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GMUNDEN. Die Kulturhauptstadt 2024 wirft ihre Schatten voraus: Einer Idee Franz Welser-Mösts folgend, lancieren die Salzkammergut Festwochen Gmunden bereits heuer eine „Hausmusik-Roas“ (-> die Tips hat berichtet). Was dabei konkret geplant ist? Tips hat bei dem aus Linz stammenden und in Seewalchen lebenden Künstler nachgefragt.

Franz Welser-Möst Foto: Robert Neumüller
Franz Welser-Möst Foto: Robert Neumüller

Tips: Herr Welser-Möst, warum ist Ihnen die Hausmusik so wichtig? Was möchten Sie mit der „Hausmusik-Roas“ erreichen?

Franz Welser-Möst: Ich habe da einiges kennen gelernt: die Pascher in Bad Aussee, die Krauthäupl Musi in St. Georgen. Heute ist oft jeder mit seinem iPhone beschäftigt. Die Musik bietet eine tolle Möglichkeit, zu kommunizieren, Freude miteinander zu erleben. Gerade das Salzkammergut hat seit Jahrhunderten eine reiche Tradition in diesem Bereich. So etwas gibt es nicht überall – und das sollte man bei der Kulturhauptstadt auch herzeigen. Ich beziehe das nicht nur auf die Volksmusik: Wichtig ist das kommunizierende Element, das miteinander Musizieren. Das kann Pop sein oder Rock oder was auch immer.

Tips: Wie darf man sich die Veranstaltung konkret vorstellen: Die Gäste schlendern durch Gmunden und können bei verschiedenen Häusern hineingehen und einfach zuhören – oder sogar mitspielen?

Welser-Möst: Heuer werden wir die Veranstaltungen Open Air abhalten, wegen Corona. Langfristig wäre es aber so gedacht, dass zum Beispiel ein Bauer in seinen Stadel einlädt, oder man trifft sich in einer Höhle oder wo auch immer. An einem schönen, netten Ort – und dort wird gemeinsam musiziert. Vielleicht entwickelt sich eine Art „Musizierbörse“ im Internet, wo Leute ausmachen: „Treffen wir uns und musizieren gemeinsam.“ Inspiriert hat mich die Ebenseer Kripperlroas. Ich stelle mir das so vor: Man sitzt in einem Wohnzimmer, drei Leute spielen und sieben hören zu. Das ist natürlich ein ganz anderes Musikerlebnis als zum Beispiel bei einem Konzert im Toscana Congress.

Tips: Das Kulturhauptstadtjahr 2024 ist – noch – weit weg. Warum startet das Projekt schon jetzt?

Welser-Möst: Die Hausmusik-Roas soll ein Schneeballsystem werden. Immerhin hat sich gerade die Kulturhauptstadt 2024 selbst den Anspruch gestellt, Prozesse in Gang zu setzen. Es wäre schön, wenn das Projekt weiter wächst, Gemeinde für Gemeinde. Ich erinnere mich an die Klangwolke: Das haben am Anfang viele nicht verstanden – und heute ist sie nicht mehr wegzudenken.

Tips: Sind Sie auch selbst im Rahmen der Initiative zu hören?

Welser-Möst: Nein. Ich habe die Idee gehabt und bin Botschafter des Projekts. Ich werde aber sicher zum einen oder anderen Termin hingehen und einfach Freude daran haben. Das ist nicht das Metier, in dem ich mich bewege – aber der Nährboden, auf dem ich gewachsen bin.


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