Hotel Freistadt: Mehr Transparenz und Antworten gefordert

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Mag. Michaela Maurer Mag. Michaela Maurer, Tips Redaktion, 05.06.2020 13:40 Uhr

FREISTADT. Die Grünen Freistadt fordern die Beantwortung von offenen Fragen bezüglich des geplanten Hotels am Areal der alten Versteigerungshalle. „Wir wollen das Hotelprojekt nicht verhindern, aber es sollten auch andere Standorte in Freistadt in Betracht gezogen werden“, sagt Klaus Fürst-Elmecker. 

Es gibt viele Fragen zum geplanten Hotel in Freistadt, welche die Grünen noch vor der nächsten Gemeinderatssitzung am 22. Juni beantwortet haben wollen. Allen voran steht die Frage nach dem Investor, bisher sind nur der zukünftigte Betreiber Martin Sitter und der Planer Andreas Stumbauer bekannt. „Die Öffentlichkeit sollte informiert werden, wer hier das Hotel bauen will“, sagt Kulturstadtrat Elmecker. 

Abriss auf Kosten der Stadtgemeinde

Auch die Frage warum bei der Bewertung des Areals der Alten Versteigerungshalle das Gebäude selbst nicht bewertet wurde, wollen die Grünen beantwortet wissen. „Ein Abriss könnte nach Schätzungen bis zu 300.000 Euro kosten. Warum soll das die Gemeinde zahlen. Das geht auf Kosten der Gemeindebürger. Es ist nicht verständlich, warum man hier Geld der Gemeinde für einen Investor verwenden soll, der dann danach Profit macht“, sagt Elmecker.

Bürgermeisterin Elisabeth Teufer liegen bereits erste Angebote für den Abriss vor. Die Kosten wären bei zirka 168.400 Euro. „Die Kosten für den Abriss sind noch Verhandlungssache und noch nicht geklärt“, sagt Teufer. 

Das Gebäude wurde zwar nicht denkmalgeschützt, hat aber einene kulturellen Wert und ist über die Stadtgrenzen hinaus ein bekanntes und geschätzes Objekt, sind sich die Grünen sicher. Die Halle wird außerdem regelmäßig genutzt. Als ständiger Mieter von Nebenräumen ist der Verein Otelo einquartiert. Speziell im Wínter wird die zentrale Arena täglich vom PSV Freistadt genutzt und im Sommer finden hier internationale Petanqueturniere statt. 

Die Grünen fordern, dass besser über Nutzungsmöglichkeiten der Halle nachgedacht wird. „Mit ein paar Adaptierungen könnte die Halle wieder genutzt werden. Es gebe viele Möglichkeiten, wie etwa einen Bauern- oder Frischemarkt im Winter“, sagt Herbert Schaumberger, Sprecher der Grünen. Das Gestaltungspotential der Halle ist durch die Versagung des Denkmalschutzes enorm gestiegen. 

Laut Bürgermeisterin Teufer ist ein Konzept für eine Nachnutzung für die Alte Versteigerungshalle nicht sinnvoll: „Ein Gutachten hat 13 Punkte für die Sanierung und Adaptierung ergeben. Es müssten Absicherungen eingebracht werden, der Dachstuhl saniert werden und viels mehr. Die Kosten wären enorm.“ 

Andere Grundstücke wären möglich

„Das ursprüngliche Grundstück zwischen Messehalle und Linzerstraße stellt in mehrerer Hinsicht den Idealstandort für ein Business-Messehotel in der angedachten 4-Sterneklassifikation dar“, heißt es von den Grünen. „Auch aus städtebaulicher Sicht sei der Lückschluss längst überfällig.“ 

Und sollte keines der beiden Grundstücke passen, gäbe es auch noch andere mögliche Hotelstandorte in Freistadt. „Es gibt nicht grenzenlos viele, aber ein paar gute Plätze wären vorhanden“, sagt Fürst-Elmecker. 

„Herr Stumbauer und Herr Sitter haben die Vorteile für den neuen Standort gut vermitteln können. Es würden keine neuen Flächen versiegelt, die Fernwärme liegt in der Nähe und wichtige touristische Gebäude sind zu Fuß erreichbar. Auch die unmittelbare Nähe der Bushaltestelle ist ein Vorteil“, sagt die Bürgermeisterin. 

Ein weiterer Punkt, der bei den Grünen für Unverständnis sorgt, ist die „Geheimniskrämerei“ und „die oftmals späten Infos in Bezug auf das Hotelprojekt.“ 

 

Was bisher geschehen ist: 

Am 1. Juli 2019 wurde in der Gemeinderatssitzung zwischen der Stadtgemeinde und der Stumbauer Planungs GmbH aus St. Oswald ein Optionsvertrag für zwei Jahre für die Errichtung eines Hotels auf dem Grundstück 558/2 EZ1279 (zwischen Messehalle und der Linzerstraße) unterzeichnet. Die Firma Stumbauer hat für zwei Jahre das alleinige Recht dieses Grundstück zu erwerben, der Vertrag kann von Seiten der Stadtgemeinde nicht einseitig gekündigt werden. 

Am 24. Februar 2020 hat Stadtrat Klaus Fürst-Elmecker erfahren, dass als neuer Hotelstandort das Areal der Alten Versteigerungshalle am Stieranger, verbunden mit dem Abbruch der Versteigerungshalle, angedacht ist.

Am 27. Februar wurde das Bundesdenkmalamt über den angedachten Abriss informiert, um eine etwaige Unterschutzstellung vorzeitig in die Planung einbeziehen zu können. 

Am 9. März präsentierte die Firma Stumbauer im erweiterten Stadtrat das Hotelprojekt am neuen Standort. Die Abrisskosten für die Versteigerungshalle wäre von der Stadtgemeinde zu bezahlen, damit das Grundstück bestandsfrei an den Hotelbetreiber übergehen kann. 

Am 25. März erging der Bescheid des Bundesdenkmalamts an die Stadtgemeinde Freistadt, dass die Alte Versteigerungshalle nicht unter Denkmalschutz gestellt wird. 

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