SPÖ Bezirk Freistadt: „Gesundheit kann nicht warten“
BEZIRK FREISTADT. Fachkräftemangel, lange Wartezeiten bei Ärzten und belastende Arbeitsbedingungen im Gesundheitsbereich: die SPÖ hat landesweit die Initiative „Gesundheit kann nicht warten“ gestartet.

„Wir haben wartende Menschen, eine Pensionierungswelle, auch bei den Hausärzten mit Kassenverträgen, die Sperrung gesamter Stationen in Krankenanstalten, zu wenig Pfleger, horrende Überstundenstände – und vergessen wir nicht: Unser aller Leben hängt im Notfall wortwörtlich von dieser Gesundheitsversorgung ab, die durch unterlassene Hilfeleistung der Politik jetzt selbst krank ist“, sagt SPÖ-Landesparteivorsitzender Michael Lindner. „Eine aktuelle Spectra-Umfrage zeigt, dass 42 Prozent dem österreichischen Gesundheitssystem eine mittelmäßige bis schlechte Note ausstellen.“
Lindner und SP-Bezirksparteivorsitzender Christian Gratzl sind sich einig: „Die Symptome der kranken Gesundheitsversorgung sind für uns alle spürbar.“ Für den Bezirk Freistadt heißt das konkret: kein einziger Kassen-Gynäkologe im gesamten Bezirk bis auf die gynäkologische Ambulanz im Klinikum Freistadt, nur ein Kinderarzt mit Kassenvertrag, kein Primärversorgungszentrum, starker Druck auf die Bediensteten im Gesundheits- und Pflegebereich und eine enorme Anzahl an Überstunden für das Personal. „Wenn Kassenärzte fehlen, werden Patienten gezwungen auf das kostenpflichtige Wahlarztangebot auszuweichen. Die Menschen müssen tief in die Taschen greifen, um sich Gesundheitsdienste leisten zu können, auf die sie eigentlich ein Anrecht haben und die sie eigentlich mit ihren Beiträgen und Steuern bezahlen“, sagt Lindner. Die SPÖ Bezirksorganisation Freistadt hat zwei Anträge/Resolutionen verabschiedet – „Pflegenotstand überwinden“ und „Zwei-Klassen-Medizin beenden: Flächendeckende medizinische Versorgung durch mehr Kassenärzte sicherstellen“.
Überstunden und Druck
Die Personalsituation im Bezirk Freistadt zeichnet sich an den Überstundenständen des Klinikums Freistadt deutlich ab. Mit einer Belegschaft von 592 Personen, hat jeder Arbeitnehmer durchschnittlich 160 Überstunden im Jahr 2022 leisten müssen, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. „Der Druck geht über Vertretungsregelungen an die Teams weiter, indem die Verantwortung für Lösungen strukturell auf die Beschäftigten abgewälzt wird.“
Sofortmaßnahmen gefordert
Landesrat Michael Lindner fordert drei Sofortmaßnahmen. Erstens sollten Apotheken zu Impfungen berechtigt werden, um Wartezeiten zu verkürzen. „Generell braucht es eine bessere Einbeziehung der mehr als 200 Apotheken“, sagt der SP-Landesparteivorsitzende. Zweitens sollte es möglich sein, überall dort kostenfrei zu Wahlärzten zu gehen, wo es keine Kassenärzte gibt. Und Wahlärzte sollten für die Patienten mit der Krankenkasse abrechnen, um den Patienten den Mehraufwand abzunehmen.
Drittens sollen, um dem Personalmangel entgegen zu wirken, die durch das Land betriebenen und bereitgestellten Betriebskindergärten an allen Standorten der OÖ Gesundheitsholding und darüber hinaus ausgebaut werden. Und die Anerkennung von Vorausbildungen in Gesundheitsberufen bei im Land befindlichen Migranten soll rascher vorangehen.


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