Eine Chance für die Chancenlosen

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Paul Breinesberger arbeiten gerne in den LEA-Werkstätten. Die Ausbildung durch Fachanleiter wird durch Betriebspraktika ergänzt. Foto: Greindl
Mag. Claudia Greindl Mag. Claudia Greindl, Tips Redaktion, 16.10.2018 06:10 Uhr

FREISTADT. An Jugendliche, die auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Chance auf einen Lehrplatz haben, richtet sich das Angebot der Ausbildungswerkstätten LEA des BFI OÖ. Es gibt 20 Ausbildungsplätze in vier Lehrberufen und sieben Stabilisierungsplätze.

Metallbearbeiter, Landschaftsgärtner, Tischler, Bürokaufmann – in diesen vier Berufen können Jugendliche zwischen 15 und 22 Jahren bei LEA nach einer viermonatigen Stabilisierungsphase eine Teillehre absolvieren. „Unser Ziel ist es, die Jugendlichen innerhalb dieser zwei Jahre Teillehre auf den ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln“, sagt Projektleiter Gerhard Wagner.

An Mängeln feilen

An Mängeln wie schlechten Zeugnisnoten, mangelnden Sprachkenntnissen, intellektuellen Defiziten oder schwierigem sozialem Umfeld im Elternhaus wird bei LEA intensiv gearbeitet. „In der Stabilisierungsphase geht es vor allem um grundlegende soziale Fähigkeiten wie Höflichkeit und Pünktlichkeit, aber auch um Berufsorientierung und Bewerbungstraining. Die Jugendlichen sollen sich für einen Beruf entscheiden können“, erklärt Oskar Traxler, der pädagogische Leiter von LEA.

Praktika in Betrieben 

Während der Ausbildung durch Fachanleiter besuchen die Jugendlichen die Berufsschule und bekommen Förderunterricht. Gerhard Wagner: „Unsere Teilnehmer absolvieren während der Ausbildung mehrwöchige Praktika in Betrieben. Lehrling und Arbeitgeber können sich gegenseitig abtasten – im Optimalfall dürfen die Jugendlichen ihre Lehre im Praxisbetrieb abschließen.“ Nur im Ausnahmefall kann die komplette Lehrzeit von drei Jahren bei LEA absolviert werden. Voraussetzung für eine Aufnahme bei LEA ist, dass die Jugendlichen beim AMS arbeitsuchend gemeldet sind. „Unsere Teilnehmer werden vom AMS zugewiesen, man kann sich aber auch ganz einfach selbst bei uns bewerben“, sagt Oskar Traxler. „Den Abschluss einer Teillehre bei uns schaffen die meisten Teilnehmer“, fügt er hinzu. Damit seien die Jugendlichen zwischen Hilfs- und Facharbeiter einzureihen, und eine Teillehre werde auf eine spätere Lehre angerechnet.

Chance auf einen Lehrabschluss

Das Echo der LEA-Lehrlinge ist gemischt: „Viele LEA-Lehrlinge sehen diese Ausbildung als ihre Chance, einen Lehrabschluss zu erreichen“, so Wagner. „Das Schöne ist auch die positive Persönlichkeitsentwicklung der Mädchen und Burschen“, meint Traxler. Ein Eindruck, den der Besuch der Tips-Redakteurin in den LEA-Werkstätten bestätigt. „Ich bin sehr gerne hier, der Beruf macht mir echt Freude“, sagt etwa Tischlerlehrling Paul Breinesberger aus Hirschbach. Ihm pflichtet Melanie Frühwirth bei, die bei LEA Metallbearbeiterin erlernt.Das Einzugsgebiet für Teilnehmer umfasst das Mühlviertel und den Raum Linz. Derzeit sind Ausbildungs- und Stabilisierungsplätze frei. 

Kontakt: 07942/74969-1386

oskar.traxler@bfi-ooe.at

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