Gmundner Milch: Mit weniger Milch und mehr Käse gegen die europäische Milch-Krise
GMUNDEN. Mit einem neuen Anlieferungsmodell und eine Marktoffensive will die Gmundner Milch der Krise des europäischen Milchmarktes begegnen. Die Maßnahmen wurden bei der Generalversammlung im Toscana Kongresszentrum präsentiert.

Europaweit wird derzeit deutlich mehr Milch produziert als verkauft kann. Die Folge sind stark sinkende Milchpreise. Um in diesem Umfeld bestehen zu können, setzt die 2800 bäuerliche Vertreter umfassende Genossenschaft einerseits auf geringere Liefermengen, weshalb schon vor Wochen ein „Liefermengen-Stabilisierungsmodell“ beschlossen wurde (die Tips berichteten).
Gmundner Käse in Deutschland
Gleichzeitig gelte es aber auch, den Absatz von Produkten mit hoher Wertschöpfung wie etwa Käse steigern, erklärte Gmundner Milch-Obmann Fürtbauer. Geschäftsführer Michael Waidacher konnte in diesem Zusammenhang einen Erfolg vermelden: Die Sorte „Gmundner Berg Premium“ ist ab Mai in rund 4000 deutschen Aldi-Geschäften vertreten. Mit einer 4,5 Millionen Euro-Investition in die Käserei wird daher derzeit die Reifungskapazität beim Käse von 55.000 auf 110.000 Stück ausgebaut. Überhaupt setzt man bei Gmundner Milch auf Internationalisierung: Rund die Hälfte der Produktion geht mittlerweile ins Ausland. Bei der Suche nach neuen Marktchancen sei aber auch die Politik gefragt, so Gmundner Milch-Obmann Fürtbauer.
Das neue Anlieferungsmodell, das einen geringeren Literpreis bei höheren Liefermengen vorsieht und „Unterlieferungen“ mit einem Aufpreis belohnt, wurde von den 500 anwesenden Genossenschaftern heftig diskutiert. Es soll, so Waidacher und Fürtbauer, in den nächsten Monaten auf seine Wirkung hin verfolgt werden - Ziel ist eine Reduktion der angelieferten Milchmenge um zehn Prozent, so Waidacher im Februar gegenüber der Tips. In Medien kolportierte große Milchmengen, die von Bauern „weggeschüttet“ werden müssten, seien jedoch nicht nachvollziebhar.


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