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Ratscherbuben halten Brauchtum im Salzkammergut aufrecht

Mag. Lisa-Maria Laserer, 30.03.2026 17:30

EBENSEE. In der Karwoche übernehmen in Ebensee wieder die Ratscherbuben eine alte Aufgabe. Wenn die Kirchenglocken schweigen, ziehen die Buben mit hölzernen Ratschen durch die Ortschaften und erinnern die Bevölkerung an die Gebetszeiten. Der Brauch hat in der Traunseegemeinde eine lange Tradition und wird von der Jugend weitergeführt.

  1 / 7   Die Ratscherbuben von Ebensee mit ihren hölzernen Ratschen, bereit, den traditionellen Brauch in der Karwoche fortzuführen. (Foto: Hörmandinger)

Auch heuer sind Buben im Alter zwischen sechs und 16 Jahren als Ratscher unterwegs. Am Karfreitag und am Karsamstag ziehen sie mit Ratschen und Rumpeln von Haus zu Haus und übernehmen damit die Aufgabe der Kirchenglocken.

Religiöser Brauch mit langer Tradition

Der Brauch des Ratschenlaufens hat religiöse Wurzeln und wird in vielen Orten in Österreich gepflegt. Im Jahr 2015 wurde das „Ratschen in der Karwoche“ in das Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes in Österreich aufgenommen. Der Lärmbrauch entstand ab dem 18. Jahrhundert und wird seither in verschiedenen Formen praktiziert.

Im Salzkammergut werden vor allem Fahnenratschen und Rumpelratschen verwendet. Bei der Rumpel werden durch das Drehen einer Kurbel Hämmer im Inneren eines Holzkastens bewegt, wodurch der typische Lärm entsteht. Das Fahnl besteht aus einer Hartholzwalze, die beim Drehen gegen Holzleisten schlägt und das Ratschergeräusch erzeugt.

Sieben Einsätze von Karfreitag bis Karsamstag

Die Ratscherbuben sind vom Karfreitag am Morgen bis zur Osternacht am Karsamstag am Abend insgesamt sieben Mal im Einsatz. Dabei werden zu bestimmten Zeiten Gebete gesprochen.

Eine besondere Tradition pflegen die Rindbacher Ratscher, die am Karfreitag am Morgen am Traunseeufer ein großes Ratscherfeuer entzünden, das noch vor Sonnenaufgang angeratscht wird.

Am Karsamstag am Abend endet der Brauch und die Ratschen werden wieder für ein Jahr weggelegt. Die Ratscherbuben erhalten von der Bevölkerung für ihren Einsatz traditionell eine kleine Belohnung, früher in Form von Eiern oder Süßigkeiten, heute meist als Geldspende.


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