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RAINBACH. In der Gemeinde Rainbach wird es am 2. Juni eine Volksbefragung zur Windkraft geben.

In Rainbach findet am 2. Juni eine Volksbefragung statt (Foto: Gemeinde Rainbach)
In Rainbach findet am 2. Juni eine Volksbefragung statt (Foto: Gemeinde Rainbach)

Einstimmig beschloss der Gemeinderat in seiner Sitzung die Durchführung einer Volksbefragung auf Gemeindeebene mit der Fragestellung: „Sollen im Gemeindegebiet der Marktgemeinde Rainbach i.Mkr. Windkraftanlagen errichtet werden?“ Am 2. Juni, eine Woche vor der EU – Wahl wird diese Befragung stattfinden.

Wie berichtet, untersucht der Verbund derzeit in den Gemeinden Rainbach und Grünbach die Möglichkeit für Windkraftnutzung. Am 28. Februar startete der Dialogprozess mit einer ersten Veranstaltung für die Gemeinderäte aus den beiden Gemeinden. Am 20. und 21. März folgten öffentliche Informationsveranstaltungen für die Gemeindebürger. Viele Anregungen und Ideen wurden schon eingebracht und auch ins Projekt aufgenommen. Im zweiwöchigen Abstand finden jetzt Info-Sprechtage mit den Projektanten bis Ende Mai am Gemeindeamt statt.

Bis zu sieben Standorte

„Die Grundstimmung ist von guten Gesprächen und großem Interesse begleitet. Die Mitarbeiter vom Verbund sind sehr bemüht, alle Fragen und Anliegen gut abzuarbeiten und bestmöglich über alle Fachbereiche zu informieren“, sagt Bürgermeister Günter Lorenz. Bis zu sieben Windrad-Standorte sollen im Projektgebiet Schiffberg möglich sein. Um dieses Projekt einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) zu unterziehen, ist die Zustimmung des Gemeinderates notwendig.

„Abhängigkeit vom russischen Gas beenden“

„Wenn wir unsere Abhängigkeit vom russischen Gas beenden wollen, ist es höchst an der Zeit, sich klar und deutlich für die erneuerbare Energie auszusprechen. Ich erwarte mir auch ein gemeinsames Vorgehen auf allen politischen Ebenen im Land und im Bund. Mehr Mut zum Tun wäre angesagt. Wir müssen uns ehrlich die Frage stellen, wie dieser Anstieg des Stromverbrauches kompensiert werden soll. Wenn wir in Oberösterreich keine größeren Anlagen zur Energiegewinnung zulassen, werden andere dies für uns machen. Ein Blick über die Grenze zu unseren tschechischen Nachbarn reicht, um zu sehen, wie die Alternative aussieht“, sagt Lorenz.

„Die Ausbaupläne auch am naheliegenden Standort Temelin (80 km) werden von uns sehr aufmerksam, aber auch besorgt verfolgt. Protestschreiben alleine helfen uns da nicht weiter. Leider gibt es keine einheitliche landes- und bundesweite Strategie zur Umsetzung der Energiewende und so landet dieses Thema, wie so viele andere wieder mal bei den Gemeinden. Wir nehmen uns dieser Verantwortung an und binden die Bürger bei der Entscheidungsfindung ein. Mir ist durchaus bewusst dass jede Bürgerbefragung ein spannender Prozess ist, da es stark auf die Mobilisierung unserer 2382 Wahlberechtigten ankommen wird und jeder einzelne für sich die Vor- und Nachteile der Windkraft abwegen muss. Ich erwartet mir eine gute Wahlbeteiligung und vom Gemeinderat, dass dieser das Ergebnis der Befragung einstimmig übernehmen wird.“


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