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Der geheimnisvolle Wiesensee ist wieder da

Online Redaktion, 02.05.2023 08:54

EBENSEE. Das ohnehin für seinen Seenreichtum bekannte Salzkammergut wird in diesen Tagen um ein zusätzliches Gewässer erweitert. Ein Naturschauspiel, der Wiesensee, bereichert die Landschaft: der Wiesensee bei der Mittereckeralm.

 (Foto: Hörmandinger)
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Wandern, verweilen und staunen über das Naturschauspiel Wiesensee, so lautet die Devise seit dem verlängerten Wochenende in Ebensee. Zahlreiche Naturliebhaber pilgerten am gestrigen Staatsfeiertag zum Mittereckerstüberl in Ebensee. Denn: Der Wiesensee ist wieder da.

Rund zwei Hektar große Wasserfläche, bis zu drei Meter tief

Ein Naturschauspiel, welches als Phänomen anmutet, zeigt sich alljährlich im Frühling nahe dem Mittereckerstüberl am Fuße des Hochkogels.Wie von Zauberhand gelenkt, entsteht, oft über Nacht ein See - von Einheimischen „Wiesensee“ genannt, mit einer Größe von rund zwei Hektar, welche von Jahr zu Jahr variiert. Der See hat eine Wassertiefe von bis zu drei Metern.  Nach wenigen Tagen verschwindet der Wiesensee auf dieselbe geheimnisvolle Art und Weise, wie er entstanden ist. Auch heuer wieder ist es ein beeindruckender Anblick, Wald und Wiesen im glasklaren Wasser zu beobachten. Zahlreiche Wanderfreunde „pilgern“ daher in diesen Tagen zum Wiesensee im Hochkogelgebiet. 

Erwin Zeppetzauer, ehemaliger Langzeit-Obmann (30 Jahre) der Naturfreunde Ebensee, und nun als Wegwart unermüdlich im Einsatz, zu diesem Naturschauspiel: “Dieser See ist ein einzigartiges Naturphänomen. Der Wiesensee begleitet mich mein ganzes Leben lang. Die Begeisterung der Besucher, wenn diese staunend am Ufer dieses Zaubersees stehen, ist faszinierend!“

Hinter dem Phänomen steckt ein „Toteisloch“ aus der letzten Eiszeit

Geologen haben eine Erklärung für den Wiesensee. Sie sprechen von einem sogenannten „Toteisloch“. Ablagerungen am Ende der Eiszeit haben eine abgeschlossene Hohlform gebildet, ähnlich einer dichten Wanne. Zur Zeit der Schneeschmelze auf den umliegenden Bergen ist der Wasserzufluß größer als die eingeengten  Erosionsrinnen, die als Abfluß dienen. So entsteht alljährlich der Wiesensee beim Mittereckerstüberl.

Der einzigartige See ist von Jahr zu Jahr unterschiedlich groß. Geht die Schneeschmelze langsam vor sich, ist der Wiesensee kleiner oder überhaupt nicht zu sehen. Heuer, wo die Schmelzwassermenge nach den eher geringen Schneefällen des vergangenen Winters nicht sehr groß ist, zeigt sich  das Naturschauspiel in „ Normal - Größe“.

Nach wenigen Tagen verschwindet der See wieder

Viele Wanderer aus nah und fern, steigen jetzt zum Mittereckerstüberl auf, um einen Blick auf den geheimnisvollen Wiesensee zu werfen. Wer dieses besondere Naturschauspiel ebenfalls erleben möchte, sollte sich beeilen, denn zumeist nach wenigen Tagen verschwindet der Schmelzwassersee und  im Niederen Mitterecker treten wieder blühende Wiesen und unberührter Waldboden in Erscheinung. So, als wäre nichts geschehen!

von Reinhard Hörmandinger


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