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BAD ISCHL/HALLSTATT. Unter dem Motto „Unter Tag/Underground“ kommt das Festival der Regionen 2021 ins historische Salzkammergut, nach Bad Ischl und Hallstatt – drei Jahre vor Bad Ischls großem Auftritt als europäische Kulturhauptstadt. Die Entscheidung, in die Region zu gehen, sei aber schon vor der Ernennung gefallen, betont der künstlerische Leiter Airan Berg.

Hallstatts Bürgermeister Alexander Scheutz (v. l.), Festival-Obfrau Susanne Blaimschein, die kaufmännische Leiterin Andrea Hummer, LH Thomas Stelzer, Bad Ischls Kulturstadträtin Marija Gavric und der künstlerische Leiter Airan Berg. Foto: Land OÖ

„Ich habe schon Regionen erlebt, die den Titel nicht gewonnen haben. Aber es wäre doch schade, wenn die ganze Vor­arbeit verloren ginge. Wir wollten bereit stehen, um die Region aufzufangen und die positive Energie, die da ist, in einem natürlich viel bescheideneren Rahmen zu kanalisieren“, erklärt Berg. Umso spannender sei es natürlich, dass Bad Ischl tatsächlich Kulturhauptstadt geworden ist.

Mehrwert für beide Projekte

Das Festival der Regionen will Spuren hinterlassen, „und welch stärkere Form der Nachhaltigkeit kann es geben, als dass die entstandenen Projekte im Rahmen einer Kulturhaupstadt weiterleben können“. Zudem profitiere man von der Aufbruchstimmung, der positiven Stimmung im Bezug auf Kunst und Kultur, und natürlich von der Vernetzungsvorarbeit.

Genauso sei das Festival der Regionen aber auch ein Mehrwert für die Kulturhauptstadt. „Nach der Freude über die Ernennung entsteht bei der Öffentlichkeit oft das Gefühl, dass sich nichts tut. Diese Erfahrung machen alle Kulturhauptstädte. Durch das Festival der Regionen verkürzt sich diese Vorbereitungszeit, da Projekte schon früher beginnen und das Gefühl der Dringlichkeit, dass etwas anfangen muss, können wir gut für uns nutzen“, so der künstlerische Leiter. Er sieht das Festival als Testlauf in Miniatur, für die Region, die Infra­struktur, die Menschen, die dort leben und arbeiten.

Freude in der Region

„Ich freue mich, dass unsere Region auf dem Weg bis 2024 um ein weiteres kulturelles Spektakel bereichert wird“, so Marija Gavric, Kulturstadträtin von Bad Ischl. Sie sieht das Festival als perfekte Ergänzung. Man dürfe beide Vorhaben nicht getrennt oder gar konkurrierend sehen, sondern als Synergie. Oberste Priorität hat für sie dabei aber die Einbindung der Bevölkerung wie auch aller Gesellschaftsschichten, etwa mit einem Pay-as-you-can-Eintritt.

Hallstatts Bürgermeister Alexander Scheutz sieht in dem Festival die Chance, endlich vom Synonym für Overtourismus wegzukommen: „Wir sind mehr als nur Tourismus. Hallstatt hat eine jahrtausendalte Kultur, die kaum wahrgenommen wird. Wir sind etwa eine Außenstelle des Naturhistorischen Museums Wien.“ Klar treffe das Thema Unter Tag auf Hallstatt als Bergmannsort perfekt zu, er hofft aber auch auf eine Einbindung des Unter-Tag-Tourismus. Denn in Hallstatt machen vor allem Tagesgäste halt. 

Von der Auswahl der Festivalregion zu Beginn überrascht war Landeshauptmann Thomas Stelzer: „Ich gestehe ganz öffentlich, dass ich kurz geschluckt habe, so nach dem Motto „Aha, da haben wir doch schon was anderes vor““. Die Entscheidung obliege aber einzig der Festivalleitung. Zudem seien ihm die Beweggründe für die Wahl ersichtlich. Deshalb: „2024 wird für uns eine große Herausforderung und auch dem Weg dorthin wollen wir besonderes Augenmerk schenken. Das Festival der Regionen wird nun ein Stück dieses Weges sein.“

„Unter Tag / Underground“

Mit dem Thema „Unter Tag / Underground“ greift das Festival einen Begriff auf, der die Lebensrealität vieler Menschen, die in den Bergwerken des Salzkammerguts gearbeitet haben, widerspiegelt. Dieser historische Bezug dient als Ausgangspunkt, soll aber um Dimensionen jenseits des Zusammenhangs mit Bergbau erweitert werden. Mögliche Assoziationen sind etwa Widerstandsaktivitäten, Verbesserungsmöglichkeiten für Arbeits- und Lebensbedingungen, aber auch Unter-Tags- und Über-Nacht-Tourismus, die Auswirkungen der Klimaveränderung wie auch die Präsentation der lokalen Undergroundkultur.

Open Call für KulturNauten

Neu ist die Art der Ausschreibung. Gesucht sind wieder lokale bis internationale Kulturarbeiter und Künstler aller Sparten, jedoch sollen diese keine fertigen Projekte einreichen. „Wir haben uns überlegt, die Künstler in die Region einzuladen, wo sie mit der Bevölkerung in Kontakt treten, deren Wünsche und Bedürfnisse erforschen und aus diesen Rechercheergebnissen heraus erst Projekte entwickeln sollen“, erklärt die kaufmännische Leiterin Andrea Hummer. Man wollte dieses Mal einen Schritt weiter gehen und die Partizipation, von der das Festival seit jeher lebt, schon bei der Entwicklung passieren lassen und nicht erst bei der Umsetzung.

Für die Teilnahme braucht es ein Motivationsschreiben, in dem die Künstler etwa erklären, was sie an der Region und dem Thema interessiert und welche Assoziationen sie damit verbinden. Eine Bewerbung ist bis 23. März 2020 möglich.


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