AMS Freistadt: Anstieg der Arbeitslosenzahl um 70 Prozent
BEZIRK FREISTADT. Die Corona-Pandemie verändert die Lage auf dem Freistädter Arbeitsmarkt schlagartig. Berichtete über die positive Entwicklungen am Arbeitsmarkt in den vergangenen Monaten werden mit 16. März abrupt beendet. Von 16. bis Ende März meldeten sich insgesamt 589 Personen arbeitslos. Die Zahl der Arbeitslosen steigt damit im Vergleich zum März 2019 um fast 70 Prozent auf 1.747 Personen.

„Und das genau zu dem Zeitpunkt, in dem das Bau- und Baunebengewerbe und die Gärtnereien, nach der Winterpause, wieder die Beschäftigung aufnehmen wollten. Gleichzeitig beschließt die Bundesregierung ein sehr attraktives Kurzarbeitsmodel, und viele Betriebe wenden sich bezüglich verschiedenster Fragen dazu an die Mitarbeiter des Unternehmensservice beim AMS Freistadt“, sagt sagt AMS Freistadt Leiter Alois Rudlstorfer. „Ich ziehe den Hut vor meinen Mitarbeitern, die diesen Ansturm an Arbeitsuchenden und Betrieben, unter Einhaltung den nötigen Sicherheitsvorkehrungen, so souverän und besonnen bewältigt haben.“
Seit 16.März werden alle Ressourcen des AMS Freistadt dazu verwendet, die Arbeitslosengelder rechtzeitig auszuzahlen, die Fragen zur Kurzarbeit zu beantworten und die Kurzarbeitsanträge möglichst rasch zu erledigen.
Arbeitslosengeld: 961 Anträge im März
Im gesamten März werden 961 Anträge auf Leistungen der Arbeitslosenversicherung gestellt. 837 davon allein im Zeitraum von 16. März bis Ende März. „Dem großen Einsatz, aller mitwirkenden Mitarbeitern ist es zu verdanken, dass alle eingebrachten Anträge bis Ende März erledigt wurden und so sichergestellt ist, dass die beantragten Arbeitslosengelder Anfang April ausgezahlt werden können“, sagt Rudlstorfer.
Kurzarbeit: 440 Betriebe informiert
Mit der Einführung der neuen Kurzarbeit werden die Mitarbeiter des Unternehmensservice mit vielen Fragen konfrontiert. „Eine Förderung, die in den vergangenen Jahren in Freistadt nie nachgefragt wird, rückt auf einmal in den Fokus aller Betriebe. Die Menge und Vielfalt der Fragen haben meine Mitarbeiterinnen im Service für Unternehmen und auch mich an die Grenzen der Belastbarkeit gebracht“, sagt Rudlstorfer.
Bisher haben sich 440 Betriebe aus dem Bezirk über die Möglichkeit der Kurzarbeit in Ihrem Betrieb informiert. Inzwischen sind auch schon viele entsprechende Anträge eingelangt. Die Betriebe vermeiden so die Arbeitslosigkeit von tausenden Freistädtern. „Würde die Kurzarbeit nicht so oft umgesetzt, wäre der Ansturm der Arbeitslosen nicht zu bewältigen“, sagt Rudlstorfer.
Um die vielen Anträge auf Kurzarbeit, die bei der Landesgeschäftsstelle eingebracht werden, rasch bearbeiten zu können, setzt das AMS alle verfügbaren Mitarbeiter, aus dem ganzen Bundesland dafür ein. „Trotzdem kann es, auf Grund der vielen Anträge, zu Verzögerungen bei der Erledigung der Anträge kommen“, sagt der Freistädter AMS Chef.
Arbeitskräftebedarf: Saisonarbeiter und Pendler aus Tschechien fehlen
Trotz der Krise gibt es auch Branchen, die auf der Suche nach Arbeitskräften sind. Speziell die Grenzschließungen treffen da einige Betriebe hart. Fehlende Saisonarbeitskräfte in Landwirtschaftlichen Betrieben und Gärtnereien, aber auch Pendler aus Tschechien fehlen den Betrieben. Da die meisten, auf Grund der derzeitigen Situation, freigestellten Arbeitskräfte eine Wiedereinstellzusage haben, ist es trotz der hohen Zahl an Arbeitslosen kaum möglich, diesen Bedarf abzudecken.


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