Gelegenheit beim Schopf gepackt: eine Familie, zwei Bauernhöfe
KALTENBERG. David und Ingrid Fragner-Lieb bewirtschaften in Silberberg einen kleinen Bio-Bauernhof im Nebenerwerb und vermarkten das Fleisch ihrer Rinder und Wildmasthühner. Als sich vor Kurzem die Möglichkeit ergab, einen zweiten Hof in der Nähe zu pachten, packten die Fragner-Liebs die Gelegenheit beim Schopf.

2014 hat David Fragner-Lieb gemeinsam mit seiner Frau Ingrid die Nebenerwerbslandwirtschaft der Eltern mit einigen Mutterkühen und fünf Hektar Nutzfläche übernommen. In der Zwischenzeit hat sich beim „Liab-Naz“, so der Hausname, viel getan: Nicht nur wurden David und Ingrid Eltern von vier Kindern (10, 8, 6 und 4 Jahre alt) und haben das Haus für die Familie ausgebaut, auch betrieblich hat sich das Paar weiterentwickelt.
„Uns selbst mit Lebensmitteln aus der eigenen Landwirtschaft versorgen zu können, taugt uns ungemein. So kam uns der Gedanke, in die Direktvermarktung einzusteigen“, sagen David und Ingrid. Zu den sieben Mutterkühen (Aberdeen-Angus und Limousin) und deren Nachwuchs gesellten sich bald Wildmasthühner und Legehennen. Auch diverse Gemüsesorten und Kräuter bauen die Fragner-Liebs in ihrem Garten an.
Selbstbedienungskastl
„Unsere Rinder werden beim Piber in St. Leonhard geschlachtet und grob zerteilt. Im hofeigenen Verarbeitungsraum verarbeiten wir das Rindfleisch anschließend weiter“, so David Fragner-Lieb. Die Masthühner werden direkt am Hof in Silberberg geschlachtet.
Die Produkte in Bio-Qualität – Rinderspeck, Wurstwaren, Wildmasthendl, eingelegtes Gemüse, Gewürze, Eier und hausgemachte „Fertigprodukte“ wie Bolognese-Soße und Rindsgulasch im Glas – können Kunden rund um die Uhr im Selbstbedienungskastl am Hof auf Vertrauensbasis einkaufen. Auch im Lagerhaus, im Regionalladen d’Speis’ in Königswiesen und in der Grünhilde in Tragwein sind die Fragner-Liebschen Erzeugnisse erhältlich. Frischfleisch gibt es auf Vorbestellung. Die Seniorbauern Gerti und Gerhard Fragner-Lieb werkeln nicht nur nach wie vor gerne in der Landwirtschaft mit, sondern steuern auch Selbstgebranntes und den Honig der eigenen Bienen für den Verkauf bei.
Neues Zuhause für Jungvieh
„Langfristiges Ziel ist es, unsere Landwirtschaft im Vollerwerb führen zu können“, sagen die Kindergartenpädagogin Ingrid und David, der im Lagerhaus als Baustoffverkäufer arbeitet. Darum wagte das Ehepaar Anfang des Jahres nach reiflicher Überlegung auch einen großen Schritt und hat einen zweiten Hof in der Nähe mit einem Stall und 16 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche gepachtet. Der Hof mit dem Hausnamen „Willing“ liegt nur zwei Kilometer entfernt in Ebenort. Mit Beginn der Weidesaison sind bereits einige Jungrinder eingezogen.


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