Tag des Denkmals: Lehárvilla gibt neue Geheimnisse preis
BAD ISCHL/WIEN. Historische Schätze bewahren und trotzdem lebendig halten: In Bad Ischl zeigt der Tag des Denkmals, wie spannend das kulturelle Erbe der Stadt ist.

Wie lässt sich Geschichte bewahren, ohne sie einzufrieren? Diese Frage steht beim Tag des Denkmals im Mittelpunkt. In Bad Ischl liefern die Lehárvilla und das Hotel Austria als Stadtmuseum zwei eindrucksvolle Antworten. Beide historischen Gebäude sollen nicht nur erhalten, sondern auch erforscht, vermittelt und für kommende Generationen erlebbar gemacht werden.
Fotoalbum liefert überraschende Erkenntnisse
Besonders authentisch ist die Lehárvilla. Franz Lehár kaufte sie 1912 und nutzte sie bis zu seinem Tod 1948 als Sommerwohnsitz. Er vermachte sie der Stadt mit klaren Auflagen: Sie sollte erhalten, als Museum betrieben und in ihrem Bestand unverändert belassen werden.
Wie viel es dort noch zu entdecken gibt, zeigt ein zufällig aufgetauchtes Fotoalbum. Historische Aufnahmen legen nahe, dass Lehár seine ursprünglich für ein Wiener Museum vorgesehene Kunstsammlung noch kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs nach Bad Ischl bringen ließ. Zu sehen sind auch Räume, die heute nicht mehr in dieser Form existieren – darunter der Gartensalon und das Gästezimmer für Richard Tauber.
Gemeinsam mit dem Landeskonservatorat für Oberösterreich wird nun daran gearbeitet, Möbel und Ausstattungsstücke wieder ihren ursprünglichen Räumen zuzuordnen. Gleichzeitig soll die Dauerausstellung erweitert werden. Unter dem Titel „Lehár klingt! – Die Operette neu entdecken“ ist ein interaktives Klangerlebnis vor allem für Kinder, Jugendliche und Familien geplant.
Museum wird Ausgangspunkt für Spurensuche
Einen anderen Weg geht das Stadtmuseum im Hotel Austria. Hier steht die Geschichte Bad Ischls im Zentrum – von Sommerfrische und Tourismus über Kur und Wirtschaft bis zur gesellschaftlichen Entwicklung. Besucher sollen anschließend historische Spuren selbst in Gebäuden, Straßen und Plätzen entdecken können.
Auch Digitalisierung spielt künftig eine größere Rolle. Lehárs Nachlass ist auf mehrere Orte verteilt, bedeutende Bestände befinden sich in Bad Ischl, Salzburg und Wien, aber auch in den USA. Diese sollen digital stärker zusammengeführt werden.
Das Ziel bleibt jedoch das unmittelbare Erlebnis: Historische Orte sollen keine erstarrten Kulissen sein, sondern lebendige Orte der Begegnung, an denen Geschichte auch für kommende Generationen greifbar bleibt.








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