Bilanz Arbeitsmarktservice: „Überrascht wie schnell sich die Situation geändert hat“

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Mag. Michaela Maurer Tips Redaktion Mag. Michaela Maurer, 18.01.2022 08:54 Uhr

BEZIRK FREISTADT. Im Jahr 2021 hatte Corona auch den Arbeitsmarkt fest im Griff. Die Lockdowns bescherten dem AMS Anfang des Jahres eine Rekordarbeitslosigkeit.

Im Bezirk Freistadt sind Ende Jänner 1.676 Personen auf Arbeitsuche und weitere 2.200 Personen in Kurzarbeit. Die Zahl der offenen Stellen sinkt gleichzeitig im Jahresvergleich um 24 Prozent auf 328. „Wie schnell sich diese Situation ändern kann ist schon sehr überraschende für mich“, sagt AMS Freistadt Leiter Alois Rudlstorfer. Bereits im März sinken die Arbeitslosenzahlen unter den Wert vom März 2019 - vor der Corona-Pandemie.

Im Gegensatz dazu steigen die offenen Stellen bei den Betrieben im Bezirk auf 462 an und der Arbeitskräftemangel tritt rasch wieder in den Vordergrund. Dieser Trend setzt sich das Jahr über fort: Arbeitslosenzahlen unter den Vergleichswerten von 2019 und stetig steigender Arbeitskräftebedarf bei den Unternehmen. Ende Dezember 2021 sind mit insgesamt 1.099 Arbeitslosen um ein Viertel weniger beim AMS Freistadt angemeldet, als das Jahr zuvor. Die Zahl der offenen Stellen verdoppelt sich im Jahresvergleich und steigt auch im Vergleich zu Dezember 2019 um 50 Prozent. „Wenn man die, als arbeitslos vorgemerkten Saisonarbeitslosen nicht berücksichtigt, kommt auf eine der 583 offenen Stellen zirka eine arbeitsuchende Person. Dass es bei einem Verhältnis von 1:1 für die Unternehmen im Bezirk extrem schwierig wird, passende Arbeitskräfte zu finden, liegt da auf der Hand“, sagt Freistädter AMS Chef.

Dieser Mangel an Arbeitskräften macht für Unternehmen auch Ältere, Wiedereinsteigerinnen, Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen und Langzeitarbeitslose, als neue Arbeitskraft, interessant. „Um bei Interesse den Unternehmen die Entscheidung Richtung Einstellung einer dieser Personen zu erleichtern, unterstützen wir sie mit einer befristeten Einstellbeihilfe am Anfang des Beschäftigungsverhältnisses“, erklärt Rudlstorfer.

Flexibilität gefragt

„Im Jahr 2021 wird vom AMS extreme Flexibilität verlangt. Die stets rechtzeitige Auszahlung der Arbeitslosengelder und die rasche Bearbeitung der vielen Kurzarbeitsanträge sind die großen Herausforderungen am Anfang des Jahres“; sagt Rudlstorfer. 2021 werden 5.454 Anträge auf Leistungen nach dem Arbeitslosenversicherungsgesetz bearbeitet und in der Folge 17,5 Millionen Euro an die antragstellenden Personen ausbezahlt. 501 Kurzarbeitsanträge der Freistädter Betriebe werden vom AMS Freistadt bearbeitet. Insgesamt werden Beihilfen in der Höhe von 8,3 Millionen Euro beantragt. Ausbezahlt werden, an die Betriebe im Bezirk bis Ende Dezember 3,7 Millionen Euro. In Spitzenzeiten sind mehr als 2.200 Dienstnehmer in Freistädter Unternehmen in Kurzarbeit. Ende Dezember sind es noch knapp über 800.

Jugendarbeitslosigkeit sinkt

Die Zahl der unter 25-jährigen Arbeitslosen sinkt gegenüber Dezember 2020 um 22,4 Prozent und liegt mit einem Minus von 16,5 Prozent auch deutlich unter dem Wert vom Dezember 2019. „Die Jugendarbeitslosigkeit hat sich Gott sei Dank vom Corona-Schock des letzten Jahres sehr schnell wieder erholt“, sagt AMS Freistadt Leiter Alois Rudlstorfer. Im Jahr 2021 nehmen auch 806 Personen (439 Frauen und 367 Männer) an Schulungsangeboten des AMS Freistadt teil. 

Offene Stellen

Offene Stellen können den Arbeitsuchenden nur angeboten werden, wenn diese auch vom AMS bei den Betrieben im Bezirk akquiriert werden. Dass diese Akquise, nach dem Corona Turbulenzen im Frühjahr, wieder sehr gut funktioniert, zeigen die 2.851 offenen Stellen bzw. Lehrstellen, die dem AMS Freistadt im Jahr 2021 gemeldet werden. Das entspricht, übers Jahr gesehen einem Anstieg von 45,1 Prozent gegenüber 2020 und einem Plus von 26,2 Prozent im Vergleich zu 2019. Für diese offenen Stellen werden 14.265 Stellenvorschläge an Arbeitsuchende Personen erstellt. 2.257 offene Stellen und 294 offene Lehrstellen werden mit Unterstützung des AMS besetzt.

Bilanz

  • 3.985 Anträge auf finanzielle Leistungen, wie Arbeitslosengeld, Notstandshilfe, Pensionsvorschuss, Altersteilzeitgeld, Weiterbildungsgeld wurden von Mitarbeitern des AMS Freistadt bearbeitet.
  • 825 Personen erhalten während der Teilnahme an Weiterbildungsangeboten eine Beihilfe zur Deckung ihres Lebensunterhaltes in der Höhe von insgesamt 385.200 Euro.
  • 107 Personen bekommen Zuschüsse zu anfallenden Kurskosten in der Höhe von insgesamt 118.580 Euro.
  • 109 Personen werden mit insgesamt 26.670 Euro bei den Kosten der Kinderbetreuung unterstützt.
  • 69 Personen aus dem Bezirk Freistadt nehmen am Unternehmensgründungsprogramm des AMS teil, 52 davon erhalten zum Start ihrer selbständigen Tätigkeit eine Gründerbeihilfe mit einer Gesamtsumme von 108.400 Euro.
  • 333 Personen aus dem Bezirk werden über Eingliederungsbeihilfen vermittelt, 1,66 Millionen Euro werden dafür insgesamt ausgezahlt.
  • 8 Einpersonenunternehmen beantragen 2021 eine Förderung für den ersten eingestellten Mitarbeiter, Lohnkostenbeiträge in der Höhe von 28.175 Euro werden dafür ausbezahlt.

die Rechnung macht, der Arbeitskräftemangel weiterhin das vorherrschenden Thema sein“, sagt Rudlstorfer.

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