Großkrippe des „Bildhauer-Popstars“ Josef Untersberger aus Gmunden

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Daniela Toth Daniela Toth, Tips Redaktion, 25.11.2020 15:13 Uhr

GMUNDEN. Regelrechte „Popstars“ waren Josef Untersberger und sein Sohn Josef August alias „Giovanni“ gegen Ende des 19. Jahrhunderts weit über ihre Heimat Gmunden hinaus. Bei der heurigen Krippenausstellung ist eine noch nie gezeigte Untersberger-Großkrippe zu sehen.

Vater Josef Untersberger (1835 – 1912), ein begabter Holzbildhauer, konnte sich der Aufträge für seine neugotischen Altäre kaum erwehren. Rund 170 davon schuf er zusammen mit den Kunsthandwerkern seiner Gmundner Werkstätte. Viele Pfarrgemeinden, Orden und sogar Königshäuser orderten Sakralkunst, Marke Untersberger. Für die Malerei war Sohn „Giovanni“ (1864 – 1933) zuständig. Seine Darstellungen der Heiligen Familie im Nazarener-Stil hielten als Drucke massenhaft Einzug in die Haushalte frommer Menschen.

Vater Josef Untersberger schuf natürlich auch Krippendarstellungen. Eine davon ist das Highlight der heurigen Krippenschau im K-Hof Kammerhof Museum. Die fein gearbeiteten, 35 bis 40 Zentimeter großen Figuren der noch nie gezeigten Großkrippe illustrieren das Geschehen rund um die Geburt Christi weit über die Heilige Nacht hinaus – bis hin zur Darstellung im Tempel oder zur Flucht nach Ägypten.

Detail am Rande: Von Josef Untersberger sen. existiert keine Fotografie, aber er und sein Sohn verewigten sich in der Gmundner Spitalskirche, die sie auch gemeinsam künstlerisch ausstatteten. Aus dem linken und rechten Rand des Hochaltares ragen seitlich ihre Porträtköpfe heraus.

300 Jahre Salzkammergut-Krippen

Im Salzkammergut ist die Krippentradition – forciert von den Jesuiten in der Gegenreformation – seit gut 300 Jahren überaus lebendig. Als Vorbild dienen bis heute barocke Kunstwerke, so unter anderem der Dreikönigsaltar von Thomas Schwanthaler in der Gmundner Stadtpfarrkirche. Das K-Hof Kammerhof Museum besitzt eine der wertvollsten Krippensammlungen Oberösterreichs. Deren Bandbreite reicht von einfachen Ton- und Eck-Krippen mit sogenannten „Loahmmanderln“ bis hin zu den kunstvoll geschnitzten Barock-Krippenfiguren aus der Schwanthaler-Dynastie.Insgesamt werden heuer auf zwei Etagen 55 Krippen ausgestellt.

Die Ausstellung wird mit Ende des Lockdowns zugänglich sein und voraussichtlich bis Ende Jänner dauern.

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