Stetig sinkende Arbeitslosenzahlen im Bezirk Freistadt dank guter Wirtschaftslage

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Mag. Susanne  Überegger Mag. Susanne Überegger, Tips Redaktion, 17.02.2020 13:20 Uhr

BEZIRK FREISTADT. Seit März 2017 sinken die Arbeitslosenzahlen im Bezirk Freistadt stetig in allen Altersgruppen - einzige Ausnahme: jene der über 55-Jährigen - und Qualifikationsniveaus. Die anhaltend gute Wirtschaftslage bietet auch auf dem Arbeitsmarkt benachteiligten Arbeitssuchenden bessere Chancen, einen neuen Job zu finden. Das AMS Freistadt zieht seine Jahresbilanz 2019.

Der Arbeitskräftebedarf im Bezirk ist nach wie vor hoch.

„Gut ausgebildete, gesunde, junge Personen finden derzeit relativ schnell einen neuen Job. Meine Mitarbeiter konzentrieren sich daher nun vermehrt auf Personen, die es ansonsten nicht wirklich leicht haben, einen neuen Job zu finden. Durch den Einsatz all unserer Möglichkeiten  wie Förderung, Beratung und Vermittlung wollen wir ihnen helfen, dass auch sie von der im Bezirk weiterhin anhaltenden, guten Wirtschaftslage profitieren und so wieder einen neuen Arbeitsplatz finden“, sagt der Freistädter AMS-Leiter Alois Rudlstorfer.

Arbeitslosenquote im Bezirk kaum zu unterbieten

Die Jahresarbeitslosenquote im Bezirk Freistadt sinkt im Jahr 2019 gegenüber 2018 um 0,2 Prozentpunkte auf 3,6 Prozent und ist damit eine der niedrigsten im gesamten Bundesgebiet.

Jugendliche und ältere Arbeitssuchende

Besonderes Augenmerk legte das AMS Freistadt auch 2019 auf die Vermeidung von Langzeitarbeitslosigkeit unter den Jugendlichen und die Unterstützung der älteren Arbeitsuchenden. Lediglich acht unter 25-Jährige  waren länger als sechs Monate arbeitslos vorgemerkt.

411 Jugendliche (167 Mädchen/244 Burschen), die sich im Lauf des Jahres 2019 beim AMS zur Lehrstellensuche anmeldeten, fanden einen Ausbildungsplatz.

Älteren Arbeitsuchenden fällt es aus verschiedensten Gründen immer noch schwer, wieder einen dauerhaften Arbeitsplatz zu finden. Mit Unterstützung des AMS Freistadt fanden im vergangenen Jahr 182 Frauen und 329 Männer ab dem 50. Lebensjahr wieder einen dauerhaften Arbeitsplatz.

87 Prozent der Frauen und 89,8 Prozent der Männer, die sich beim AMS gemeldet haben, fanden innerhalb von sechs Monaten wieder einen neuen Arbeitsplatz.

Nachhaltige Arbeitsaufnahme von Personen mit Handicap

„Ein Schwerpunkt in der Vermittlungstätigkeit bestand im Jahr 2019 in der nachhaltigen Integration von behinderten Personen in den Arbeitsmarkt. Dies gelang dem AMS Freistadt bei 19 Frauen und 25 Männern, die begünstigt nach dem Behinderteneinstellungsgesetz, dem Opferfürsorgegesetzt oder dem Landesbehindertengesetz sind oder einen Behindertenpass besitzen“, führt der AMS-Leiter aus.

Unterstützung für Langzeitarbeitslose

Eine weitere Zielgruppe, die besonderer Unterstützung bedarf, ist die der langzeitarbeitslosen Personen. Das sind Personen, die bereits länger als ein Jahr beim AMS zur Arbeitsuche vorgemerkt sind. Das AMS legt dabei sein Hauptaugenmerk auf Personen bis zu einem Alter von 50 Jahren.

„Bei dieser Personengruppe, die schon längere Zeit keinen dauerhaften Arbeitsplatz finden konnte, und es daher besonders schwer hat, einen neuen Job zu finden, konnten wir immerhin 46 Frauen und 27 Männer dahingehend unterstützen, dass sie ein zumindest zwei Monate andauernde Dienstverhältnis fanden“, sagt der Freistädter AMS-Leiter.

Weniger AMS-Schulungen

Da Arbeitskräfte in Zeiten anhaltend guter Konjunktur vorwiegend in den Betrieben gebraucht werden, hat das AMS Freistadt seine Kurskapazitäten auch im Jahr 2019 verringert.

„Mit 844 Personen haben im Jahr 2019 um 24 Personen weniger unser Schulungsangebot genutzt“, sagt Rudlstorfer.

Förderbudget für Frauen

Im Bezirk Freistadt sind mehr Frauen, als Männer von Arbeitslosigkeit betroffen. „Deshalb setzen wir auch das Förderbudget vermehrt für die Aus- bzw. Weiterbildung von Frauen ein. Im Jahr 2019 wurden 54,2 Prozent der Fördergelder, die dem AMS Freistadt zur Verfügung standen, für die Aus- Weiterbildung von Frauen verwendet“, so Rudlstorfer.

Offene Stellen bei Betrieben im Bezirk

Offene Stellen können den Arbeitsuchenden nur angeboten werden, wenn diese auch vom AMS bei den Betrieben im Bezirk akquiriert werden.

Dass diese Akquise durchaus erfolgreich verläuft zeigt die Tatsache, dass die Freistädter Betriebe das AMS im Vorjahr mit der Besetzung von 1.932 offenen Stellen und 326 offenen Lehrstellen beauftragt haben. 1839 offene Stellen und 304 offene Lehrstellen wurden, mit Unterstützung des AMS Freistadt, besetzt.

Spezielle Services für Saisonarbeitslose

Wie schon in den vergangenen Jahren, nutzen auch in diesem Winter (November bis Jänner) viele Arbeitslose die Möglichkeit der Antragstellung auf Arbeitslosengeld bei den Gemeindeämtern, der Gemeinden, die nicht an Freistadt grenzen, um sich so Wege zu ersparen.

Bei fast allen dieser Gemeinden ist es auch möglich, den Antrag auf Arbeitslosengeld gleich wieder abzugeben, sodass sich ein großer Teil der „Wintersaisonarbeitslosen“ Kunden den Weg zum AMS nach Freistadt überhaupt ersparen.

„Steigender Beliebtheit erfreut sich auch das Angebot, sich über Internet arbeitslos zu melden, und auch gleich das Arbeitslosengeld über diese Schiene zu beantragen“, sagt Rudlstorfer. Im Jahr 2019 nutzten 668 Personen diese Möglichkeit.

Fachkräftemangel als Herausforderung

„Auch im Jahr 2020 ist der Fachkräftemangel eine der großen Herausforderungen für unsere Betriebe. Wir werden daher auch in diesem Jahr alles versuchen, um für Betriebe passende Arbeitskräfte zu finden. Betriebe, die, auf dem Arbeitsmarkt benachteiligte Personen einstellen, unterstützen wir weiterhin mit Lohnkostenzuschüssen am Beginn der Beschäftigung. Bestehende Qualifikationsdefizite versuchen wir unter anderem Mittels arbeitsplatznaher Qualifizierung zu beseitigen. Im Rahmen dieses Programms werden Arbeitsuchende, gemeinsam mit dem Unternehmen, genau auf die Anforderungen des Arbeitsplatzes hin ausgebildet“, sagt Alois Rudlstorfer.

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