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Hirnforscher diskutierten in Gmunden neue Erkenntnisse
GMUNDEN. Zum bereits siebenten Mal tagten in Gmunden Experten im Seeschloss Ort zum Thema „Neuro-Informationssysteme“. Topthemen waren diesmal Internetsucht und das messen von Emotionen bei der Informationsverarbeitung.

Mehrere Vorträge befassten sich mit dem Phänomen „Technostress“ – eine Stressform, die durch die zunehmende Nutzung von Informations- und Kommunikationssystemen verursacht wird. So hätten Studien ergeben, dass Studenten bereits alle elf bis zwölf Minuten ihre Handys betätigen, um aktuell informiert zu sein. „Unter diesen Umständen ist keine konzentrierte Aufnahme von Lerninhalten möglich“, sagt Christian Montag von der Universität Ulm, der sich den entsprechenden Folgen für Individuen und Gesellschaft widmet. Noch bestehe aber keine endgültige Diagnose, ob es sich bei „Technostress“ schon um eine Krankheit handelt. „Es gibt aber ähnliche Hirnauffälligkeiten wie bei ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom) oder Depressionskrankheiten. Kennzeichen sind Unachtsamkeit, Impulsivität und Wechselhaftigkeit“, so Montag. Peter Walla von der Webster University Vienna forscht an der Messung menschlicher Emotionen. Auch hier gab es wesentliche Erkenntnisfortschritte. Oft stoßen herkömmliche Befragungsmethoden bei Interviewpartnern an ihre Grenzen und kommen an die unbewusste Seite der Emotion nicht heran. „Die Sprache hat dafür keinen Zugang“, so Walla. Er beschäftigt sich daher mit Methoden, die die unbewusste affektive Informationsverarbeitung „anzapfen“ und sichtbar machen.


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