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Online Redaktion, 11.03.2022 13:31

FREISTADT. Pünktlich zum Frauentag wurden in Freistadt zwei Straßen nach Frauen benannt, nämlich nach Theresia Schwarz und Regina Schifer. Das Verhältnis von nach Frauen bzw. Männern benannten Straßen liegt in Freistadt derzeit bei 4 zu 60, ist also noch ausbaufähig. Aber der Anfang ist gemacht.

 (Foto: Alexandra Grill)
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Der Aktionsgruppe Fraustadt Freistadt ist es gelungen, dass zwei neue Straßen in der Stadt historischen Frauen gewidmet werden. Mit Unterstützung von Vizebürgermeisterin Sonja Seifried, des Verkehrsausschusses und Bürgermeister Christian Gratzl wurden die zwei neuen Frauenstraßen pünktlich zum Weltfrauentag am 8. März 2022 „getauft“.

„Mit diesen zwei neuen Frauenstraßen – zwei gibt es ja bereits - geht eine Idee, die uns lange beschäftigt und uns am Herzen liegt, in die Umsetzung“, freut sich die Sprecherin der Aktionsgruppe Fraustadt Freistadt, Hedi Hofstadler. „Straßennamen sind das kollektive Gedächtnis einer Stadt und prägen ihre Identität“, ergänzt Heidemarie Pöschko.

60 Straßen in Freistadt sind nach Männern benannt

Auch wenn es in Freistadt aktuell 60 Straßen, die nach Männern und nur vier, die nach Frauen benannt sind, gibt, freut sich die Aktionsgruppe über die Sichtbarmachung des Themas. Nicht zuletzt deshalb, weil die politischen Entscheidungsträger der Stadt signalisiert und versprochen haben, künftig bei Diskussionen über neue Straßenbezeichnungen historische Freistädter Frauen zu berücksichtigen.

Die Aktionsgruppe Fraustadt Freistadt hat bei der Eröffnung der zwei neuen Frauenstraßen das Wirken der Namensgeberinnen in der Stadt gewürdigt. Mit Worten, aber auch mit Zusatzschildern, die einen kleinen Einblick geben, wer diese Frauen waren und wann sie gelebt haben. Die Zusatzschilder werden, sobald die neuen Straßen fertig sind und final beschildert werden, unter den klassischen Straßenschildern montiert.

Zusatztafeln mit Infos über die namengebenden Frauen

Auch die zwei bereits bestehenden Frauenstraßen – die (Karolina) Gerhardinger Straße und die Brigitte Schwaiger-Gasse – bekommen solche Zusatztafeln. „Diese Schilder sind ein Geschenk der Fraustadt Freistadt an die Stadt. Aber auch ein Signal dafür, den Weg der Gleichstellungsbemühungen weiter zu gehen“, sagt Hedi Hofstadler.

Bei der Frauenstraßen-Taufe am Weltfrauentag gab es dafür viel Anerkennung und Applaus. Denn trotz der Minusgrade haben es sich viele Freistädter nicht nehmen lassen, mit der Aktionsgruppe Fraustadt Freistadt und politischen VertreterInnen auf die weibliche Zukunft der Stadt anzustoßen. Besonders gefreut haben sich die Initiatorinnen über den Besuch einiger Nachfahren von Theresia Schwarz, die der Einladung zur Straßentaufe gefolgt sind.

Zu den Namensgeberinnen Theresia Schwarz und Regina Schifer

Theresia Schwarz, 1776 – 1855, stammt aus Schenkenfelden und reiste mit ihrem Mann, dem Leinenweber und Geschäftsmann Franz Schwarz aus Lasberg, zu Märkten bis in die Türkei. Sie war Mutter von zwölf Kindern. Einer davon – Kaspar Schwarz (ihm ist auch eine Straße gewidmet) – war Bürgermeister von Freistadt. Auch Theresia Schwarz erkannte den Grund für Armut in der mangelnden Schulbildung und ihr gelang es, den Orden der Armen Schulwestern Unserer Lieben Frau nach Freistadt zu bringen und eine Schule zu gründen. Dadurch gibt es eine direkte Verbindung zu Karolina Gerhardinger, die beiden Frauen trafen einander bei der Schuleröffnung in Freistadt.

Regina Schifer, 1691-1760, war die Tochter des Freistädter Bürgermeisters Ferdinand Schifer und stiftete gemeinsam mit ihren Schwestern Clara und Rosina das von ihm geerbte große Vermögen dem Piaristenorden. Unter der Bedingung, dass die Piaristen „die Jugend Freistadts im Lesen, Schreiben und Rechnen…zu unterrichten haben“. 1761 bezogen die Piaristen das noch immer als Piaristenhaus bekannte Haus am Hauptplatz 11 und eröffneten dort die Schule für die Jugend.


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