Drei Bäuerinnen aus dem Bezirk Freistadt bei der Kür zur "bäuerlichen Unternehmerin 2019"
BEZIRK FREISTADT. Bäuerinnen, die selbstbewusst ihren Arbeitsplatz schaffen, werden von der Landwirtschaftskammer OÖ mit dem Titel „Die bäuerliche Unternehmerin“ ausgezeichnet. 14 Kandidatinnen kamen in die engere Auswahl, darunter Doris Schützeneder aus Wartberg, Gerlinde Vater aus Pregarten und Monika Thauerböck aus Kaltenberg. Bei der Rieder Messe am 5. September wird die Siegerin gekürt.

Doris Schützender aus Wartberg/Aist vermarktet Milch direkt ab Hof. „Bereits meine Eltern lebten mir vor, dass Bäuerin sein ein ,cooler“ Beruf ist. Das sehen auch ich und meine jetzt achtjährige Tochter so und deswegen habe ich meine Einreichung so betitelt“, erläutert Doris Schützeneder.
Milch-Direktvermarkterin Doris Schützeneder
Sie ist verheiratet, hat zwei Kinder und absolvierte eine Kochlehre und landwirtschaftliche Ausbildungen. Als Schützeneder den Betrieb mit ihrem Mann übernahm, war für sie immer klar, damit das gemeinsame Familieneinkommen erwirtschaften zu wollen.
Die Schützeneders waren einige Jahre lang Schulmilchlieferanten und sind jetzt Direktvermarkter für Biomilch, Biotopfen und Biojoghurt und das Highlight ist die Bio Bauernbutter. Sie versorgen die Region mit diesen frischen Milchprodukten, auch in Großgebinden für Altenheime, Schulen oder Mostheurige.
Samstags gibt“s ab Hof auch frisches Bauernbrot. „Der direkte Kontakt mit den Kunden taugt mir, denn in den Gesprächen bekomme ich direkte Rückmeldungen, wie meine Produkte ankommen“, so Schützeneder.
„Kräuterlinde“ Gerlinde Vater
Gerlinde Vater aus Pregarten ist die „Kräuterlinde“ und beschäftigt sich intensiv mit dem Anbau von Kräutern, Getreide, Soja und Senf. „Mein Interesse daran entstand während meiner Ausbildung zur Pharmazeutisch kaufmännischen Assistentin“, so Vater.
Sie ist ausgebildete Wild- und Heilkräuterpädagogin und hat als erstes Produkt eine besondere Ringelblumensalbe und einen Lippenbalsam entwickelt. Doch die Produktpalette ist gewachsen und umfasst nun auch Kräutersalze und -essige, Tee- und Senfsorten wie auch selbstgepresste Öle aus Senf und Walnuss.
Die dreifache Mutter lebt mit ihrem Mann und den Schwiegereltern in Pregarten und der sorgsame Umgang mit der Natur ist ihr ein Herzensanliegen. Sie will einen Beitrag leisten, dass sogenannte Unkräuter geschmackvoll und wertvoll sind und als solche auch erkannt und anerkannt werden. Mehr Infos auf ihrer Homepage: www.kraeuterlinde.at
„Klein, aber fein“ als Devise von Monika Thauerböck
Monika Thauerböck aus Kaltenberg bewirtschaftet mit ihrem Mann seit 2013 einen Hof in Kaltenberg. „Für uns stand von Anfang an fest, dass wir wieder in den Vollerwerb kommen wollen. Wir haben die Devise ,klein aber fein“ und unser vorrangiges Ziel ist die Produkt-Veredelung“, so Thauerböck.
Die Produktauswahl reicht von besonderen Edelbränden, Whisky, Gin und Likören bis hin zu Tees, Fleischprodukten und Nudeln wie auch Pechöl. Gemeinsam mit der Bioregion Mühlviertel wurde ein Müsliriegel ausschließlich mit Zutaten aus der Umgebung entwickelt und ein strohgedeckter Pavillon lädt zur Rast am Johannesweg ein.
„Entlang der gesamten Wertschöpfungskette ist uns ein fairer Energieausgleich ein Anliegen. Das beginnt bei der Herstellung der Urprodukte bis hin zu unseren Kooperationsbetrieben und unserer eigenen Arbeit. Wir orientieren uns dabei nicht an Markt- und Welthandelspreisen sondern sehen den Produktpreis als Summe aller dafür getätigten Aufwände“, so Thauerböck.
Sie ist Absolventin der Fachhochschule Wiener Neustadt, Studiengang Produktmarketing und Projektmanagement und Organic buisness und Marketing. Am Hof leben noch die Schwiegereltern und die zwei Kinder.
Engagierte Bäuerinnen vor den Vorhang holen
„Wir wollen mit dem Wettbewerb zeigen, wie engagiert die Frauen auf den bäuerlichen Familienbetrieben sind und wie sie konsequent an der wirtschaftlichen Entwicklung arbeiten und sich ihren Arbeitsplatz am Hof sichern oder neu schaffen“, sagt LAbg. Annemarie Brunner, Vorsitzende des Ausschusses für Bäuerinnenangelegenheiten.
Kandidatinnen mit Weitblick
Die Kandidatinnen sehen mit viel Weitblick die Chancen auf den landwirtschaftlichen Märkten und verwandeln sie auf den Höfen zu Einkommen. Sie schätzen die Selbstständigkeit und die Arbeit in der Natur, weil viele von ihnen außerlandwirtschaftliche Berufserfahrung als Mitarbeiterinnen in Betrieben gesammelt haben. Die gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird als Besonderheit erlebt.
Der Dialog mit den Konsumenten liegt den Bäuerinnen am Herzen
„Alle Kandidatinnen absolvierten umfangreiche Ausbildungen, denn Fachwissen in der Urproduktion ist wichtig, um gleichwertiger Partner in der Betriebsführung zu sein. Allen Kandidatinnen liegt der Dialog mit den Konsumenten besonders am Herzen. Sie spüren, dass in der Gesellschaft immer mehr Menschen wissen wollen, wie auf den Höfen gearbeitet wird. Das direkte Gespräch bringt beiden Seiten einen Mehrwert an Information und Verständnis“, ist Landwirtschaftskammer-Präsidentin LAbg. Michaela Langer-Weninger überzeugt.


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