Auf der Versuchsfläche in Marsbach wächst ein starker Laubwald heran
HOFKIRCHEN/MKR. Seit 20 Jahren wachsen in Marsbach bei Hofkirchen auf fünf Hektar 13 verschiedene Laubbaumarten heran. Es ist eine Versuchsfläche, auf der sich beobachten lässt, wie durch gezielte Pflege ein klimafitter, wertvoller Laubwald entsteht.

Der Sturm Kyrill gab im Jahr 2006 den Anstoß für dieses Waldbauprojekt: Er fegte den damaligen Fichtenbestand nahe der historischen Stätte „Drei Linden“ hinweg. Unter Anleitung von Förstern des Landes Oberösterreich und Gutsverwalter Michael Gschwentner wurden daraufhin Berg- und Spitzahorn, Vogelkirsche, Roteiche, Traubeneiche und weitere heimische Laubbaumarten gepflanzt. Mittlerweile erreichen die stärksten Stämme beachtliche Maße – etwa 34 Zentimeter Durchmesser bei der Vogelkirsche oder 27 Zentimeter beim Bergahorn. „Von Beginn an wurde hier in der Pflege darauf geachtet, möglichst rasch sägefähiges, starkes Wertholz zu erzielen“, erklärt Bezirksförster Sebastian Köppl, der die Dauerversuchsfläche seit zwei Jahrzehnten begleitet. „Rasch“ bedeutet beim Laubholz allerdings schon mal 80 bis 100 Jahre – hier wird also für die nächsten Generationen gearbeitet.
Scheu vor Laubholz nehmen
Gerade die ersten 20 Jahre der Produktionszeit seien entscheidend für das spätere Wachstum, betont Köppl. Da die Laubwaldpflege hierzulande noch in den Kinderschuhen steckt, organisierten die Landwirtschaftskammer Oberösterreich und die Bezirkshauptmannschaft Rohrbach vor wenigen Tagen eine Informationsveranstaltung direkt vor Ort in Marsbach. Ziel war es, „die Scheu vor dem Laubholz zu nehmen“, wie der Bezirksförster sagt. „Denn schon mit einfachen Maßnahmen lassen sich gute Ergebnisse erzielen, und man kann relativ bald kostendeckend wirtschaften.“
Wertastung, Kronenpflege und Z-Stämme
Projektverantwortliche Gabriele Wieser, Waldbaureferentin des Landes Oberösterreich, informierte die rund 60 anwesenden Waldbesitzer und Bioschüler über Pflanzabstände, Formschnitt, Dickungspflege, Wertastung, Kronenpflege oder die Auswahl der Z-Stämme. „In den ersten Jahren sollte der Fokus auf einem astfreien Stamm liegen, dann wird die Krone dimensioniert. Sie ist der Zuwachsmotor für den Stamm“, erklärte Wieser und verwies auf das Einmaleins der Laubholzproduktion: Eine große Krone bedeutet starken Zuwachs und somit kurze Produktionszeit. Das senkt das Risiko und steigert die Erträge. Besonderes Augenmerk gilt dabei den Z-Stämmen, die am Ende einen entsprechend hohen Erlös einbringen sollen.


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