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GMUNDEN. Interessierte Besucher folgten der Einladung der Initiative „Vergissmeinnicht – Die Initiative für das gute Testament“ sowie der Österreichischen Notariatskammer zu einem kostenlosen Infoabend im Schloss Ort in Gmunden. Gemeinsam mit dem Notariat am Marktplatz Gmunden informierten Harald Haider und Johanna Köppl über Testament, Erbrecht und Nachlassregelung.

Markus Aichelburg, Notarsubstitutin Johanna Köppl und Notarpartner Harald Haider (Notariat am Marktplatz Gmunden) (v. l.) (Foto: VGMN)

Hintergrund der Veranstaltung ist ein großes Informationsdefizit in Österreich. Laut einer Umfrage im Auftrag von Vergissmeinnicht fühlen sich fast 60 Prozent der Bevölkerung wenig bis gar nicht über das geltende Erbrecht informiert. Weniger als ein Drittel der Menschen über 40 Jahre haben bislang ein Testament erstellt.

Kostenloses Erstgespräch empfohlen

„Es gibt jedes Jahr unzählige Fälle, in denen der letzte Wille Verstorbener nicht erfüllt werden kann, weil ein Testament vorliegt, das inhaltlich fehlerhaft ist oder den gesetzlichen Formvorschriften widerspricht“, erklärt Markus Aichelburg, Leiter von Vergissmeinnicht. Deshalb empfiehlt die Initiative allen Interessierten ein kostenloses Erstgespräch bei einem Notar.

Auch Notarpartner Harald Haider betonte die Bedeutung einer rechtzeitigen Nachlassregelung: „Die meisten Menschen haben verständlicherweise Ängste, sich mit dem eigenen Tod auseinanderzusetzen. Doch sind die persönlichen Vorstellungen der Nachlassregelung einmal gemeinsam besprochen und der letzte Wille formuliert, stellt sich meist große Erleichterung ein.“

Erbe für den guten Zweck

Immer mehr Menschen entscheiden sich laut Vergissmeinnicht dafür, einen Teil ihres Vermögens wohltätigen Zwecken zu widmen. Rund 2.000 Testamente pro Jahr kommen mittlerweile gemeinnützigen Anliegen zugute.

Im Jahr 2025 belief sich das Volumen solcher Vermächtnisse auf rund 122 Millionen Euro. Besonders häufig stammen diese Spenden von alleinstehenden und kinderlosen Personen.

Wie eine aktuelle Studie zeigt, kann sich inzwischen fast jede fünfte Person über 40 Jahre vorstellen, neben Angehörigen auch gemeinnützige Organisationen im Testament zu berücksichtigen. „Wir sehen zunehmend, dass sich auch Familien bewusst dafür entscheiden, einen Teil des Vermögens dem guten Zweck zu vermachen“, so Aichelburg.

Mehr Infos

Die Initiative Vergissmeinnicht informiert seit mittlerweile 14 Jahren österreichweit über die rechtlichen Anforderungen an Testamente sowie über die Möglichkeit, gemeinnützige Organisationen im Testament zu bedenken. Dazu bietet die Initiative unter anderem kostenlose Erbrechtsratgeber, Online-Videos und einen digitalen Testamentsrechner an.

Weitere Informationen sowie Termine kommender Veranstaltungen gibt es unter www.vergissmeinnicht.at.


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