Bürgermeister Roland Gaffl (FÜRKW): "Mit Witz und Mut Spielräume für Neues schaffen!“
KÖNIGSWIESEN. Genau drei Monate ist es her, dass Roland Gaffl von der Bürgerliste FÜRKW zum neuen Bürgermeister der Mühlviertler Alm-Gemeinde gewählt worden ist. Im Tips-Gespräch zieht der 45-Jährige Bilanz über die erste Zeit im Amt.

Tips: Herr Bürgermeister, wie stark hat sich Ihr Leben nach dem Wahlsonntag, dem 26. September, verändert?
Roland Gaffl: So richtig verändert hat es sich erst nach meiner Angelobung bei der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats am 20. Oktober. Man steht plötzlich im Fokus und überlegt noch genauer als sonst, ob es richtig und passend ist, was man in der Öffentlichkeit sagt.
Tips: Auch das Privatleben ist vermutlich nicht unbeeinträchtigt geblieben.
Gaffl: Natürlich, und das betrifft nicht nur die zeitliche Herausforderung, den Beruf mit der Kommunalpolitik zu verbinden. Wir haben drei Kinder im Alter von 16, 13 und elf Jahren – die haben wir gut drauf vorbereitet, was auf sie zukommen kann, wie man etwa damit umgeht, wenn jemand über mich als Bürgermeister unzufrieden ist.
Tips: Wie lassen sich Ihr berufliches Engagement in einem großen IT-Unternehmen in Linz und die Pflichten als Bürgermeister vereinbaren?
Gaffl: Mir war bewusst, dass es eine extrem herausfordernde Tätigkeit ist, einer Gemeinde als Bürgermeister vorzustehen. Derzeit übe ich meinen Beruf noch in Vollzeit aus, ab Jänner reduziere ich jedoch auf zehn Stunden, dann wird alles überschaubarer. Ich bekomme in meiner Firma auch eine andere Funktion, ein Kollege übernimmt mein Team mit zehn Leuten.
Tips: Bei der konstituierenden Sitzung hat der Antrag von FÜRKW, einen zweiten Vizebürgermeister aus Mönchdorf einzusetzen, keine Mehrheit gefunden. Wie enttäuscht war Ihr Team?
Gaffl: Natürlich hätten wir gerne einen Vizebürgermeister aus Mönchdorf gehabt, finanziell wäre es unproblematisch gewesen. Aber so funktioniert halt Demokratie.
Tips: Mittlerweile hat es zwei weitere Gemeinderatssitzungen gegeben, wie ist das Klima zwischen den Fraktionen?
Gaffl: Wir haben hauptsächlich Sachthemen abgehandelt und in fast allen Tagesordnungspunkten einstimmige Beschlüsse erzielt. Ich bin sehr froh über dieses konsensorientierte Klima und fühle mich bestätigt in der Zusammenarbeit mit den anderen Fraktionen. Ich spüre kein Ressentiment in der Art von ‚Du hast uns alles weggenommen!‘. Wir haben uns die Kandidatur um das Bürgermeisteramt auch gut überlegt und sind nicht aus Jux und Tollerei angetreten.
Tips: Einstimmig ist im Gemeinderat auch das Budget für 2022 beschlossen worden.
Gaffl: Ja, alle Projekte, die im Plan waren, bleiben im Plan, alle laufenden Vorhaben sind finanziert, wie zum Beispiel neue Feuerwehrfahrzeuge, die Quellsanierung oder der Amtshaus-Neubau. Die Übersiedlung ins neue Amtshaus planen wir übrigens für Mitte 2022.
Tips: Was steht in Zukunft auf der Königswiesener Agenda?
Gaffl: In unserem Wahlkampf haben wir fünf Punkte aufgelistet: verstärkte Öffentlichkeitsarbeit, Bauland, einen Freizeitpark, die Schulwegsicherung und die Marktplatzgestaltung. Die Öffentlichkeitsarbeit zu intensivieren, offensichtlich ein Wunsch der Bevölkerung, das haben wir schon verwirklicht. Es gibt eine Art Wettbewerb, wer die Informationen schneller verteilt. Das gefällt mir. Dadurch wird Gemeindepolitik in den Wohnzimmern präsent.
Tips: Stichwort Schulwegsicherung – da gab es doch in Mönchdorf schon eine Initiative?
Gaffl: Ja, das war allerdings eine Privatinitiative von betroffenen Eltern. Für ihr Engagement möchte ich mich herzlich bedanken. Unser Team von FÜRKW hat sich insofern schon damit befasst, dass Gefahrenstellen erhoben worden und betroffene Eltern kontaktiert worden sind.
Tips: Worauf liegt in den kommenden Monaten der Fokus Ihrer Arbeit für Königswiesen?
Gaffl: Meine vordringlichste Aufgabe wird das Budget sein. Wie schaffen wir es, uns mit Witz und Mut für die kommenden Jahre Spielräume für Neues zu etablieren? Ich bin ein Zahlenmensch, das liegt mir, daher traue ich mir zu, Neuerungen anzustoßen, ohne das Gemeindebudget zu überfordern. Dafür werden wir sicher neue Wege beschreiten müssen, etwa zusätzliche Förderungen zu lukrieren, Bestehendes zu adaptieren oder auch konsequenter mit dem Land zu verhandeln. Um neue Pläne realisieren zu können, lade ich alle Fraktionen zur Zusammenarbeit ein. Wir haben fünf Ausschüsse eingerichtet, damit fokussiert gearbeitet und geplant werden kann. Wir müssen den mittelfristigen Finanzplan überzeugt leben, um das Maximum für Königswiesen herauszuholen.


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