Weite Umwege wegen Brückenbau bringen Probleme für ältere Taxi-Benützer
GMUNDEN. Ältere und in ihrer Mobilität eingeschränkte Leute, die oft mit Taxi in der Stadt unterwegs sind, müssen aufgrund der Traunbrücken-Baustelle teilweise weite Umwege in Kauf nehmen. Die Folge: Sie müssen für ihre Fahrten bis zu doppelt soviel bezahlen wie vorher. Die Stadtgemeinde will mit Gutscheinen Abhilfe schaffen.

In der Bauphase zwischen Graben und Rathausplatz konnten Taxis noch den „Notweg“ benutzen. Seitdem die Bauarbeiten in der Kammerhofgasse gestartet wurden, haben aber vor allem jene Taxi-Kunden Probleme, die in den Ortsteilen Traundorf, Weyer oder Schörihub wohnen. Für sie ist die Fahrt ins und aus dem Ortszentrum eine kostenspielige Angelegenheit geworden. „Teilweise müssen sie für eine Fahrt statt sechs jetzt bis zu 20 Euro zahlen. Gerade für gehbehinderte und einkommensschwache Personen, die auf diese Fahrten angewiesen sind, ist das ein großes Problem“, sagt FP-Vizebürgermeisterin Beate Enzmann. Mit dem Bus könne man nur bis zum Klosterplatz oder mit großem Zeitverlust bist zur Habertstraße fahren. Zudem starten diese Woche die Bauarbeiten direkt auf der Traunbrücke. Nach Fertigstellung der Arbeiten in der Kammerhofgasse Ende November ist eine Einbahnregelung nur stadtauswärts geplant. Einzig Einsatzfahrzeuge haben dann mittels Ampelregelung die Möglichkeit, über die Traunbrücke ins Stadtzentrum zu gelangen.
Gutscheine für Taxifahrten
Wenn es schon dafür keine Ausnahmeregelung für Taxis gibt, will die FPÖ bestimmten Personengruppen günstigere Taxifahrten ermöglichen. „Wir denken da an Pflegegeldbezieher, Besitzer von Behindertenpässen und einkommensschwache Personen. Gedacht ist an Gutscheine für jeweils zwei Taxifahrten pro Monat“, so Enzmann. Das Budget dafür müsse man natürlich deckeln. Ein entsprechender Antrag wurde bei der Gemeinderatssitzung am Montagabend mehrheitlich (35 Ja-Stimmen, 2 Enthaltungen) angenommen. Der Betrag wurde für 2016 mit 5.000 Euro gedeckelt. Pro Person werden maximal zwei Gutscheine im Monat zur Verfügung gestellt. “Für Arzt- und PKA-Besuche gibt's ohnehin einen Transportschein, den man auch für das Taxi nützen kann“, betonte SP-Verkehrsstadtrat Wolfgang Sageder.
Taxler mit schweren Einbußen
„Die Situation ist für uns wirklich schlimm. Wir haben extreme Einbußen, locker 50 Prozent“, sagt auch Taxifahrerin Blerina Guri. Sie begrüßt natürlich jede Initiative, älteren Menschen die gewohnten und benötigten Taxifahrten zu ermöglichen. „Egal welche Maßnahme, aber irgendetwas muss geschehen. Es geht um die rund 10 Euro, die jetzt die Fahrten mehr ausmachen. Bei Härtefällen können auch wir einen Beitrag leisten“, so Guri.


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