Freund der Arbeiter, doch jetzt geht er mit voller Härte gegen ihre Rechte vor. Die Abschaffung des Jugendvertrauensrates, massive Einschnitte in unser Gesundheitssystem, ein geplantes Hartz IV Modell für Österreich und jetzt eben der 12-Stunden-Tag – dieser Regierung liegt nichts und lag noch nie etwas an der arbeitenden Bevölkerung“, setzt Pilgerstorfer fort.
Auch Nina Andree, Vorsitzende der SJ Oberösterreich schlägt in die gleiche Kerbe: „ Es braucht keine Verlängerung, sondern eine Verkürzung der Arbeitszeit – bei gleicher Entlohnung selbstverständlich. Seit Jahren steigen Produktivität und Gewinne der Konzerne, während Löhne und Gehälter gleich bleiben oder sogar sinken. Das ist doch nicht fair!“
30-Stunden-Woche gefordert
Die SJ fordert deshalb eine Arbeitszeitverkürzung auf 30 Stunden in der Woche, bei vollem Lohnausgleich. Begründet wird diese Forderung zusätzlich mit einer steigenden Anzahl an psychischen Erkrankungen und immer mehr, oft unbezahlten, Überstunden, die geleistet werden müssen. „Es ist doch nicht logisch, dass jährlich an die 250 Millionen Überstunden geleistet werden müssen und auf der anderen Seite tausende Menschen überhaupt keine Arbeit finden. Hier ist eine Arbeitszeitverkürzung wirklich nötig. Der 12-Stunden-Tag wird die bestehenden Probleme nur verschärfen“, so Pilgerstorfer abschließend.


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