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GMUNDEN/OHLSDORF. Maria Astner aus Ohlsdorf arbeitet in Gmunden in der Altenpflege und hat an Tips den folgenden Leserbrief geschickt.

 (Foto: Tips)
(Foto: Tips)

Als Pflegekraft mit über 20 Jahren Erfahrung in der Altenpflege erfüllt mich die aktuelle Situation in unseren Pflegeheimen mit tiefer Besorgnis und Traurigkeit. Warum muss es passieren, dass eine Demenzkranke wegläuft und nach Tagen nur noch tot gefunden wird? Solche tragischen Vorfälle sind ein schmerzhaftes Zeichen für die Missstände, die wir nicht länger ignorieren dürfen.

Altenheim-Bewohner verdienen einen geschützten Rahmen

Früher kamen Menschen ins Pflegeheim, um Gesellschaft zu finden oder Unterstützung im Haushalt zu erhalten. Heute ziehen nur noch jene ein, die nicht mehr zu Hause versorgt werden können, weil die Angehörigen überfordert sind und mobile Dienste oft nicht ausreichen. Dabei hat sich an der Menge an Pflegepersonal, das zur Verfügung steht, kaum etwas verändert. Diese Entwicklung zerreißt mir das Herz, denn unsere Bewohner verdienen einen geschützten Rahmen, der ihre Grundbedürfnisse nach Sicherheit und Geborgenheit wahrt.

Standardisierte Frühwarnsysteme und Gesetzesänderung

Um diese Missstände zu beheben, fordere ich die Einführung von standardisierten Frühwarnsystemen in allen Pflegeheimen, um das Weglaufen von Bewohnern zu verhindern. Darüber hinaus sollten Demenzgruppen mit geschultem Personal eingerichtet werden, um sowohl den Bewohnern eine sinnvolle Beschäftigung zu bieten als auch das Pflegepersonal zu entlasten. Zudem müssen bauliche Bereiche geschaffen werden, in denen Demenzerkrankte sich in einem geschützten Rahmen frei bewegen können.

Es ist entscheidend, dass auch die Führungskräfte den Mut aufbringen, Missstände offen anzusprechen und für bessere Rahmenbedingungen zu kämpfen. Ich fordere dringend gesetzliche Änderungen im Bereich der Langzeitpflege, um die notwendigen Ressourcen bereitzustellen und die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Die ständige Überforderung ist erdrückend, und es ist frustrierend, sich von der Regierung im Stich gelassen zu fühlen. Die Menschen, die wir betreuen, verdienen eine respektvolle und liebevolle Pflege, die sie schützt und wertschätzt.

Es ist an der Zeit, für ihre Bedürfnisse einzutreten und endlich etwas zu verändern.

Senden Sie Ihren Leserbrief an: redaktion-gmunden@tips.at oder per Post an „Tips“, Theatergasse 4, 4810 Gmunden Meinungen in Leserbriefen müssen sich nicht mit denen der Redaktion decken. Wir behalten uns vor, Briefe aus Platzgründen zu kürzen.


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