Pilotprojekt in Scharnstein: Lese- und Schreibkompetenzen für alle Schüler
SCHARNSTEIN. Rund zehn Prozent der Bevölkerung sind von Legasthenie betroffen. Die Marktgemeinde Scharnstein und die digiTNMS Scharnstein haben deshalb im Schuljahr 2025/26 ein Pilotprojekt zur gezielten Förderung von Schülern mit Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten umgesetzt.

„Wachsblädchen“, „werloss“ oder „etwikelt“: Schreibweisen wie diese können bei Kindern mit Legasthenie auftreten – unabhängig von ihrer Intelligenz. Damit betroffene Schüler ein sicheres Verständnis für Sprache entwickeln können, braucht es individuell abgestimmte Lernmaterialien und eine gezielte, kleinschrittige Förderung.
Pilotprojekt in Scharnstein
Genau hier setzte das Pilotprojekt der Marktgemeinde Scharnstein in Zusammenarbeit mit der digiTNMS Scharnstein an. Erstmals wurden internes und externes Einzeltraining sowie Kleingruppentraining miteinander vernetzt. Gleichzeitig wurden die Eltern stärker in die Förderung eingebunden.
Thema seit 20 Jahren
Die digiTNMS beschäftigt sich seit mehr als 20 Jahren mit dem Thema Legasthenie und hat mit Johanna Leitinger-Räuschl eine ausgebildete Legasthenietrainerin im Kollegium.
Im vergangenen Schuljahr besuchten 30 Schüler mit diagnostizierter Legasthenie die Schule, weitere 15 hatten Unterstützungsbedarf beim Lesen und Schreiben.
„Es ist uns ein großes Anliegen, Innovatives auszuprobieren. Wir sind als Schule offen für neue Lösungswege“, sagt Direktorin Margot Scherbaum.
Das im Pilotprojekt eingesetzte Fördermaterial eignet sich auch für Kinder mit Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten und Deutsch als Zweitsprache.
Legasthenie-Kernteam und Kooperation
Im Zuge des Projekts wurde außerdem ein Legasthenie-Kernteam gegründet und ein einheitlicher Umgang mit Legasthenie an der Schule festgelegt. Unterstützt wurde das Vorhaben von der Leader Traunsteinregion, der Fördergenossenschaft lebenswertes Almtal sowie den Legasthenietrainerinnen Maria Pernegger und Christa Öhlinger-Brandner.
Auch digitale Hilfsmittel spielten eine Rolle. Die Marktgemeinde will unter anderem den Ankauf spezieller Lesestifte unterstützen. „Als Gemeinde wollen wir allen Schülern die bestmögliche Unterstützung bieten“, sagt Bürgermeister Rudolf Raffelsberger (ÖVP).
Hilfe für andere Schulen
Die Ergebnisse und Unterlagen des Pilotprojekts sollen künftig auch anderen Schulen zur Verfügung stehen. Interessierte Schulen können sich bei Christa Öhlinger-Brandner unter christa@wortreich.info melden.








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