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BEZIRK GMÜND. “Insgesamt hat die Bezirksstelle Gmünd im ersten Halbjahr 2020 mehr als 340.000 Euro für Arbeitnehmer der Region erstritten“, sagt Bezirksstellenleiter Michael Preissl: „Das umfasst auch den Konsumentenschutz. Am häufigsten gefragt war unsere Unterstützung bei Problemen am Arbeitsplatz und in sozialrechtlichen Fragen.“

Foto: AK Niederösterreich
Foto: AK Niederösterreich

Insgesamt wandten sich im ersten Halbjahr 2020 fast 4.300 Menschen an die Bezirksstelle Gmünd, ein Plus von 74 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019! „Das zeigt, wie wichtig wir als regionale Anlaufstelle in allen Lebenslagen sind“, so Preissl.

Unerlaubte Kündigungen: AK fordert Schadenersatz

Als im Zuge der beginnenden Corona-Krise bei einem Gmünder Unternehmen die Aufträge wegbrachen, entschied sich der Betrieb, sich von Mitarbeitern zu trennen. Nach Anmeldung im AMS-Frühwarnsystem wurde vielen Beschäftigten die Kündigung ausgesprochen. Darunter waren auch mehrere Betriebsratsmitglieder sowie eine Mitarbeiterin in Elternteilzeit. Diese wandten sich an die AK-Bezirksstelle Gmünd. „Trotz mehrfacher Gesprächsversuche seitens der Arbeiterkammer und der zuständigen Fachgewerkschaft wurden die Kündigungen aber nicht zurückgenommen“, erklärt Bezirksstellenleiter Michael Preissl. Dabei braucht es für die Kündigung von Betriebsratsmitgliedern die vorherige Zustimmung des Arbeits- und Sozialgerichtes. „Für die kündigungsgeschützte Mitarbeiterin in Elternteilzeit forderten wir die Zahlung der offenen Ansprüche ein“, sagt Preissl. Da der Betrieb aber auch in diesem Fall nicht einlenkt, bleibt nur der Weg vor Gericht, um der Frau zu dem ihr zustehenden Geld zu verhelfen.

Landesweit: Beratungen wegen COVID-19 um 50 Prozent gestiegen 

Auch in Niederösterreich hat die COVID-Pandemie das Arbeitsleben erheblich verändert. Kurzarbeit, Rekordarbeitslosigkeit, Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz, allgemeine Verunsicherung – die Anliegen der Betroffenen waren zahlreich. „Wir haben uns gerade in dieser schwierigen Zeit als verlässlicher Partner der niederösterreichischen Arbeitnehmer erwiesen. 110.000 Arbeitnehmer sind von unseren Experten beraten worden, um 50 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2019“, so AK Niederösterreich-Vizepräsident Michael Fiala.

Aufgrund dieser Ausnahmesituation ist vor allem die Zahl der telefonischen und der E-Mail-Beratungen im ersten Halbjahr enorm gestiegen. „Die Hotlines waren bis 19 Uhr und sogar am Wochenende besetzt, denn es gab viele Unklarheiten und einen großen Informationsbedarf. Da ging es um Kurzarbeit, Urlaubsverbrauch, Home-Office oder die Frage, ob jemand zu einer Risikogruppe gehört und wie er oder sie sich verhalten soll“, so Fiala. Auch die Frage, wie sich Arbeitnehmer vor einer Ansteckung schützen und was der Arbeitgeber dazu beiträgt, war von enormer Wichtigkeit für die Beschäftigten.

Viele der Beratungen klärten offene rechtliche Fragen: „Die Situation hat sich laufend geändert, was auch die Arbeitgeber vor Unklarheiten gestellt hat. Durch unsere Vermittlung konnten viele Fragen ausgeräumt werden“, so der Vizepräsident. Er nennt als Beispiele falsch berechnete Kurzarbeitsvereinbarungen oder einseitige Urlaubsanordnungen außerhalb des Kurzarbeitsmodells.

Bilanz 1. Halbjahr 2020 – Bezirk Gmünd

Leistungen für unsere Mitglieder im Überblick

Beratungen: 4.289

Im Arbeits- und Sozialrecht eingebracht: 292.413 Euro

Davon Insolvenzvertretung: 1.062 Euro

Für die Mitglieder insgesamt erreicht: 342.621 Euro


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