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GALLNEUKIRCHEN. Seit vielen Jahren gehören Schwester Bertilla und Schwester Adelharda zum festen Bestandteil der Pfarrgemeinde Gallneukirchen und können auf zahlreiche Erlebnisse und Erinnerungen aus der Gusenstadt zurückblicken.

(V.l.) Schwester Bertilla und Schwester Adelharda. Foto: Preining/Tips
(V.l.) Schwester Bertilla und Schwester Adelharda. Foto: Preining/Tips

Sucht man in Gallneukirchen nach einem Original, so kommt man um zwei Namen nicht herum: Schwester Bertilla und Schwester Adelharda. Beide gelten in der Gusenstadt als ein unverzichtbarer Bestandteil der Gemeinde. Denn sie haben sich vor Ort nicht nur mir ihrem früheren Einsatz als Kindergartenleiterin und -tante, sondern unter anderem auch als Pflegekräfte für den damaligen Pfarrer Oisser, als Botenfahrerinnen für andere Menschen und auch als Unterhalterinnen bei Geburtstagsfeiern bewiesen.

Die Berufung

Während Schwester Adelharda die Frage, ob sie einmal Schwester werden würde, als Jugendliche noch verneint hat, wusste Schwester Bertilla schon früh, was sie werden wollte: „Eigentlich habe ich von Kind auf schon gedacht, dass ich eine Schwester werden möchte. Aber das ist mir so schwierig vorgekommen, denn ich dachte, man muss ja schon im Kloster auf die Welt kommen. In der Jugend habe ich dann schon ein bisschen gehadert: Heiraten oder nicht – oder ins Kloster gehen. Aber der Ruf – das war wirklich ein echter Ruf – der hat gesiegt.“ Und so trat die heute 81-Jährige im Jahr 1958 im Alter von 20 Jahren bei den Kreuzschwestern ein und absolvierte dort die Ausbildung zur Kindergärtnerin. Nach einem Aufenthalt in Straßwalchen kam sie schließlich nach Gallneukirchen und merkte sofort, dass sie hier bleiben wollte: „Das war so ein Gefühl. Da gehörst du jetzt her. Und dann war ich 31 Jahre im Kindergarten.“ Schwester Adelharda ging 1955 ins Kloster. Ihren Ruf verspürte sie erstmals, als sie einen Einkehrtag im Schloss Orth machte. „Da habe ich dann innerlich verspürt, dass ich ins Kloster gehen möchte“, so die Schwester. Auch sie fing in der Kindergartenschule an, blieb allerdings nur ein Jahr. Dennoch nahm auch sie die Tätigkeit als Kindergarten-Tante an. Als dies aus gesetzlichen Gründen nicht mehr möglich war, übernahm sie die Tätigkeit der Köchin. „Ich war 18 Jahre im Kindergarten und dann 18 Jahre Köchin – und dann haben wir den Herrn Pfarrer bis zu seinem seligen Ende betreut“, erinnert sich die noch-80-Jährige.

Viele Aufgaben

Als ihr Zuhause gilt seit jeher das Haus St. Josef. Zunächst war dies ein Altersheim, wo sie ebenfalls mitarbeiteten. Als das Heim 1995 aufgelöst wurde, blieben die Schwestern und widmeten sich schließlich der Pflege von Pfarrer Oisser, der einen schweren Schlaganfall erlitten hatte. Als auch dieser im Jahr 2007 verstarb, setzte sich Pfarrer Dopler sogleich für den Verbleib der beiden ein. Eine besondere Herausforderung stellte den beiden übrigens Pfarrer Altenhofer: den Führerschein. Denn mit dem Ende des Altersheims beendete auch der Chaffeur seinen Dienst. Und so absolvierten sie tatsächlich im Alter von 57 Jahren den Führerschein. Bis heute übernehmen sie nun Botenfahrten, holen Personen vom Bahnhof ab oder bringen sie zum Arzt oder in die Kirche. Auch um den Kirchenschmuck und die Kirchenwäsche kümmern sie sich bis heute.

Auftritte bei Geburtstagen

Doch in den beiden Schwestern steckt noch viel mehr: Lädt man Schwester Bertilla und Schwester Adelharda zu einer Geburtstagsfeier ein, so sorgen sie dafür, dass es ein unvergessliches Erlebnis wird. So auch beim 50er der Bürgermeisterin Gisela Gabauer. Schwester Adelharda tritt dabei als Engel auf und verteilt verschiedenste Dinge. Gemeinsam singen sie dann ihren Geburtstagsschlager „Oben, Unten, Hinten, Vorne und Überall“. Dies schafften die Schwestern bei einer Feier so überzeugend, dass das Publikum sogar anzweifelte, ob es sich tatsächlich um echte Nonnen handle, erinnert sich Schwester Bertilla.


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