Persönliche Talente und Fähigkeiten sind wichtige Bestandteile der Arbeit
GALLNEUKIRCHEN. Das Diakoniewerk begleitet seit vielen Jahren Menschen mit Behinderungen dabei, gemäß ihren Fähigkeiten und Interessen arbeiten zu können. Die Arbeit in Werkstätten ist neben der Integrativen Beschäftigung in Kooperationsbetrieben eine Möglichkeit, einer sinnvollen, an den Talenten orientierten Tätigkeit, vor allem auch für Menschen mit schweren Behinderungen.

In Österreich begleitet das Diakoniewerk mehr als 700 Menschen dabei, soziale Teilhabe im beruflichen Alltag, in einer der 28 Werkstätten, zu erfahren. Mehr als 120 begleitete Mitarbeiter arbeiten bereits in integrativen Betrieben. Ein sehr gutes Beispiel ist „Theater Malaria“. Entstanden aus Eigeninitiative von künstlerisch tätigen Menschen aus dem Diakoniewerk, setzt sich das Theater Malaria heute aus einem zehnköpfigen Ensemble und seinem künstlerischen Team zusammen. Die Gruppe arbeitet seit 26 Jahren an eigenen Performances, Stücken, Kunstprojekten und Literatur, die es im öffentlichen Raum vorführt.
Begegnungen passieren
Neben den zweijährlichen großen Theaterproduktionen wie „Halsbrecher“, „Spann den Schirm auf“, „Fallobst vom Olymp“, die allesamt Uraufführungen waren, wird das Ensemble Theater Malaria durch viele kleine Kunstaktionen in der Kulturlandschaft von Österreich immer wieder sichtbar. Eine Lesung bei den Donaufestwochen in Grein, ein Poetryslam im Haus der Frau in Linz, eine Improshow im Phönix, eine Aufführung bei der Langen Nacht der Kirchen, eine Lesung im Dunkeln im Blindeninstitut OÖ Linz, sind nur einige Auftritte des heurigen Jahres. Dazu kommt noch pro Monat eine einstündige Literatursendung für das Freie Radio Freistadt. „Durch diese inklusiven Projekte passieren ständig interessante Begegnungen mit anderen Künstlern. Dadurch werden Lernprozesse ausgelöst, die für die Persönlichkeitsentwicklung besonders wichtig sind und die Ausdrucksfähigkeiten der Schauspieler trainiert“, erklärt Iris Hanousek-Mader, die das Ensemble leitet und in ihrer Rolle als Regisseurin von Beginn an mit dabei war.
„Ich liebe die Bühne“
Die langjährige Kulturarbeit und die Bestrebungen, sich in der öffentlichen Theaterlandschaft zu etablieren, tragen in den letzten Jahren vermehrt Früchte: Ruth Oberhuber ist eine der Schauspielerinnen des Ensembles und als Literatin mehrfach ausgezeichnet. Die 26-Jährige Alberndorferin sagt von sich: „Ich liebe die Bühne und möchte als Schauspielerin viel dazu lernen. Auch in der Literatur habe ich meinen erfolgreichen Anfang gemacht. Ich bin eine Dichterin und schreibe vieles nieder. Nicht ich schreibe, es ist die Eule in mir. Sie singt mir vor, was ich schreiben muss.“


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