Rotes Kreuz gibt Tipps für einen sicheren Sommer in Gmunden
BEZIRK GMUNDEN. Ein Sprung ins kalte Wasser nach stundenlangem Sonnenbaden, ein Kreislaufkollaps beim Wandern oder ein Kind, das am Badesee plötzlich untergeht. Mit den sommerlichen Temperaturen steigt auch die Zahl der Notfälle. Tips und das Rote Kreuz geben Tipps für einen sicheren Sommer.

Die Ferien haben begonnen und die Temperaturen steigen wieder. Das bedeutet für viele Kinder: Schultasche in die Ecke gestellt und Badetasche griffbereit gepackt. Besonders im Salzkammergut, denn die regionalen Seen glänzen mit ausgezeichneter Wasserqualität, wie aktuelle Messungen des Landes Oberösterreich zeigen.
Doch mit den heißen Temperaturen werden auch medizinische Notfälle häufiger. „Die meisten Sommernotfälle beginnen harmlos und werden unterschätzt. Dabei können wenige Minuten entscheidend sein. Wer weiß, was zu tun ist, kann Leben retten“, sagt OÖ. Rotkreuz-Präsident Gottfried Hirz.
Kinder besonders gefährdet
Hohe Temperaturen können den Körper rasch an seine Grenzen bringen. Besonders gefährdet bei Hitze sind Säuglinge, Kinder, ältere Menschen sowie Personen mit Vorerkrankungen. Auf diese Personen sollte aus diesem Grund besonders geachtet werden, so das Rote Kreuz.
Typische Anzeichen dafür, dass ein Hitzenotfall vorliegt, sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, ein hochroter Kopf, erhöhte Körpertemperatur und/oder Schüttelfrost.
Rasches Handeln wichtig
Wenn diese Symptome auftreten, ist es für Ersthelfer zunächst nicht entscheidend, zwischen einem Hitzeschlag oder einem Sonnenstich zu unterscheiden, weiß Roman Herndl aus dem Bezirk Gmunden, der als Erste-Hilfe-Verantwortlicher in der Rotkreuz-Akademie tätig ist: „Wichtig ist, rasch zu handeln. Schatten, Kühlung und ausreichend Flüssigkeit können verhindern, dass sich der Zustand weiter verschlechtert.“ Betroffene sollten umgehend an einen kühlen Ort gebracht, Kopf und Nacken mit feuchten Tüchern gekühlt und mit ausreichend Flüssigkeit versorgt werden. Bessern sich die Beschwerden nicht rasch, sollte medizinische Hilfe angefordert werden.
Ertrinken passiert oft lautlos
Neben der Hitze zählt auch Wasser zu den größten Gefahren des Sommers. Laut dem Kuratorium für Verkehrssicherheit zählt Ertrinken weiterhin zu den häufigsten tödlichen Unfallursachen bei Kindern und passiert oft schnell und leise.
„Viele Menschen stellen sich einen Ertrinkungsunfall laut und dramatisch vor. Tatsächlich passiert er oft nahezu geräuschlos. Vor allem kleine Kinder können innerhalb weniger Sekunden untergehen, ohne dass es jemand bemerkt. Aber auch Erwachsene können beispielsweise aufgrund eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls plötzlich und ohne Hilferufe unter die Wasseroberfläche geraten. Deshalb ist Aufmerksamkeit am Wasser so wichtig“, sagt Herndl.
Alarmzeichen
Ein Alarmzeichen ist, wenn Personen plötzlich untergehen, ungewöhnlich reglos im Wasser treiben oder am Beckenboden liegen. Wer vermutet, dass eine Person in Not geraten ist, sollte sofort weitere Personen aufmerksam machen, Hilfe organisieren und bei Rettungsversuchen stets auf den Eigenschutz achten.
Prüfen – Rufen – Drücken
Viele Menschen haben Angst, im Notfall etwas falsch zu machen. Diese Sorge ist unbegründet. Das OÖ. Rote Kreuz betont, dass Erste Hilfe einfach ist.
Das gilt auch bei Kindernotfällen: nach dem Prinzip „Prüfen – Rufen – Drücken“. Als Erstes soll geprüft werden, ob die Person reagiert beziehungsweise ansprechbar ist. Danach sollen sofort Rettungskräfte unter 144 verständigt werden. Falls die Person nicht normal atmet, ist sofort mit der Herzdruckmassage zu beginnen.
„Je früher die Rettungsleitstelle eingebunden wird, desto schneller kann professionelle Hilfe organisiert werden. Gleichzeitig erhalten Ersthelfer am Telefon konkrete Anleitungen für die nächsten Schritte“, sagt Herndl und fasst seinen wichtigsten Sommertipp kurz zusammen: „Viel trinken, Schatten suchen und bei einem Notfall nicht zögern.“
Erste-Hilfe-Kurse im Bezirk
Das Rote Kreuz im Bezirk Gmunden bietet laufend Grundkurse im Ausmaß von 16 Stunden sowie Kindernotfallkurse und Kurse für den Führerschein mit jeweils acht Stunden an. Die nächsten freien Plätze gibt es für alle Kurse ab September. Genauere Informationen gibt es unter www.erstehilfe.at.


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