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GMUNDEN. Mit seiner Fotobroschüre unternimmt der Gmundner Heimatforscher Hans Wagneder einen Streifzug durch die Umbruchszeit der Schifffahrt auf dem Traunsee. Er schildert darin die Ablöse der Salzschifffahrt durch die touristischen „Schifferlfahrer“.

Bau eines der letzten "Trauner" Foto: Archiv Wagneder
  1 / 2   Bau eines der letzten "Trauner" Foto: Archiv Wagneder

Jahrtausende war die Traun-Schiffahrt ein geachtetes und einträgliches Gewerbe gewesen. Ihr von der Eisenbahn herbeigeführtes, abruptes Ende bekommt in diesem Bild-Essay Gestalt und Gesicht. Hans Wagneder schildert die Umwälzung nicht mit der epischen Breite professioneller Historiker, sondern mit einigen lebendigen, erdigen Episoden und Details.

Nervige Arbeitsgesänge und ein Gipfel für die Esplanade

Er erzählt beispielsweise vom Flößer „Sepperlmann“ (dem Urahn der Grünbergwirt-Familie) oder den Salzschiffern Franz „Schwammerl“ Oberleitner und Ernst „Wichti“ Steinkogler, die mit ihren Gefährten – Floß und „Trauner“ – als Letzte den Traunfall-Kanal hinunter geschrammt waren und danach notgedrungen umgesattelt hatten. Sie und viele andere wurden Seefiaker, Schifferlfahrer, die Touristen auf und über den See ruderten oder ihnen Boote liehen.

So zeigt Wagneder etwa noch einmal den Bau eines der letzten „Trauner“ (siehe großes Foto), das für Bootsausflüge beliebte Seeufer-Gasthaus „Zum König von Hannover“ beim ehemaligen Kalkwerk und zitiert die Arbeitsgesänge, die beim händischen Pilotenschlagen so lange wiederholt wurden, bis der genervte „Schwan“-Wirt einen Doppelliter spendierte. Auch dass für den Bau der ersten Esplanade der Gipfel des Hochkogel abgetragen und auf Schotterrutschen in den See hinab gelassen wurde, erfährt der Leser der Broschüre. Zudem schildert Wagneder die typische „Schifferlbuam“-Karriere und erinnert an Hochwasser- und Sturmkatastrophen, die am Traunsee im kollektiven Gedächtnis hängen geblieben sind.

Autor: Ein „Wasserer“ und „Schifferlbua“

Hans Wagneder war prädestiniert für die „Seefiaker“-Recherche. Denn der pensionierte „Wasserer“ (Mitarbeiter der Städtischen Wasserversorgung) war selber „Schifferlbua“ gewesen. Er ist im Kammerhof aufgewachsen. Sein großes lokalhistorisches Fotoarchiv machte ihn schon bei zwei Gmunden-Chroniken zum Mitarbeiter des Autors Altbürgermeister Erwin Herrmann.

Buchpräsentation im Rathaus am 20. September

Die Fotobroschüre wird am Mittwoch, 20. September, um 19 Uhr im Gmundner Rathaus präsentiert. Der lokalhistorische Fotoband ist im K-Hof, in der Bürgerservicestelle, bei KochLibri und in der Klosterplatz-Trafik um acht Euro erhältlich. Ein Teil des Erlöses geht an das Behindertenhaus Feichtlgut.


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