Windkraft-Projekt in Grünbach: Volksbefragung am 1. Juni
GRÜNBACH. Die Volksbefragung zum Windkraft-Projekt Schiffberg in Grünbach wird am 1. Juni abgehalten. Befürworter und Gegner werben noch um Unterstützung.

Verbund und die Bürgerinitiative „Ja zur Windkraft“ setzen sich dafür ein, dass Windstrom in Grünbach erzeugt wird. Die Bürgerinitiative hat die Unterschriftenaktion für eine Volksbefragung gestartet, nachdem im Vorjahr im Gemeinderat mit 14:5 Stimmen entscheiden wurde, dass es zehn Jahre lang kein Windkraftprojekt in der Gemeinde geben soll. „Viele Einwohner waren mit der Entscheidung des Gemeinderates unzufrieden“, erklärt Franz Steinmaßl von der Bürgerinitiative.
232 Unterschriften waren für die Volksbefragung nötig, 266 sind es geworden. Somit wird diese am 1. Juni durchgeführt. Steinmaßl zeigt sich bezüglich der Volksbefragung „vorsichtig optimistisch, aber nicht übermütig“. In der Nachbargemeinde Rainbach stimmten im Vorjahr 56 Prozent - bei einer Wahlbeteiligung von 60 Prozent - für das Windkraftprojekt des Verbundes. Von den sieben geplanten Windrädern sollen vier in Grünbach errichtet werden, drei in Rainbach.
„Bedenken faktenbasiert begegnen“
Philipp Stöger, Leiter des Verbund-Projektes ist derzeit mit einem Team in Grünbach, um weiter über den Windpark aufzuklären. „Wir versuchen den Bedenken der Bewohner faktenbasiert zu begegnen“, sagt Stöger. Eine Sorge betrifft Freileitungen. „Die Netzableitungen von den Windrädern verlaufen unterirdisch. Dies gilt generell für alle Windkraftanlagen in Österreich“, stellt Lisa Csenar, Geschäftsführerin der Verbund Green Power Österreich diesbezüglich klar und streicht die Vorteile der Windkraft bei der Stromerzeugung aus erneuerbarer Energie heraus: „Hochwasser und Dürreperioden zeigen deutlich, dass uns der Klimawandel bereits großen Schaden zufügt. Die Windkraft trägt dazu bei, unsere Energieversorgung unabhängig von Öl und Gas zu machen.“
Auch wird die Sicherung der Schutzgüter, wie Fauna, Flora und Wasserquellen für eine Umweltverträglichkeitsprüfung detailliert abgeklärt. Das Projekt Schiffberg liegt in der vom Land Oberösterreich ausgezeichneten neutralen Zone. „Im besten Fall rechnen wir mit einer Genehmigung und Baubewilligung 2029“, sagt Csenar.
25.000 Haushalte pro Jahr versorgen
Die Windräder mit einer Nabenhöhe von 175 Metern und einem Rotordurchmesser von 175 Metern müssen in einem Kilometer Entfernung zu Wohnhäusern stehen. „Sieben Windräder sind auch das Maximum für das Projekt Schiffberg und die beiden Gemeinden“, sagt Stöger. 25.000 Haushalte pro Jahr könnten mit dem erzeugten Strom versorgt werden. Auch wirtschaftlich würde sich die Windkraft für die Gemeinde und Bewohner lohnen, meint Csenar. Die Gemeinde würde pro Windrad jedes Jahr 24.000 Euro erhalten und die Gemeindebürger könnten sich für 20 Jahre einen garantierten Strompreis von 9,60 Cent sichern.
Sorgen und Bedenken
Bürgermeister Stefan Weißenböck (ÖVP) sprach sich mehrmals gegen das Projekt aus, ÖVP und FPÖ stimmten im Vorjahr gegen die Errichtung der Windräder. In der Gemeinde sind auch zahlreiche Plakate angebracht, die zu einem „Nein“ zum Windpark aufrufen. Ein Teil der Bevölkerung befürchtet negative Auswirkungen auf das Landschaftsbild, die Lebensqualität und die Gesundheit und die Zerstörung der Natur.


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