Gedenken im Schatten der Stadtfeste: Wenn Männer ein Mahnmal zur Toilette machen
LAAKIRCHEN. Susanne Sammer hat Tips diesen Leserbrief geschickt.

Bei nahezu jedem größeren Fest – ob Fasching, Stadtfest oder andere Veranstaltungen – wird der gesamte Bereich rund um das Denkmal, selbst wenn er teilweise abgesperrt ist, von zahlreichen Männern ganz selbstverständlich als öffentliche Toilette benutzt. Das ist kein Gerücht, erst vor einigen Wochen im Fasching wieder erlebt.
Mir selbst war lange nicht einmal bewusst, dass sich beim Kriegerdenkmal überhaupt ein KZ-Denkmal befindet. Genau das zeigt, wie wenig sichtbar dieser Standort ist. Ein Erinnerungsort, der an die Opfer des Nationalsozialismus mahnt, darf nicht in einer Ecke stehen, die bei jedem Event zur Pissoir-Zone verkommt.
Gerade auch im Sinne des Mauthausen Komitee Österreich sollte es doch ein Anliegen sein, dem Denkmal einen Rahmen zu geben, der Respekt ermöglicht statt Respektlosigkeit begünstigt. Eine Verlegung in Richtung Friedhof wäre aus meiner Sicht keine Verdrängung, sondern eine längst überfällige Aufwertung — ein Ort der Ruhe statt ein Ort, an dem Erinnerung zwischen Bierständen und urinierenden Festbesuchern untergeht.
Wenn wir es ernst meinen mit dem Gedenken, dann müssen wir auch bereit sein, Konsequenzen zu ziehen.
Susanne Sammer
Attnang-Puchheim


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