Geistheiler oder Scharlatan: Dem echten Wunder auf der Spur

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Olivia Lentschig Olivia Lentschig, Tips Redaktion, 24.01.2020 08:00 Uhr

HEIDENREICHSTEIN. Von Schamanen und Voodoo-Priestern, Teufelsaustreibern, Geistheilern und Hellsichtigen: In der gut gefüllten Buchhandlung Blätterwirbel berichtete der Ex-Snowboardprofi, Reporter und Neo-Autor, Thomas Bruckner über beeindruckende Begegnungen und wahrhaft unglaubliche Momente bei seiner Suche nach Heilung.

Nach seiner Tumordiagnose suchte Bruckner nach alternativen Methoden der Heilung und traf dabei auf die irritierende Welt der Heiler und Heilsuchenden. Erlebnisse, die er als versierter Schreiber zu Papier brachte. In seinem Werk „Wundersuche“ begibt sich der Reporter auf den Weg durch den Dschungel der Alternativmedizin – und bleibt dabei stets ein fragender, zweifelnder Hilfesuchender.

Vom bodenständigen Heiler im Nachbarort über Voodoo-Priester in Togo, von Wunderheilern auf den Philippinen, Schamanen in Bulgarien bis hin zum weltweit bekanntesten Medium, João de Deus in Brasilien, führten ihn seine Reisen. Als bodenständiger Journalist und Sportler holte er nach dem Schicksalsschlag Tumordiagnoseim Jahr 2016 gleich mehrere ärztliche Meinungen ein, die ihm zur Operation rieten. Nachdem er schon früher einmal einen Freund zu einem Heiler begleitet hatte und dadurch bereits in Kontakt mit dieser Welt kam, wollte er diesen Weg nun nochmals einschlagen.

Ein Reporter als „Versuchskaninchen“

Sein journalistischer Ehrgeiz war geweckt. Er machte daraus eine Recherche, sozusagen am eigenen Körper, und nahm sich vor, den aufgesuchten Heilern im Vorfeld nichts von seiner Erkrankung zu erzählen. Ein Test, den wohl nur jene bestehen würden, die tatsächlich über spezielle Fähigkeiten verfügten. So geprüft, ließen sich etliche der aufgesuchten Menschen als Blender und Scharlatane entlarven, die verzweifelten Hilfesuchenden das Geld aus den Taschen zogen.Doch neben all diesen ernüchternden Begegnungen erschienen Thomas Bruckner vereinzelt schillernde Persönlichkeiten, die ihn in seinem rationalen Denken völlig aus der Bahn warfen und ihn mit ihren Handlungen an seinen eigene Wahrnehmungen zweifeln ließen.

Blutzaubereien: in den Händen von Jun Labo

So etwa die Operationen bei Jun Labo, dem Wunderheiler auf den Philippinen, der Menschen ohne Narkose mit den bloßen Händen in den Körper fasst und gallertartige, blutige Klumpen herausholt. Diese Blutzaubereien hat Bruckner nicht nur live verfolgen dürfen, sondern sogar am eigenen Leib erlebt. Seit Jahren suchen Menschen auf der ganzen Welt nach einer Erklärung für dieses Schauspiel.

Tierblut, im Ärmel versteckte Tierinnereien, Finger die in Wahrheit abgeknickt werden und nicht, wie augenscheinlich, in den Körper eindringen - all diese Möglichkeiten wurden bereits mehrfach diskutiert.Vor Ort hatte der Journalist Gelegenheit, all diese Punkte zu überprüfen. Und kam trotz allem auf keinen grünen Zweig. Weder waren Hemdsärmel vorhanden in denen diverse Utensilien versteckt werden konnten, noch konnte Bruckner andere Trickbetrügereien entlarven.

Tips: Wie haben Sie als bodenständiger Mensch die teilweise übersinnlichen Erfahrungen Ihrer Reise in Ihr Weltbild integriert?

Thomas Bruckner: Das war anfangs nicht einfach. Verdrängung tat hier einen guten Job. Irgendwann begann ich aber zu akzeptieren, dass ich vieles rational einfach nicht erklären kann. Und nur weil dies der Fall ist, heißt das noch lange nicht, dass solche Phänomene nicht existieren können.

Tips: Gibt es eine bestimmte Begegnung, die Sie besonders beeindruckt beziehungsweise Ihnen geholfen hat?

Thomas Bruckner: Die Begegnung mit William Nonog (red. Anm.: einer der aufgesuchten Heiler). Er hat mich fünfmal mit bloßen Händen operiert. Danach habe ich mich wie neu geboren gefühlt. Außerdem durfte ich bei unzähligen seiner Operationen zusehen - immer floss Blut dabei.

Tips: Diese Operationen sind auf der Verstandesebene nicht nachvollziehbar, glauben Sie trotzdem an deren Echtheit?

Thomas Bruckner: Als ich dort war, war ich irgendwann überzeugt, dass einige wenige dies wirklich können. Daheim angekommen beginnt man allerdings wieder zu zweifeln.

Tips: Wie haben Sie die Erlebnisse mit den hellsichtigen Menschen verändert? Haben Sie jetzt einen anderen Blickwinkel auf die Welt und das Leben?

Thomas Bruckner: Ich bin noch offener als früher geworden, schließe nichts aus, bin aber trotzdem nicht naiv.

Tips: Fazit ihrer Recherche: sind Sie der Meinung, dass es wirklich Menschen gibt, die heilende Fähigkeiten haben? Und wie viel Prozent von den mittlerweile 150 Heilern, die Sie aufgesucht haben, würden Sie dazu zählen?

Thomas Bruckner: Es gibt sie, die echten Heiler. Ich bin der Überzeugung, dass drei bis vier Prozent der Heiler Nicht-Erklärbares beherrschen. Der Rest glaubt selbst bloß daran dies zu können beziehungsweise gibt es vorsätzlich vor.

Tips: Wie geht es Ihnen derzeit gesundheitlich?

Thomas Bruckner: Ich fühle mich wieder gesund. Der Tumor ist zwar noch vorhanden, jedoch nicht gewachsen und die Kopfschmerzen sind verschwunden.

Mit Thomas Bruckner auf Wundersuche

Das Buch „Wundersuche: Von Heilern, Geblendeten und Scharlatanen“ (256 Seiten) ist erschienen im Picus Verlag und ist ab sofort im Buchhandel erhältlich.

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