8. Medien.Mittelpunkts Ausseerland

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Thomas Leitner Tips Redaktion Thomas Leitner, 22.05.2022 14:16 Uhr

SALZKAMMERGUT. Die Rolle der EU, die Freiheit der Medien sowie die Geschichte der Ukraine waren einige der Themen an den beiden letzten Tagen des „8. Medien.Mittelpunkts Ausseerland.“
 

Die nationale und europäische Sicherheits- und Verteidigungsarchitektur war eines der Themen, die am zweiten Tag des Medien.Mittelpunkts Ausseerland zur Debatte standen. Karoline Edtstadler (Bundesministerin für EU und Verfassung) stellte sich dazu den Fragen von Ivo Mijnssen (Präsident der Auslandspresse in Wien). Die Ministerin sprach sich für die Erhöhung des Verteidigungsbudgets aus, „wobei diese Mittel natürlich auch richtig eingesetzt werden müssen.“ Nicht zur Diskussion steht für sie die Neutralität. Wobei in Bezug auf die Sicherheit in Europa auch die Erweiterungspolitik der EU eine wesentliche Rolle spiele. Hier will Edtstadler vor allem die Länder am Westbalkan schneller heranführen. Sollte die EU entscheiden, der Ukraine den Kandidatenstatus einzuräumen, „werde sich Österreich dem nicht in den Weg stellen“, sagte die Europaministerin.

Medienfreiheit in Zentral- und Osteuropa

Die Medienfreiheit ist ein Merkmal liberaler Demokratien. Allerdings wird diese seit Jahren auch in vielen europäischen Ländern immer mehr unterwandert. APA-Chefredakteur Johannes Bruckenberger lud dazu Susanne Glass (Bayerischer Rundfunk), Matthias Settele (CEO TV Markiza, Slowakei), Mirjana Tomić (Politikwissenschaftlerin, fjum) und Szabolcs Vörös (ungarischer Journalist, Válasz Online) zur Diskussion aufs Podium. Morde an Journalisten wie in den Niederlanden oder in der Slowakei seien die Spitze der Eskalation. Die Einschränkung der Pressefreiheit passiere allerdings auf verschiedenen Ebenen, so der gemeinsame Tenor. Festnahmen, Diskreditierungen oder auch „Shitstorms“ in den Sozialen Medien würden immer mehr zu einer Selbstzensur der Medienschaffenden führen. Was es braucht, um den Wert kritischen Journalismus zu vermitteln? Guten, faktenbasierten Content. „Und Geld“, fügte Tomić hinzu.

Energiepolitik – Europas Energiezukunft und Österreichs Rolle

Der Ukraine-Krieg hat Europa auch seine Energie-Abhängigkeit drastisch vor Augen geführt. In der von Martina Salomon (Chefredakteurin Kurier) geleiteten Diskussionsrunde erläuterten Michael Strugl (Verbund), Wolfgang Hesoun (Siemens AG Österreich) und Marie-Theres Thiell (MTT Connect) ihre Sichtweise zur europäischen Energiezukunft. Die Expert:innen plädierten für den Ausbau der erneuerbaren Energien. Der Krieg hat den Ausbau von fossilen sowie erneuerbaren Energieträgern befeuert. „Kurzfristig können Energieausfälle nur durch fossile Energieträger kompensiert werden“, erklärte der Verbund-Chef. Gebremst werde der Ausbau erneuerbarer Energie zu oft auch durch lange Prüfverfahren, waren sich die Expert:innen einig. „Im Nachhinein betrachtet muss man auch den gleichzeitigen Ausstieg Deutschlands aus Atomkraft und Kohle kritisch betrachten“, sagte Thiell.

Wer schafft die Arbeit?

„Märkte und Arbeitskräfte – Erfahrungen aus Ost und West“ diskutierten REWE International-Chef Christoph Matschke, Josef Buttinger von Hill International sowie Thomas Birtel, der Vorstandsvorsitzende der Strabag mit der stellvertretenden Standard-Chefredakteurin Petra Stuiber. REWE hat derzeit 4000 Jobs zu vergeben. Wie lässt sich der eklatante Mangel an Fachkräften lösen? „Nicht mit Arbeitskräften aus Osteuropa, diese Zeiten sind vorbei“, ist Buttinger überzeugt. Stattdessen sieht er die Lösung eher in der Rekrutierung von Menschen aus Nordafrika, beeinträchtigten Menschen sowie von über 50-Jährigen. Eine Meinung, die Birtel teilte: „In Flüchtende zu investieren zahlt sich aus. Die Motivation und handwerkliche Begabung dieser Menschen sind faszinierend.“

Der russische Aggressor und das ukrainische Volk

Den Abschluss des Medien.Mittelpunkts 2022 machte der Harvard-Professor Serhii Plokhy am Samstag. Im Königssaal des Bad Ausseer Kammerhofmuseums gab der Historiker einen Überblick über die Entwicklung der Ukraine. „Die Vorfälle am Maidan 2013 und 2014 sowie die Annexion der Krim haben dazu geführt, dass sich die junge Nation immer mehr in Richtung Europa orientiert hat.“ Spätestens seit dem Angriffskrieg Russlands habe der junge Staat zudem ein starkes Nationalgefühl entwickelt. Sein Appell an den Westen: „Es braucht einen neuen Marshall-Plan.“

 

 

 

 

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