„Mentalität von Österreichern und Koreanern ist sehr unterschiedlich“
GMUNDEN/SEOUL. Im Rahmen eines Auslandsprogramms verbrachte Peter Neumann das Wintersemester in Südkorea. Tips hat den FH-Studenten über seine Eindrücke befragt – und auch darüber, wie sich das Uni-Leben durch den Corona-Virus verändert hat.

Seine Asien-Begeisterung hat Peter Neumann bisher schon zweimal nach China und einmal nach Thailand geführt. Kein Wunder, dass es den 22-jährigen Gmundner auch für sein Auslandssemester nach Asien zog: „Korea ist ein aufstrebendes Land – das ist natürlich interessant. Und außerdem ist dort der Lebensstandard vergleichbar mit Österreich“, erklärt Neumann seine Wahl.
Unterschiedliche Mentalität
Unterschiede zu daheim hat er etwa in der Mentalität festgestellt: „Im Vergleich zu Europa herrscht teilweise eine extreme Arbeitsmoral: Zwölf, 13 Stunden pro Tag sind normal. Als Ausgleich wird manchmal dafür auch ordentlich gefeiert.“ Auch der Uni-Alltag unterschied sich vom Gewohnten: „Während es in Österreich mehr darum geht, dass man alles versteht und anwenden kann, geht es in Korea viel ums Auswendiglernen – oft wortwörtlich. Das war für uns eine große Umstellung“, so der FH-Student.
Abseits des Uni-Lebens war Peter Neumann zumeist mit anderen Auslandsstudenten unterwegs, einer „bunten Gruppe aus Franzosen, Portugiesen, Deutschen und Mexikanern“. Gemeinsam wurden die unzähligen Sehenswürdigkeiten der Zehn-Millionen-Stadt Seoul erkundet, mehrfach traf man sich auch zu Wanderungen im nahe gelegenen Bukhansan-Nationalpark.
„Österreichisches Essen und Bier“ fehlte
Vermisst hat der 22-Jährige „vor allem Kulinarisches: österreichisches Essen, österreichisches Bier – und vielleicht auch die österreichische Gemütlichkeit“. Dennoch zog es ihn nach Abschluss seines Auslandssemesters noch für einen Monat durch Nordostasien: Gemeinsam mit einem Studienfreund bereiste er so unterschiedliche Länder wie Kambodscha und Singapur. Auch sein Berufspraktikum im nächsten Jahr würde Neumann gern „mit Asienbezug“ machen – am liebsten in den Branchen Verkehrslogistik oder Flugfahrtsmanagement.
Corona-Virus beendete Austauschprogramm
Vom Corona-Virus, der kurz nach seiner Heimkehr zuerst in China und wenig später auch in Korea erste Opfer forderte, war während seines Aufenthalts noch keine Rede, erzählt Neumann. Studienkollegen hätten ihm jedoch erzählt, dass das zweite Unisemester erst mit zwei Wochen Verspätung begonnen habe. „Vor allem für die französischen Studenten war es bitter: Als sie dann endlich doch hinfliegen konnten, hat sie Frankreich schon nach einer Woche wieder heim geholt und das Programm abgesagt.“ Was sich ebenfalls geändert habe: „Jetzt tragen alle Masken, vorher war das nicht der Fall.“


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