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Vorchdorf startet Klimastrategie „Vorchdorf 2030“

Emma Salveter, 09.02.2026 11:14

VORCHDORF. Die Gemeinde Vorchdorf hat ihre kommunale Klimastrategie „Vorchdorf 2030“ einstimmig beschlossen. Ziel ist es, die Klimaziele von Paris umzusetzen und den Ort schrittweise klimaneutral zu gestalten.

Bgm. Johann Mitterlehner, Elisabeth Reisenberger (Obfrau Umweltausschuss), LR Stefan Kaineder und Norbert Rainer (Klimabündnis-Geschäftsführer) (Foto: Land OÖ/Denise Stinglmayr)

Die Marktgemeinde Vorchdorf engagiert sich bereits seit vielen Jahren konsequent im Umwelt und Klimaschutz. Die Gemeinde ist seit langem in nachhaltigen Netzwerken aktiv und hat früh personelle Ressourcen für Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen in der Gemeindeverwaltung aufgebaut. 

Bereits 2012 wurde ein kommunales Energiekonzept erstellt, das 2018 aktualisiert wurde. Für dessen Umsetzung hat Vorchdorf den OÖ Energy Star 2019 erhalten. Ein Workshop zum Thema Klimawandelanpassung fand 2018 in der Gemeinde statt. Neben einer guten Anbindung des öffentlichen Verkehrs besteht in Vorchdorf auch seit dem Jahr 2024 die Möglichkeit, E-Carsharing zu nutzen. Der Gemeinderat hat im Februar 2023 einen Grundsatzbeschluss gefasst, bis 2027 den gesamten Strombedarf mit erneuerbaren Energien decken zu wollen.Die Klimastrategie „Vorchdorf 2030“ baut damit auf einer langjährigen Erfahrung auf undbündelt bestehende Aktivitäten erstmals in einem gemeinsamen, strategischen Rahmen.Unter der Leitung von Umweltausschuss-Obfrau Elisabeth Reisenberger wurde die neueKlimastrategie entwickelt, begleitet vom Klimabündnis OÖ und vom Land Oberösterreich im Rahmen des Programms „Paris wir kommen“ gefördert. Der Gemeinderat hat dieKlimastrategie „Vorchdorf 2030“ Anfang Dezember 2025 einstimmig beschlossen.

„Diese Strategie ist nicht nur ein Plan, sondern ein gemeinsamer Weg. Der Gemeinderat hatmit dem klaren Bekenntnis, dem Klimaschutz Priorität einzuräumen, ein starkes Zeichengesetzt – für Verantwortung, für Zukunftssicherheit und für Lebensqualität in unsererGemeinde. Sie wird uns helfen, konkrete Maßnahmen Schritt für Schritt umzusetzen – für ein lebenswertes und klimafittes Vorchdorf“, betont Bürgermeister Johann Mitterlehner.

Ziel und Schwerpunkte der Strategie

Die Strategie verfolgt das Ziel, Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel auf Gemeindeebene konkret umzusetzen. Im Fokus stehen klimafreundliche Mobilität, CO2-neutrale Energie und Gebäude, nachhaltiger Lebensstil, bewusste Beschaffung, Bodenschutz sowie Klimawandelanpassung. Vorrang haben Maßnahmen, die direkt in Vorchdorf umgesetzt werden können und die Lebensqualität vor Ort verbessern.

„Es freut mich sehr, dass Vorchdorf als gutes Beispiel vorangeht und zeigt, dass sich Klimaschutz auf kommunaler Ebene auszahlt. Mein Dank gilt allen Beteiligten in Vorchdorf sowie dem Klimabündnis Oberösterreich für die hervorragende Begleitung dieses Projektes“, so Umwelt- und Klima-Landesrat Kaineder.

Konkrete Maßnahmen und erste Ergebnisse

Die Klimastrategie „Vorchdorf 2030“ setzt auf praktische, lokal umsetzbare Maßnahmen in den Bereichen Energie, Mobilität, Ernährung, Bodenschutz und Klimawandelanpassung. Ziel ist, Klimaschutz und Lebensqualität direkt vor Ort zu verbessern.

Wichtige Maßnahmen im Überblick:

  • Energieeffizienz in öffentlichen Gebäuden: Austausch von Heizungen, Dämmmaßnahmen, kontrollierte Lüftungen und automatisiertes Monitoring.

  • Sichere und klimafreundliche Mobilität: Förderung von Rad- und Fußverkehr, Temporeduktionen an kritischen Stellen, Pedibus für Kinder, schrittweise Elektrifizierung der Gemeindefahrzeuge.

  • Bewusstseinsbildung: Klimabildung in Schulen, Bodenlehrpfade und Projekte zur Sensibilisierung für Natur und Nachhaltigkeit.

  • Nachhaltige Beschaffung und Ernährung: Verwendung regionaler Produkte und saisonaler Lebensmittel, Förderung der lokalen Wertschöpfung.

  • Bodenschutz und Raumplanung: Begrenzung des Bodenverbrauchs, Nachverdichtung, vorausschauende Planung von Grünflächen, Hochwasser- und Hitzeschutz.

  • Grünere öffentliche Räume: Begrünung, natürliche Beschattung, Schwammstadtprinzip und verpflichtende Begrünungskonzepte bei Bauprojekten.

  • Nachhaltige Gewerbegebiete: Integration von Energieversorgung, Grünflächen, Mobilität und sozialer Infrastruktur bereits bei der Planung.

Die Umsetzung erfolgt schrittweise, begleitet von Monitoring, jährlichem Reporting und Bürgerbeteiligung. Zuständig sind der Umweltausschuss und eine Klimastrategie-Beauftragte der Gemeindeverwaltung. Die Strategie ist dynamisch und wird laufend an neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Rahmenbedingungen angepasst.


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Alfred E.
Alfred E.
09.02.2026 14:04

Aussagen Pressekonferenz vs. gelebte Realität

Als Bürger habe ich an einigen Workshops teilnehmen dürfen und gratuliere nun zu der gelungenen Umsetzung der Klimastrategie durch den Umweltausschuss! Als einer der „zentralen Schwerpunkte“ ist also eine restriktive Umwidmung von Grünland in Wohnflächen sowie eine Nachverdichtung innerorts festgeschrieben worden – schriftlich dokumentiert in den heutigen Presseunterlagen. Ebenso wird darin unser Bürgermeister mit den Worten „die Strategie ist nicht nur ein Plan, sondern ein gemeinsamer Weg“ zitiert. Beschlossen hat der Gemeinderat das „als starkes Zeichen“ (O-Ton Bgm. Mitterlehner) Anfang Dezember, aber heute, nicht einmal zwei Monate später, hat man das im Raumordnungsausschuss wohl alles schon wieder vergessen, wenn man dem Gemeinderat tatsächlich eine zentrumsferne Umwidmung von rund 7000 qm bestem Grünland empfiehlt. Da kann man dann nur hoffen, dass die Gemeinderäte ein besseres Gedächtnis haben, wenn es um die tatsächliche Umsetzung gehen soll. Dann werden ALLE Bürgerinnen und Bürger (auch jene über 200 aus dem Kellerfeld, die mutmaßlich die Ortswasserleitung für das Projekt mit über 200.000 Euro für den Immo-Investor mitfinanzieren dürfen) feststellen können, ob sich z.B. die Grünen wie die Liste Vorchdorf bis dahin eine eindeutige Meinung zu derartigen Projekten bildet konnten und ob sich die Roten an ihre Forderung nach „leistbarem Wohnraum“ erinnern können. Am Paarlauf von Schwarz und Blau wird wohl weiterhin jedes gute Argument abprallen, da scheint es wohl andere Interessen zu geben. Einzig Pink als wahre Antreiber(in) der Klimastrategie sollte dazu wohl eine klare Meinung haben.