Arbeitslosigkeit erneut zurückgegangen
BEZIRK GMÜND. Entgegen dem NÖ-Trend liegt die Arbeitslosigkeit im Bezirk Gmünd unter dem Vorjahresniveau. Die aktuellen Arbeitsmarktzahlen Ende September zeigen auch für den abgelaufenen Monat einen weiterhin starken Anstieg des Arbeitskräfteangebots. Gleichzeitig konnte die Arbeitslosigkeit, wie bereits im Monat August, reduziert werden. So waren Ende September 2016 beim Arbeitsmarktservice Gmünd insgesamt 1.363 Personen arbeitslos vorgemerkt, um 6,4 Prozent weniger als im Vormonat und um 3,3 Prozent weniger als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres.

Auch der Stellenmarkt hat in den letzten Monaten stark an Dynamik zugenommen. „So haben die Unternehmen im Bezirk Gmünd in den letzten Monaten deutlich mehr offene Stellen gemeldet, was auch auf eine sich günstig entwickelnde Wirtschaftslage schließen lässt“, so AMS-Geschäftsstellenleiter Gerhard Ableidinger.
Besonders betroffen sind weiterhin Ältere, gering Qualifizierte und Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen. Profitiert vom Rückgang der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vergleichszeitpunkt des Vorjahres haben sowohl Frauen (-3,2 Prozent) als auch Männer (-3,4 Prozent). Erfreulich zu berichten ist, dass durch verschiedenste Beschäftigungsaktivitäten des AMS die Jugendarbeitslosigkeit innerhalb eines Jahres um 14,2 Prozent deutlich reduziert werden konnte.
Die in diesem Indikator nicht enthaltene Zahl der Arbeitslosen in Schulungen des AMS ist im Vergleich zum Vorjahr um 49 (oder 25,7 Prozent) auf insgesamt 240 gestiegen. Somit waren Ende September 2016 in Summe 1.603 Personen beim AMS Gmünd vorgemerkt.
„Das Hauptproblem ist derzeit nicht die Zunahme, sondern die Verfestigung von Arbeitslosigkeit“, zeichnet sich für Gerhard Ableidinger aus den aktuellen Arbeitsmarktdaten ein zunehmender Ausgrenzungsprozess ab. Zwar haben im Jahr 2016 bisher 3.435 Personen ihre Arbeitslosigkeit beendet, knapp 50 Prozent erfreulicherweise innerhalb von drei Monaten. Rund 38 Prozent sind jedoch bereits länger als ein Jahr auf Jobsuche, 49 Prozent davon ist der Generation 50+ zuzurechnen.
Fast die Hälfte der Arbeitslosen ohne Ausbildung
Seit Jahresanfang verzeichnet das AMS Gmünd mit 811 gemeldeten freien Stellen um 21,4 Prozent mehr Personalanforderungen als im Vergleichszeitraum 2015. Entscheidende Auswahlkriterien dabei sind Qualifikation, Mobilität und Motivation. Das Haupthandicap lässt sich in Zahlen beschreiben: Knapp die Hälfte aller Arbeitsuchenden verfügen über keine Berufsausbildung, knapp ein Viertel haben gesundheitliche Einschränkungen, die bei der Jobsuche berücksichtigt werden müssen.
Trotz mitunter schwieriger Ausgangssituation gibt es beachtliche Erfolge. „Heuer konnten bereits genau 2.000 vorgemerkte Personen – darunter 455 über 50-Jährige – wieder in Beschäftigung gebracht werden“, verweist Ableidinger auf eine gute Vermittlungsbilanz. Bei Personen über 50 Jahren, die bereits länger als ein halbes Jahr beim AMS vorgemerkt sind, kann die Jobvermittlung durch eine Lohnkostensubvention unterstützt werden.
Von den insgesamt 1.363 Vorgemerkten haben 55, also vier Prozent, wieder eine konkrete Einstellungszusage für die kommenden Monate. „In absoluten Zahlen stieg die Arbeitslosigkeit am stärksten in den Bau- (+11 oder 12,8 Prozent) sowie Gesundheitsberufen (+6 oder 10,9 Prozent)“, berichtet der Geschäftsstellenleiter des AMS Gmünd, Gerhard Ableidinger. Ein erwähnenswerter Rückgang war in den Metall/Elektro- (-19 oder -14,5 Prozent) sowie Büroberufen (-18 oder -12,3 Prozent) zu verzeichnen. Die geschätzte Arbeitslosenquote liegt in Gmünd mit 8,6 Prozent nur mehr knapp über dem NÖ-Durchschnitt von 8,1 Prozent.
Im vergangenen Monat wurden im Bezirk Gmünd 212 Jobsuchende neu arbeitslos, um neun oder 4,4 Prozent mehr als im September 2015. In 331 Fällen (+1 oder 0,3 Prozent) konnte die Vormerkung wiederum beendet werden. Davon konnten 123 Personen mit direkter oder indirekter Unterstützung des AMS wieder eine Beschäftigung aufnehmen, 81 sind in eine Schulung eingetreten und 127 sind aus anderen Gründen (Pension, Krankenstand, Meldeversäumnis, Auslandsaufenthalt, Wochenhilfe, etc.) aus der Vormerkung ausgeschieden.
Stellenangebot über dem Niveau des Vorjahres
Mit Ende September waren 73 offene Stellen (davon 44 sofort verfügbar) beim AMS Gmünd gemeldet, im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies ein Plus von 15 Stellen (oder 25,9 Prozent). Im abgelaufenen Monat wurden 68 Stellen vom AMS Gmünd geworben und gleichzeitig 107 Stellen mit geeigneten Arbeitskräften besetzt. Die Dauer bis der Besetzung der gemeldeten Stelle betrug im Durchschnitt 25 Tage.
Lehrstellenmarkt: Zahl der Lehrstellensuchenden rückläufig
Ende September sind im Bezirk zehn Personen lehrstellensuchend (sofort verfügbar) vorgemerkt. Das sind um 56,5 Prozent weniger als zum selben Zeitpunkt des Vorjahres. Ihnen steht ein Angebot an vier freien offenen Lehrstellen (sofort verfügbar) zur Verfügung. Das sind um drei Lehrstellen mehr als zum selben Zeitpunkt des Vorjahres.
Wer nicht gleich beim ersten Anlauf eine passende Lehrstelle findet, dem hat das AMS NÖ Einiges zu bieten: Neben profunder Information und Beratung in den BerufsInfoZentren des AMS bereitet das AMS junge Menschen durch entsprechende Aus- und Weiterbildungsseminaren auf einen erfolgreichen Berufseinstieg vor.
Insgesamt stellt das AMS NÖ in Zusammenarbeit mit dem Land NÖ 1.980 Lehrgangsplätze und 715 Lehrplätze in überbetrieblichen Lehrwerkstätten zur Verfügungen, auf denen Jugendliche eine Lehre beginnen können.


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