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FREISTADT. Benützt man heute auf dem Hauptplatz für kurze Zeit einen der 90 gebührenpflichtigen Parkplätze, so kann man nur schwer erahnen, dass ebendort bereits ab 1465 von Händlern sogar ein lebenslanges Standrecht zum jährlichen Feilbieten ihrer Waren erworben werden konnte. Das war der Beginn des um den 25. Jänner, Pauli Bekehrung („An Pauli Bekehr ist der Winter halb hin und halb her“), stattfindenden Paulimarktes, der einst über den Lichtmess- und Blasiustag hin vierzehn Tage lang dauerte.

Der Paulimarkt in Freistadt im Jahr 1960, gemalt von Prof. Herbert Wagner. Das Originalbild hängt in der Wirtschaftskammer in Freistadt. (Foto: Schlossmuseum Freistadt/WKO Freistadt)

Der beliebte Markt ermöglichte Bauern und Dienstboten, alljährlich ihre großen Einkäufe für das ganze Jahr zu tätigen. Der Paulimarkt war einst der Höhepunkt des Freistädter Wirtschaftslebens und hatte die Bedeutung einer internationalen Messe: Er lockte Händler aus aller Herren Länder an. „Damit war er eigentlich Vorläufer der Messe Mühlviertel“, meint Fritz Fellner, der ehemalige Kustos des Schlossmuseums. Nur ein Mal, 1626, fand er in Linz statt.

Modernen Handelsstrukturen gewichen

Jedoch ab 1980 zeichnete sich ein Ende dieses beliebten Marktes ab. Die veränderten Bedürfnisse und Erwartungen der Menschen brachten es mit sich, dass der Paulimarkt modernen Strukturen des Handels weichen musste, wie wir sie in Freistadt ausgeprägt vorfinden. Übrig bleibt die Erinnerung: Prof. Herbert Wagner (verstorben am 22. Jänner 2021), der „Freistadt-Maler“, hielt im Jahre 1960 auch den Paulimarkt mit einzigartigen Eindrücken fest und ermöglicht damit einen interessanten Blick in Freistadts Vergangenheit. Das Bild ist im Besitz der Wirtschaftskammer Freistadt. (Karlheinz Sandner)


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