Entgegen dem Landestrend: Aufatmen am Arbeitsmarkt in der Region Freistadt

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Mag. Susanne  Überegger Mag. Susanne Überegger, Tips Redaktion, 04.12.2019 12:08 Uhr

BEZIRK FREISTADT. Einen Rückgang um fast sieben Prozent verzeichnet das AMS Freistadt bei den Arbeitssuchenden. „Das ist entgegen dem Landestrend“, unterstreicht AMS Freistadt LeiterAlois Rudlstofer.

Derzeit sind im Bezirk Freistadt 868 Personen (431 Frauen und 437 Männer) auf Jobsuche. Das sind um 61 weniger, als im November des Vorjahres und entspricht einer Arbeitslosenquote von nur drei Prozent. „Das gute Wetter im November und die damit noch nicht eintretenden, saisonalen Freistellungen aus dem Bau- und Baunebengewerbe sind maßgeblich verantwortlich für diesen Rückgang“, sagt AMS Freistadt Leiter Alois Rudlstorfer.

Aber auch steigende Abgänge, speziell in den Büro- bzw. Metall- und Elektroberufen drücken die Arbeitslosenzahlen nach unten. Auch die Zahl der älteren, über 50-jährigen Arbeitsuchenden verringert sich leicht; im November um 2,8 Prozent.

Arbeitslosigkeit ab 55 Jahren

„Das Alter, in dem es sehr schwierig wird, wieder einen neuen Job zu finden, hat sich nun auf 55 Jahre verschoben“, berichtet AMS-Chef Alois Rudlstorfer. Daher werden auch die Eingliederungsbeihilfen für Betrieb auf diese Zielgruppe ausgerichtet. Bei der Einstellung von über 55-Jährigen Arbeitssuchenden kann das AMS bis zu fünf Monate Zuschüsse zu den Lohnkosten an die entsprechenden Betriebe zahlen.

Erhöhte Lohnkostenbeihilfen, bis zu sechs Monate lang, gibt es auch bei der Einstellung von begünstigten Behinderten.

510 offene Stellen

Derzeit gibt es in den Freistädter Betrieben insgesamt 510 offene Stellen. Das entspricht einem Plus von 78 gegenüber November 2018. „Von einer, sich eintrübenden Konjunktur ist da im Bezirk noch nichts zu spüren. Vielmehr leiden die Betriebe unter dem, noch immer, steigenden Fachkräftemangel.“

Mit verschieden Ausbildungsprogrammen für Arbeitsuchende (Arbeitsplatznahe Qualifizierung, Implacement Ausbildungen, Frauen in die Technik,…) versucht das AMS, diesen Mangel abzuschwächen.

Die meisten offenen Stellen gibt es derzeit für Techniker (78), in den Metall- und Elektroberufen (62), im Gastgewerbe (55) und im Handel bzw. den Gesundheitsberufen (je 55).

Lehrlinge rar, aber sehr gefragt 

Immer schwieriger wird es für Betriebe, die sich ihre Fachkräfte im Rahmen einer Lehre selbst ausbilden möchten. Ende November sind 60 sofort verfügbare und 158 ab Sommer 2020 zu besetzende Lehrstellen gemeldet. Dem stehen 19 sofort verfügbare Lehrstellensuchende und 185 Jugendliche, die derzeit noch die Pflichtschule besuchen, sich aber bereits zur Lehrstellensuche ab Juli des nächsten Jahres angemeldet haben, gegenüber.

„Bei den sofort verfügbaren Lehrstellen ist das Problem auf den ersten Blick sichtbar, aber auch für die Lehrstellen, die ab Sommer 2020 besetzt werden sollen, ist es nicht anders“, sagt Rudlstorfer.

Sog in den Zentralraum vs. Lehrstellensuche vor der Haustür 

 Auch, wenn derzeit mehr Jugendliche, als offene Lehrstellen vorgemerkt sind, wisse man, laut Rudlstorfer, aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre, dass, sollte es nicht zu einem radikalen Umdenken kommen, auch 2020 wieder viele Lehrstellen in den Betrieben des Bezirks unbesetzt bleiben.

Der Sog Richtung Zentralraum ist nach wie vor extrem groß. „Ich ersuche daher allen Jugendlichen und auch deren Eltern bei der Lehrstellensuche zuerst die offenen Stellen im Bezirk, quasi vor der Haustür, anzusehen und sich dort zu bewerben. Erst, wenn da keine passende Lehrstelle dabei ist, sollte man ein Pendlerleben in Betracht zu ziehen“, sagt Rudlstorfer. Arbeiten in der Region spare nicht nur viel Zeit und Geld, es stärke auch den ländlichen Raum.

 

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