Arbeiterkammer Freistadt erkämpfte 1,7 Millionen Euro für Arbeitnehmer

Hits: 183
Mag. Susanne  Überegger Online Redaktion, 15.01.2021 17:39 Uhr

BEZIRK FREISTADT. Die Covid-19-Krise schlägt sich auch in der Bilanz der AK Freistadt über das Jahr 2020 nieder: Die Sorgen, Ängste und Probleme der Beschäftigten im Bezirk führten zu einer Steigerung der Beratungszahlen um 15 Prozent. 5.522 Arbeitnehmer suchten Rat und Hilfe.

„Dabei ging es in erster Linie um Unklarheiten bei der Entlohnung, Auflösung von Dienstverhältnissen, Pension und Endabrechnung. Corona-bedingt hatten wir sehr oft auch Fragen zu Kündigungen, Kurzarbeit, Sicherheitsvorkehrungen Kinderbetreuung, Home-Office und Auslandsurlauben“, sagt AK-Präsident Johann Kalliauer. Erkämpft hat die AK im Bezirk Freistadt alles in allem fast 1,7 Millionen Euro.

Telefone liefen in der Arbeiterkammer Freistadt heiß

Die weltweite Krise forderte die Arbeitnehmer auch im Bezirk Freistadt so stark wie noch nie: Rekordarbeitslosigkeit, Kurzarbeit, Ängste vor Jobverlust, Probleme bei der Organisation der Kinderbetreuung und finanzielle Sorgen ließen viele Beschäftigte verzweifeln – und die Telefone der Bezirksstelle heiß laufen.

5.522 Beratungen – E-Mail-Anfragen mehr als verdoppelt

Fast 80 Prozent der Ratsuchenden nahmen eine telefonische Beratung in Anspruch (4.231). Die persönlichen Beratungen gingen um ein Viertel auf 1.004 zurück. Sprunghaft, um mehr als das Doppelte, stiegen hingegen die E-Mail-Anfragen – von 128 auf 287. Zusätzlich haben Bildungsexperten 15 persönliche Bildungsberatungen durchgeführt.

Knapp 1,7 Millionen Euro für Arbeitnehmer erkämpft 

Durch außergerichtliche Interventionen wurden im letzten Jahr 135.933 Euro hereingebracht. Durch Rechtsvertretung vor dem Arbeitsgericht mussten 175.004 Euro erkämpft werden. Insgesamt wurden 81 Fälle gerichtlich oder außergerichtlich abgeschlossen. Dabei ging es in den einzelnen Fällen um Beträge von 37,50 bis 100.674 Euro.

In Sozialrechtsangelegenheiten (Pensionen, Renten, Pflegegeld) erstritt die AK Freistadt im vergangenen Jahr 1,212.517 Euro. Zusätzlich wurden 2020 für Arbeitnehmer aus insolventen Betrieben 155.231 Euro durchgesetzt. In Summe erreichte die AK Freistadt im Vorjahr an arbeits- und sozialrechtlichen Ansprüchen sowie an Forderungen nach Insolvenzen für ihre Mitglieder Zahlungen von insgesamt 1,678.685 Euro.

Ein Fall aus dem Arbeitsrecht abseits von Corona: 1.800 Euro für Angestellte

Bei vielen Arbeitsrechtsproblemen reicht eine Beratung nicht aus. Die AK muss bei den Arbeitgebern intervenieren, und wenn das nichts bewirkt, vor Gericht gehen. Solche Verfahren können monate-, manchmal sogar jahrelang dauern.

Es kann aber auch anders gehen: Eine Frau aus dem Bezirk kam nach der Auflösung ihres Arbeitsverhältnisses zur AK. In den letzten Monaten des Arbeitsverhältnisses wurden nämlich die von der Arbeitnehmerin erbrachten Arbeitsstunden nicht ordnungsgemäß abgerechnet und ausbezahlt. Es ging um ein vorenthaltenes Entgelt von 1.800 Euro. Die AK intervenierte daraufhin bei der Firma und diese überwies unverzüglich den Differenzbetrag auf das Konto der Angestellten. Innerhalb weniger Tage konnte der Rechtsakt positiv abgeschlossen werden.

Fall aus dem Sozialrecht: Trotz schwerer Krankheiten I-Pension abgelehnt

Immer wieder werden falsche Behauptungen über die gesetzlichen Pensionen in der öffentlichen Diskussion aufgestellt. Dass es gar nicht so leicht ist, eine Pension zu bekommen, davon kann ein Arbeiter aus Bezirk Freistadt „ein Lied singen“. Der schwerkranke Mann litt u.a. an massiven Schädigungen der Wirbelsäule, an heftigen Schmerzen im gesamten Bewegungsapparat, Schulterschmerzen, Schmerzen in den Händen und unter depressiven Angstzuständen. Weil er nicht mehr arbeiten konnte, beantragte der Arbeiter eine Invaliditätspension. Doch diese wurde abgelehnt.

Der Mann wandte sich an die Arbeiterkammer, die daraufhin eine Klage gegen den negativen Pensionsbescheid einbrachte und mehrere fachärztliche Gutachten beantragte. Schließlich gab die Pensionsversicherung nach und der Arbeiter bekam durch einen gerichtlichen Vergleich die zustehende I-Pension zuerkannt.

AK OÖ-Homepage stark nachgefragt

Der Auskunftsbedarf und die vorübergehende Einstellung der persönlichen Beratungen wirkten sich im Vorjahr auch auf die Nutzung der Website der AK Oberösterreich – ooe.arbeiterkammer.at – enorm aus. Sie legte bei den Seitenaufrufen und Besuchen stark zu. Die Website wurde um 50 Prozent mehr genutzt als im Jahr davor. Der größte Teil des Zuwachses lässt sich auf die spezifisch für Corona relevanten arbeitsrechtlichen Themen zurückzuführen. Der Online-Besuch des Bereichs „Arbeit & Recht“ verdreifachte sich nahezu von 521.000 auf 1.371.660 Seitenaufrufe (plus 165 Prozent).

Artikel weiterempfehlen:

Kommentar verfassen



Gesundheits- und Krankenpflege Ausbildung: Online-Infoveranstaltung

FREISTADT/OÖ. Für all jene, die sich für eine Ausbildung im Gesundheitsbereich interessieren, bieten die Schulen der OÖ Gesundheitsholding heuer aufgrund von Corona erstmals eine ...

Gymnasium Freistadt versprüht Unternehmergeist

FREISTADT. Zwölf Schüler aus den 5. und 6. Klassen des Gymnasiums Freistadt haben das erste von vier Modulen zum Unternehmerführerschein mit Bravour geschafft.

Ehrenzeichen in Silber für Otto Elmecker

RAINBACH. Amtsleiter Otto Elmecker wurde mit dem Ehrenzeichen in Silber geehrt. 

Aisttaler-Kaufleute stellen Gegentrend zum Onlinehandel fest

PREGARTEN. Treue zum regionalen Händler sehen die Kaufleute im Raum Pregarten-Wartberg-Hagenberg als einen klaren Gegentrend zum Einkauf im Internet. Zum Jahresende waren Aisttaler-Gutscheinmünzen ...

Suppe für den guten Zweck heuer im Glas

SCHÖNAU. Das Fastensuppenessen der Katholischen Frauenbewegung ist ein unverzichtbarer Beitrag zur Aktion Familienfasttag. Weil durch die Pandemie alles anders ist wird heuer vielerorts die „Suppe ...

Umfrage zur Fußgängerzone Eisengasse: wenig Beteiligung, aber viele Anregungen

FREISTADT. Enttäuschend war der Rücklauf der Postkartenumfrage zur Fußgängerzone in der Eisengasse. Von gut 3.700 Postkarten, die mit der Gemeindezeitung an die Freistädter ...

Zusammenarbeit im Standesamtsverband läuft erfolgreich

FREISTADT. Vor etwas mehr als zwei Jahren haben neun Gemeinden Ja gesagt und sich zum Standesamts- und Staatsbürgerschaftsverband Freistadt zusammengeschlossen. Seitdem wurden schon ...

Frau hatte sich in Haus eingeschlichen

PREGARTEN. Eine bisher unbekannte Frau hat sich am 25. Februar in einem Haus in Pregarten eingeschlichen.