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Rohrbacher Bezirksjägertag zwischen Streckenlegung und Emotionen: Wieviel Mensch verträgt der Wald?

Martina Gahleitner, 09.02.2026 07:34

ROHRBACH-BERG. Die Rohrbacher Jägerschaft traf sich zur Streckenlegung über das vergangene Jagdjahr. Dabei kamen auch die Herausforderungen durch gesellschaftliche Veränderungen und die zunehmende Naturnutzung zur Sprache.

  1 / 27   Beim Bezirksjägertag standen auch viele Ehrungen auf dem Programm. Unter anderem erhielt Christian Deschka (GJ Peilstein) die selten verliehene Rebhuhnnadel. (Foto: Gahleitner)

Das Image der Jagd habe sich in den vergangenen Jahren stark verbessert, da sei man auf gutem Weg, ist Bezirksjägermeister Martin Eisschiel allen Jägern dankbar, denn „jeder Einzelne steht für das Erscheinungsbild der Jagd.“ Die Zukunft der Jagd wird aber auch von der Gesellschaft mitgeprägt und für die Jägerschaft wird es deshalb nicht einfacher: „Die Gesellschaft hat sich stark verändert, vieles wird kritisch hinterfragt. Vor allem steigt auch die Zahl der Naturnutzer.“ Hier brauche es Verständnis und Regeln für beide Seiten. Landesrat Christian Dörfel fand zu diesem Thema klare Worte: „Wir dürfen die Freizeitgesellschaft nicht aus der Verantwortung lassen – im Wald kann man sich nicht so aufführen, wie in der Stadt. Die Frage ist, wie viel Tourismus, wie viel Mensch verträgt der Wald? Es kann nicht der Freizeitspaß über dem Schutz des Lebensraums stehen.“

Wertvolles Ehrenamt

Über die bedeutende Rolle der Jagd waren sich alle Redner einig: Diese leiste nicht nur einen Beitrag für die Natur und den Tierbestand, sondern sei auch Brauchtum, wichtige Säule der Landeskultur und vor allem Verantwortung und „ehrenamtliche Arbeit zum Wohle der Gesellschaft“ (so Ministerin Claudia Bauer). Landesjägermeister Herbert Sieghartsleitner sprach die emotionale Seite an, die Antrieb für die Jäger ist. „Jagen darf keine oberflächliche Abhandlung sein, sondern muss trotz moderner Technik menschlich bleiben dürfen. Das Wild muss immer die Chance haben, sich entziehen zu können. Es muss also möglich sein, mit leerem Rucksack nach Hause zu gehen - dafür aber mit vollem Herzen.“

Abschussplan übererfüllt

Bei der Streckenlegung verwies Bezirksjägermeister Eisschiel insbesondere auf den zu 104 Prozent erfüllten Abschussplan beim Rehwild. Beim Schwarzwild wurden 266 Stück erlegt, was ein Zeichen für die hohen Bestände sei. Anders bei der Feldhasenstrecke (489 Abschüsse und 210 Fallwild), die „gravierend eingebrochen“ ist. „Hier müssen wir überlegen, wie wir den Bestand steigern und festigen können“, betonte Eisschiel. Zum Wolf hatte er nichts Neues zu berichten. Nur dass ob der vielen Sichtungen das Monitoring unbedingt notwendig sei.


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