100 Tage Bezirkshauptfrau: "Wachse in meine Aufgaben hinein"
FREISTADT. Rund 100 Tage sind seit dem Amtsantritt von Bezirkshauptfrau Andrea Außerweger vergangen. Im Gespräch mit Tips-Redakteurin Claudia Greindl zieht sie eine sehr positive Bilanz über die erste Zeit im Amt.

Tips: Frau Bezirkshauptfrau, wie ist es Ihnen in der ersten Zeit nach der Amtseinführung durch den Landeshauptmann in Ihrer neuen Position ergangen?
Außerweger: Ich habe mich auf die neue Aufgabe sehr gefreut und bin sehr gut aufgenommen worden. Meine Mitarbeiter unterstützen mich sehr, sie sind genauso verantwortungsbewusst, zuvorkommend und freundlich, wie es mir mein Vorgänger Alois Hochedlinger beschrieben hat. Auch bei vielen Gemeindebesuchen habe ich gute Rückmeldungen bekommen.
Tips: Was hat Sie in den ersten hundert Tagen beschäftigt?
Außerweger: Ich habe zum Beispiel die Bezirksaltenheime Unterweißenbach, Pregarten, Lasberg und Freistadt besucht und mir einen Einblick in den Alltag von Bewohnern und Personal verschafft. Auch in Tageszentren bin ich gewesen. Mein Eindruck: Die herausfordernde Arbeit wird überall sehr gut gemeistert, auch dank vieler engagierter Ehrenamtlicher. Die Bewohner und Tagesgäste fühlen sich offensichtlich sehr wohl. Daneben haben mir die Jubiläen der Frauenberatungsstelle Babsi und der Sozialberatungsstellen einen guten Eindruck von ihrer wertvollen Arbeit vermittelt.
Tips: Der Sozialbereich scheint Sie sehr zu interessieren. Ihr Lieblings-Arbeitsgebiet?
Außerweger: Ein sehr interessanter Bereich, aber eigentlich neu für mich. Ich wachse hinein und sehe, dass es dabei große Herausforderungen gibt. Es gibt bei uns noch ausreichend Personal, trotzdem ist es nötig, eine Weiterentwicklung anzustreben – ich möchte etwa in den Schulen zur neuen Ausbildung „Junge Pflege“ motivieren. Gottseidank sind wir im Bezirk in der glücklichen Lage, dass noch viele Pflegebedürftige zu Hause gepflegt werden. Ein Zeichen von sozialer Wärme.
Tips: Ein besonderes Anliegen ist Ihnen auch die Sicherheit.
Außerweger: Ja, ich treffe mich alle 14 Tage mit dem Bezirkspolizeikommandanten, um die Sicherheitslage zu besprechen. Mein Wunsch sind verstärkte Alkohol- und Drogenkontrollen zur Abschreckung. Auch Polizeipräsenz ist einfach wichtig für die Leute. Ein Anliegen ist mir auch die Entschärfung von Unfallhäufungsstellen. Im April wird es eine Informationsveranstaltung zum Thema Veranstaltungssicherheit in den Gemeinden geben. Die gesetzlichen Regelungen sind dabei ja sehr strikt, und die Veranstalter übernehmen jedes Mal eine Riesenverantwortung.
Tips: Wie klappt die Zusammenarbeit mit den anderen Einsatzorganisationen?
Außerweger: Damit bin ich sehr zufrieden. Im November haben wir mit Rotem Kreuz, Feuerwehr, Polizei und Gemeinden eine erfolgreiche Katastrophenübung durchgeführt. Wichtig ist, dass sich alle Beteiligten kennen und die Informationswege kurz sind. Wir haben daher regelmäßige Kurzübungen vereinbart.
Tips: Welche Reaktionen gibt es darauf, dass der neue Bezirkshauptmann eine Frau ist?
Außerweger: Meistens heißt es, „wir kennen Sie aus der Zeitung“. Ich habe nur positive Reaktionen bekommen und als Frau nie Probleme gehabt.
Tips: Was ist Ihnen für 2019 wichtig?
Außerweger: Ein großes Anliegen ist mir die Stärkung des Wirtschaftsstandorts. Alle 14 Tage gibt es auf der BH einen Betriebsanlagensprechtag, die Unternehmen loben uns für den Pragmatismus bei Betriebsbewilligungen. Die Sicherheit und Verkehrssicherheit aufrecht zu erhalten ist mir auch sehr wichtig, ebenso wie die regionale Zusammenarbeit zu stärken. Auch auf die sozial Schwächeren dürfen wir nicht vergessen. Eine Herausforderung wird im Mai die Übersiedlung in das neue Seniorenheim Freistadt, das im Herbst 2019 offiziell eröffnet wird. Ich wünsche mir, dass ich in all diesen Bereichen meinen Beitrag leisten kann.


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