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SOS-Kinderdorf Altmünster: Wie Sport und Bewegung die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen beeinflussen

Barbara Gröstlinger, 11.08.2026 18:00

ALTMÜNSTER. Bewegung, Naturerfahrungen und gemeinsames Spielen tragen wesentlich zur Entwicklung von Kindern und Jugendlichen bei. Im SOS-Kinderdorf Altmünster wurde im Zuge des Neubaus ein naturnaher Spielraum geschaffen, der daran anknüpft. Tips hat das Gelände besucht und mit den Verantwortlichen gesprochen.

  1 / 2   Die Kinder wollten unbedingt ein Piratenschiff am naturnahen Spielraum haben. (Foto: Tips/Gröstlinger)

Umgeben von Wald und Bäumen spielen im Außenbereich des SOS-Kinderdorfs in Altmünster nicht nur die derzeit 98 dort untergebrachten Kinder. Auch junge Menschen aus der Umgebung kommen mit ihren Fahrrädern zum Pumptrack oder nutzen die Schaukeln und weiteren Spielmöglichkeiten.

Der naturnahe Spielraum ist bewusst für alle zugänglich. „An manchen Tagen spielen hier oft 60 bis 70 Kinder, sowohl aus dem Kinderdorf als auch aus der Umgebung“, erklärt Projektleiter Johannes Scheck vom SOS-Kinderdorf. „Uns war wichtig, dass wir die Barrieren nach außen hin aufbrechen. Wir sind ein Teil von Altmünster und wir sind nicht anders. Das wollen wir damit auch zeigen“, so Scheck weiter.

Bewusst sprechen die Verantwortlichen nicht von einem klassischen Spielplatz, sondern von einem Spielraum. Im Mittelpunkt stehen nicht vorgegebene Abläufe, sondern das individuelle und freie Spiel.

„Viele Kinder, die zu uns kommen, weisen Entwicklungsrückstände auf. Manche haben zuvor noch nie mit Sand oder Wasser gespielt“, berichtet Scheck. Gerade solche grundlegenden Erfahrungen seien jedoch wichtig. Bewegung, Natur und gemeinsames Spielen fördern bereits in den frühen Lebensjahren die Motorik, das Selbstvertrauen und die sozialen Fähigkeiten.

Naturnaher Spielraum

„Wir haben hier am Standort Altmünster 176 Bäume stehen. Beim Umbau mussten nur zwei davon entfernt werden“, erinnert sich Johannes Scheck. Dadurch fügen sich die Außenbereiche direkt in die Umgebung ein und bieten auch bei sommerlichen Temperaturen viele schattige und kühle Plätze.

Realisiert wurde das Projekt gemeinsam mit Leader, der Gemeinde Altmünster und privaten Unterstützern. „Ohne diese Unterstützung wäre der Spielraum in dieser Form nicht möglich gewesen“, betont der Projektleiter.

Kinder planten mit

„Die Kinder vom SOS-Kinderdorf Altmünster sind bei der Konzepterstellung im Herbst 2023 aktiv mit einbezogen worden. Der große Wunsch der jungen, künftigen Spielraum-Gäste war ein Piratenschiff“, so SOS-Kinderdorfleiter Gerhard Pohl.

Heute ist das Piratenschiff ein beliebter Treffpunkt auf dem Gelände und Kinder schlüpfen beispielsweise in die Rollen von Kapitänen oder Matrosen. Dabei übernehmen sie Verantwortung, lösen Konflikte und lernen voneinander. „Rollenspiele sind ganz wichtig für die Entwicklung. So lernen Kinder spielerisch von etwas Älteren und gewinnen Selbstvertrauen und Mut“, erklärt Scheck.

„Fundamental für die Entwicklung“

Neben Rollenspielen spielt auch Bewegung im Allgemeinen eine zentrale Rolle. Sand greifen, Wasser stauen, klettern oder schaukeln: All das sei weit mehr als bloßer Zeitvertreib, sagt Scheck. Solche Tätigkeiten seien „fundamental für die Entwicklung“.

Die Kinder lernen dabei nicht nur ihre Umgebung, sondern auch ihren eigenen Körper und ihre Fähigkeiten besser kennen. „Was in den ersten paar Lebensjahren passiert, wirkt sich auf das gesamte Leben aus“, sagt Scheck.

Besonders beliebt ist auch der Pumptrack. Hier trainieren Kinder gleichzeitig den Gleichgewichtssinn, die Koordination und die Ausdauer. Zudem wird die Konzentrationsfähigkeit gefördert.

365 Tage geöffnet

Gerade ist es ruhig im SOS-Kinderdorf, denn viele Kinder sind in Ferienlagern oder auf Urlaub. Doch normalerweise tut sich auf den Plätzen immer etwas – auch im Winter. „Unsere Plätze sind 365 Tage geöffnet, lediglich das Wasser wird abgedreht“, erklärt Scheck.

Denn Bewegung helfe dabei, Gedanken zu ordnen und Emotionen zu regulieren. Besonders für die Kinder im Dorf Altmünster spielt das eine wichtige Rolle: „Die Kinder kommen oft mit einem sehr großen Rucksack zu uns. Den können wir ihnen leider nicht abnehmen, aber wir können Steine daraus nehmen.“


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