Festwocheneröffnung: Jubiläumsgala anlässlich „150 Jahre Stadttheater Gmunden“

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Thomas Leitner Tips Redaktion Thomas Leitner, 23.06.2022 12:53 Uhr

GMUNDEN. Mit einer Jubiläumsgala wurden anlässlich „150 Jahre Stadttheater Gmunden“ die Salzkammergut-Festwochen Gmunden 2022 feierlich eröffnet.

Was für ein Fest! Es war ein ganz besonderer Abend, erstmals präsentierte sich das Ensemble der Salzkammergut Festwochen Gmunden und so feierten wir nicht nur das ehrwürdige Haus am Traunsee sondern auch ein Gründungskonzert. Es musizierten Musikerfreunde rund um die aus Ohlsdorf stammenden Geigerinnen Maria Ehmer sowie Anna Knopp und begeisterten das Publikum mit Werken von Richard Strauss (Sextett für Streicher aus der Oper Capriccio, op.85 (1941), Johannes Brahms (Allegro non troppo aus dem Sextett Nr.2, op.36 (1864/65) und Erich Wolfgang Korngold (Finale aus dem Sextett op.10 in D-Dur (1916).

Erich Wolfgang Korngold werden wir heuer anlässlich seines 125. Geburtstags auf vielfältige Weise ehren. Beispielsweise wenn Klaus Maria Brandauer am 13. August in der Lesung mit Musik „Alles nur ein böser Traum?“ Einblick in diese faszinierende Künstlerpersönlichkeit gewährt und anhand bekannter und unbekannter Quellen ein spannendes Porträt zeichnet. „Was für ein unglaublicher Komponist, als Wunderkind gefeiert, mit Auftragswerken der namhaftesten Zeitgenossen gefordert, hat er neben seiner Tätigkeit als klassischer Komponist und seinem Welterfolg „Die Tote Stadt“ die Filmmusik in Hollywood neu erschaffen und geprägt“, ist Christian Hieke, künstlerischer Geschäftsführer der Salzkammergut Festwochen Gmunden, begeistert. Mit der neuen Reihe Komponisten im Fokus möchten die Festwochen Musiker*innen, die einen engen Bezug zur Region haben mit ihren Werken und dem Leben dahinter genauer beleuchten.

Besonders begeisterte gestern der Virtuose des Theaters – Klaus Maria Brandauer, der Goethes Vorspiel auf dem Theater mit Leben erfüllte – ein Stück in dem der Theaterdirektor, der Dichter und die Lustige Person, nämlich der Schauspieler darüber streiten, was das Theater braucht, damit es lebt und Wirkung zeigt. Ein wunderbares Werk, geschaffen, um ein Theater zu feiern. Was Theater bedeuten kann und wie sich  die Salzkammergut Festwochen Gmunden künftig darin verorten, brachte die ehemalige Burgtheaterdirektorin Karin Bergmann, die ab heuer die Festwochenbereiche Literatur und Theater leitet, auf den Punkt, unter dem Titel „Das Theater ist eine jahrtausendealte Perversität in die die Menschheit vernarrt ist“, ein Auszug aus Thomas Bernhards Theatermacher, reflektierte sie nicht nur die Bedeutung des Theaters, sie erzählte auch wie sie als junger Mensch Theater erfahren hat: „(…) wie anregend, inspirierend und erregend es ist, wenn an einem öffentlichen Ort, auf der Bühne, von lebendigen Menschen zentrale Dinge verhandelt werden, die kühnsten Gedanken, die geheimsten Sehnsüchte, die größten innerlichen Nöte offen ausgesprochen werden, begreift man, dass alle Gedanken menschlich sind, egal, ob man sich ihrer schämt oder sie einen verwirren, man erkennt die Kraft, die Theaterkunst in sich birgt. Man lernt, das Aufgenommene zu reflektieren, weiterzudenken, die Schnittmengen zwischen sich selbst und der Welt zu verstehen.“

Schnitzler-Schwerpunkt

Ein Herzensprojekt: das Theater wieder mit Leben zu erfüllen! Dazu gibt es einen eigenen Schnitzler-Schwerpunkt. Vor 125 Jahren fand im Stadttheater Gmunden sogar die österreichische Erstaufführung von Schnitzlers Stück Freiwild statt, in Beisein des Autors. In diesem Jahr präsentieren wir dieses Stück erneut. Die junge Regisseurin Anna Stiepani wird den Text mit einem großen Ensemble, gemischt aus Studierenden der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien sowie bekannten Schauspieler*innen wie Marie-Luise Stockinger oder Markus Hering, als szenische Lesung einrichten.

Mit weiteren ausgewählten Werken Arthur Schnitzlers werden wir das Stadttheater und ganz Gmunden in diesem Sommer wieder mit Theater beleben, wie es Jahrzehnte lang üblich war. Im Zentrum steht die Aufführung seines Skandalstücks Reigen. Am 23. Juli feiern wir Premiere in der Inszenierung des jungen österreichischen Regisseurs Franz Xaver Mayr. Arthur Schnitzler erzählt darin vom Suchen, Verführen, Finden und Verfehlen in den flüchtigen sexuellen Affären, durch die er seine zehn Figuren taumeln lässt. Als zentraler Text der Moderne, überführt Reigen die große Unordnung zwischen Menschen in ein szenisches Rondo, das nichts von seiner Schärfe und seinem Witz eingebüßt hat.

Eines war gestern sehr deutlich zu spüren: Das Theater lebt vom Geist, der es erfüllt. Von den Menschen, die es leben, auf der Bühne und im Publikum. Vom Austausch und der Energie zwischen den Menschen.

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