AK-Präsident Kalliauer: "Unsere Arbeitnehmer sind die wahren Helden des Alltags!"
FREISTADT. Der Sager vom „abgesandelten Wirtschaftsstandort Österreich“ des ehemaligen Wirtschaftskammer-Präsidenten Christoph Leitl war für die Arbeiterkammer (AK) die Initialzündung, regelmäßig die Leistungen der heimischen Arbeitnehmer vor den Vorhang zu holen. Und die können sich auch laut der aktuellen Bilanz sehen lassen.

„Eines vorweg: Wir freuen uns über Positivmeldungen aus der Wirtschaft, wir haben ja nichts davon, wenn es der Wirtschaft schlecht geht“, sagt AK-Präsident Johann Kalliauer. 2017 haben die 650.000 Beschäftigten in OÖ mehr als eine Milliarde Arbeitsstunden erbracht, davon 38 Millionen Überstunden. Im Bezirk Freistadt waren 2017 rund 27.000 Menschen unselbstständig beschäftigt (+6,4 Prozent seit 2008). Die Erwerbsquote liegt bei 75,2 Prozent (OÖ: 77 Prozent). Mehr als ein Drittel der Beschäftigten, zum Großteil Frauen, arbeitet Teilzeit. Einzigartig macht Freistadt die Tatsache, dass die Land- und Forstwirtschaft mit 3584 Beschäftigten die wichtigste Branche ist, gefolgt vom Handel und von der Herstellung von Waren.
Freistädter sehr produktiv
Dabei sind die Freistädter auch noch überaus produktiv, wie AK-Bezirksstellenleiter Klaus Riegler weiß: „Die Pro Kopf-Wertschöpfung betrug 2016 mehr als 71.000 Euro. Abzüglich der Personalkosten bleiben den Unternehmen immer moch mehr als 19.500 Euro pro Mitarbeiter.“ Als Basis dieser Berechnung dienten rund 1500 Mitarbeiter in zwölf ausgewählten Unternehmen mit mehr als 49 Beschäftigten. An der Tatsache, dass Freistadt ein Pendlerbezirk ist, hat sich nichts geändert. Nur 18,4 Prozent der unselbstständig Beschäftigten arbeiten in ihrem Heimatort, alle anderen pendeln aus, zum Großteil über die Bezirksgrenzen hinaus.
Weite Pendler-Wege, flaue Einkommen
57 Prozent der Beschäftigten nehmen dabei Arbeitswege von 40 Kilometern und mehr auf sich, rund 15 Prozent fahren sogar hundert Kilometer zu ihrem Arbeitsplatz. „Das kostet viel Zeit und Geld“, betont Riegler. Die Gegenleistung dafür ist im OÖ-Vergleich mau: Die Beschäftigten im Bezirk Freistadt verdienen bei einem Durchschnittseinkommen von 1870 Euro monatlich rund 400 Euro weniger als im OÖ-Schnitt. Im Bezirksvergleich nimmt Freistadt beim Einkommen den letzten Platz ein. „Am besten verdienen in der Region männliche Angestellte mit 3045 Euro, am schlechtesten Arbeiterinnen mit 1146 Euro monatlich“; rechnet Klaus Riegler vor.
Leistung abseits der Zahlen
„Aufgezeigt werden muss aber auch, was die Beschäftigten wirklich leisten –nicht nur in Zahlen ausgedrückt“, betont AK-Präsident Kalliauer. „Es gäbe kein Ehrenamt, wenn sich die Arbeitnehmer nicht engagieren würden, auch keine unbezahlte Pflegearbeit. In Summe leisten die Arbeitnehmer Enormes. Sie sind die wahren Helden des Alltags.“


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