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BEZIRK FREISTADT. Für manche Unternehmen ist durch die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus die wirtschaftliche Existenz weggebrochen. Andere versuchen, mit Liefer- und Abholservice die schwierigen Wochen zu überbrücken. Tips hat sich bei Betrieben im Bezirk umgehört.

Symbolfoto: Yuriy Golub/Shutterstock.com
Symbolfoto: Yuriy Golub/Shutterstock.com

Gastronomie-Betriebe werden voraussichtlich erst ab Mitte Mai schrittweise wieder öffnen dürfen, erklärte die Bundesregierung am 6. April. Manche Gastronomen versuchen, mittels Liefer- und Abholservice zumindest einen Teil der Fixkosten begleichen und ihre Mitarbeiter behalten zu können.

Im Gasthof Populorum in Pierbach wird seit vergangenem Wochenende ein Liefer- und ein Abholservice angeboten. „Für mehrere Wochen geschlossen zu haben ist finanziell natürlich sehr schwierig“, sagt Gastwirt Albin Schartlmüller. „Wir sind hauptsächlich ein Ausflugsgasthof, zu uns kommen normalerweise sehr viele Wanderer. Aber wir haben auch gute Stammkunden in der näheren Umgebung.“ Bereits für das erste Lieferwochenende gab es viele Bestellungen. „Viele Leute aus dem Ort und der Umgebung haben uns gesagt, dass sie uns unterstützen wollen und daher gerade jetzt bei uns bestellen. Es ist schön so viel Solidarität zu erfahren.“ 

Für den Abholservice, der seit 4. April wieder erlaubt ist, gibt es sehr strenge Maßnahmen. Es darf kein direkter Kontakt dabei entstehen. „Wir werden das als Art Drive-In durchführen“, erklärt Schartlmüller. Für den Gasthof heißen die Maßnahmen aber auch, dass die Gästezimmer geschlossen bleiben müssen.

„Konnten schnell umstellen“ 

Der Gasthof Mader in Lest bietet seit Beginn der Maßnahmen einen Lieferservice an. „Da wir auch einen Catering-Service haben, hatten wir die notwendigen Transportbehältnisse für den Lieferservice bereits und konnten schnell umstellen“, erzählt Gastwirt Dominik Gubo. Doppelt schwierig ist für Gubo, dass ein Teil seiner Mitarbeiter aus Tschechien kommt und aufgrund der Grenzsperre nicht nach Österreich pendeln darf. „Diese Mitarbeiter sind momentan auf Urlaub. Ein Lehrling, ein Jungkoch und ich machen die Arbeit jetzt gemeinsam.“

Landtechnik: Saisonstart 

Anders ist die Situation für Landtechnik-Betriebe. Die Saison für die Arbeit der Landwirte auf den Feldern startet jetzt im Frühling und daher gibt es für Landtechnik-Betriebe viel zu tun. „Die Verkaufsräume müssen wir geschlossen halten, aber die Werkstätten haben offen. Der Verkauf erfolgt online oder über telefonische Bestellung und mit Lieferservice. Vor allem Ersatzteile werden viele gekauft“, sagt Felix Haider, Firmeninhaber Haider Landtechnik in Unterweißenbach.

„Wir zählen zu den systemerhaltenden Betrieben und werden daher auch den Betrieb in gewissem Maße aufrechterhalten“, erklärt Inge Kern, Kern der Landtechnik in Unterweißenbach. Mit Lieferservice, Abholungen und in den Werkstätten herrscht reger Betrieb. Bei beiden Betrieben fallen aber die Kunden-Verkaufsbesuche weg.

„Lieferservice hat massiv zugelegt“

Beim Lagerhaus sind die Bestellungen beim Lieferservice massiv angestiegen, sagt Leopold Piererfellner, Geschäftsführer Lagerhaus Freistadt. „Der Frühlingsstart findet allerdings wegen der Corona-Krise in unseren zwei Hauptsparten Baustoffe und Konsumgüter de facto nicht statt und wir verlieren massiv an Umsatz. Der Landmaschinenhandel ist eingestellt, die Werkstätten halten wegen der Landwirte den Notbetrieb aufrecht.“ Die Waschanlagen mussten gesperrt werden. In den Filialen wurden Betretungsverbote durch Absperrungen gekennzeichnet.

Busreisen: Absagen bis Herbst

Bus- und Reiseunternehmen trifft die Coronakrise schwer. „Wir haben null Umsatz seit 16. März, alles steht still“, sagt Reinhard Lentner, Optimal Reisen Freistadt. „Es werden auch keine Schulausfahrten oder Tagesausflüge stattfinden. Manche Veranstaltungen bis Ende August wurden storniert. Wir werden Ausfälle bis mindestens Herbst haben. Das werden einige Busunternehmen nicht durchstehen.“

„Viele wollen jetzt regionale Händler unterstützen“

Kern Schuhe-Sport aus Königswiesen bietet einen Lieferservice an und hat nach der Geschäftsschließung auf Webservice umgestellt. „Die Kunden freuen sich, dass auch kleine Händler einen Webshop haben. Viele erzählen mir, dass sie den kleinen Fachhandel unterstützen wollen“, sagt Geschäftsführer Johann Kern. Ärgerlich findet er, dass große Lebensmittelkonzerne weiterhin Spielwaren und Gartenbedarf verkaufen durften, während kleine Händler schließen mussten.

Die Regierung hat am 6. April verkündet, dass kleine Geschäfte bis 400 Quadratmeter sowie Bau- und Gartenmärkte ab 14. April wieder öffnen dürfen und alle übrigen Geschäfte, Einkaufszentren und Friseure ab Anfang Mai. 


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