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„Angst, Furcht und Sorge“ als Themen bei den "OÖ Kulturvermerken" in Gmunden

Daniela Toth, 12.10.2016 12:46

GMUNDEN. Unsicherheit und Angst sind für viele Menschen derzeit die dominanten Gefühle beim Blick auf die Welt. Bei den „OÖ. Kulturvermerken“ von Donnerstag, 27., bis Sonntag, 30. Oktober, befassen sich Denker und Wissenschafter im Stadttheater mit der „Politik der gemischten Gefühle“.

Paul Lendvai Foto: ThRamstorfer
  1 / 2   Paul Lendvai Foto: ThRamstorfer

„Gefühle sind ein unvermeidlicher Rohstoff des Politischen“, so Kulturvermerke-Kurator Franz Schuh zum Wahl des diesjährigen Themas. Viele Menschen würden Personen wie Trump wählen, „weil es Spaß macht“. Andererseits nutzen Politiker bewusst Gefühle und Ängste von Menschen, um ihre eigene Macht auszubauen. Dazu kommen begründete Ängste in der derzeitigen politisch-ökonomischen Krise. Im Rahmen des Symposiums wird dieser weite Themenbereich von vielen Seiten beleuchtet.

Orban, Flüchtlinge und politischer Rechtsruck

Eröffnungsredner ist der Journalist und Ost-Experte Paul Lendvai. Der Titel seines Referats am Donnerstag, 27. Oktober, um 19 Uhr: „Viktor Orbáns Ungarn. Sehnsucht nach dem großen Mann“.

Tags darauf ist ab 15.30 Uhr Paul Michael Zulehner am Wort: Zwischen Ärger und Zuversicht. Die vielen Flüchtlinge machen uns besorgt“, lautet der Titel seines Vortrages, auf den ein Referat von Franz Schuh folgt (“Das freie Wort. Eine Hommage an die Leserbriefschreiber der Kronen Zeitung“). Im Anschluss sprechen Gestalttherapeutin Ruth Becker über „Das ängstliche Selbst“ und Walter Ötsch leuchtet wirtschaftliche und kulturelle „Hintergründe zum Rechtsruck in Europa und in den USA“ aus. Den Abschluss bildet um 20 Uhr Andreas Grubers Film „Hannas schlafende Hunde“, der einen Einblick in die Nachwirkungen der Nazi-Zeit in den 1960er Jahren gibt, und ein Gespräch mit dem Regisseur.

Populismus und Politik der Vernunft

Der Samstag beginnt um 15.30 Uhr mit dem Schriftsteller Knut Boeser: „Fürchte die Angst, aber habe keine Angst vor der Furcht“, ehe sich Soziologe Christian Fleck der „Populismusfalle“ widmet. Der Journalist Otmar Lahodynsky referiert über „Einschränkungen von Presse- und Meinungsfreiheit und die Rolle der (neuen) Medien in Kriegs- und Krisensituationen“, es folgt ein „Plädoyer für eine europäische Politik der Vernunft“ des Politikanalysten Anton Pelinka. Nahost-Expertin Karin Kneissl spricht ab 20 Uhr „Zur politischen Situation im Nahen Osten“.

Zukunftsängste, soziale Netzwerke und „2084“

Bereits um 10 Uhr findet der erste Sonntags-Vortrag statt: Christian Schacherreiter spricht über „ Zukunftsangst und Schulreform“. Der Kulturwissenschafter Lutz Ellrich spricht über die „Ängste in der Spätmoderne. Von der erschöpften zur furchtsamen Gesellschaft“. Dem Rassismus in sozialen Netzwerken widmen die Diskurs-Experten Jürgen Spitzmüller und Christian Bendl ihren Vortrag um 11 Uhr. Ab 14 Uhr analysiert der Gmundner Literaturforscher Klaus Kastberger Ödön von Horvaths Biografie vor dem Hintergrund des Nationalsozialismus. Es folgen Christoph Leitgeb, der über den kulturellen Umgang mit Angst spricht, und Literaturkritiker Anton Thuswaldner, der Boualem Sansals Roman „2084“ vorstellt - eine Art „verschäftes 1984“. Den Abschluss macht um 16 Uhr Stefan Slupetzky mit einer Lesung aus seinem aktuellen Roman „Der letzte große Trost“.

Eintritt kostenlos

Die Vorträge werden immer wieder durch Diskussionsrunden mit Moderator Peter Huemer und Franz Schuh ergänzt. Der Eintritt zu den meisten Veranstaltungen tagsüber ist kostenlos, lediglich für die Veranstaltungen mit Andreas Gruber und Karin Kneissl werden je 10 Euro eingehoben.

Infos: www.kulturvermerke.at


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