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Bezirk-Grüne kritisieren geplantes Betriebsbaugebiet an Gmundner Ostumfahrung

Hans Promberger, 07.12.2016 17:46

GMUNDEN. Die Stadtgemeinde sucht verzweifelt neue Standorte für expandierende Betriebe. Agrarflächen an der Ostumfahrung Gmunden würden sich dazu eignen. Die Bezirks-Grünen wollen den Verlust an wertvollen Agrarflächen verhindern.

Grün-Politiker vor gefälltem Baum auf dem geplanten Betriebsbaugebiet an der Gmundner Ostumfahrung Foto: Grüne OÖ

Das 15 Hektar große Gebiet soll unter anderem der Umsiedlung expandierender Betriebe dienen, weil diese an ihren jetzigen Standorten keine Erweiterungsmöglichkeit mehr haben. Derzeit sind die betroffenen Gründe im Besitz mehrerer Landwirte. „Für etliche von ihnen sind diese Flächen aber die Basis ihrer Höfe und sie wollen nicht verkaufen. Es ist durchaus verständlich, dass Gmunden den Betrieb in der Nähe erhalten will. Es ist aber inakzeptabel, dass sich diese Landwirte von den Gemeinden unter Druck gesetzt fühlen“, kritisiert Clemens Stammler, Obmann der Grünen Bäuerinnen und Bauern OÖ.

Gründe in Laakirchner als Alternative?

Der St. Konrader sieht die Pläne als „komplett falschen Weg“ und zeigt eine Alternative zu den derzeitigen Planungen auf. So gebe es in der INKOBA Region Salzkammergut Nord ausreichend Reserven von bereits ausgewiesenen Betriebsbaugebieten. So weise alleine Laakirchen zwölf Hektar Betriebsbaugebietsreserve auf. „Es muss geprüft werden, welche Flächen für die entsprechenden Betriebe am besten geeignet sind - mit Blick auf die überörtliche Raumordnung, der Ressourcenschonung vorhandener Flächen und den Schutz des Landschaftsbildes“, betont Stammler. Dies habe auch Vorchdorf im Beschluss zum Beitritt zur INKOBA-Region Salzkammergut Nord verankert.

Bedenken wegen weiterer Bodenversiegelung

„Für die erst kürzlich fertiggestellte Ostumfahrung Gmunden wurde zum Vermeiden von Abfahrten ein aufwändiges Nebenwegenetz errichtet, das in etwa so viel Bodenfläche versiegelt hat wie die Ostumfahrung selbst“, erinnert Stammler. Schon die bisherige Versiegelung wertvollen Ackerbodens zeige die möglichen Folgen. Beim Starkregen im Juli 2016 seien die angrenzenden Felder überflutet und stark in Mitleidenschaft gezogen worden. „Regionalität bei unseren Lebensmitteln, Bodenschutz – das alles darf nicht nur ein Lippenbekenntnis sein. Auch die Landwirtschaft ist ein nicht unwesentlicher Wirtschaftsmotor in der Region“, so der Grüne.

Landschaft vor Arbeitsplatzsicherung?

„Arbeitsplätze und damit auch gemeindeübergreifende Standortentwicklung sind gerade im ländlichen Raum besonders wichtig. Wir Grüne setzen uns für Betriebe in den Regionen ein, denn damit kann man die Abwanderung aus dem ländlichen Raum mildern. Dies muss aber mehr sein, als Betriebe an- und umzusiedeln. Bei der Standortsuche muss man Bedacht auf die wertvollen Böden nehmen und den Landschafts- und Naturschutz sowie unsere Gewässer miteinbeziehen. Es geht nicht nur darum, auf den billigsten Grundstückspreis für die Betriebe zu achten, sondern um den optimalen Betriebsbaugebiets-Standort aus der Regionsperspektive „, so die Grüne Raumordnungssprecherin im Landtag Uli Böker.

WK Gmunden: Betriebsbaugebiet für Erhalt von Arbeitsplätzen wichtig

„Es ist eine eminent wichtige wirtschaftspolitische Entscheidung. Es geht dabei um 320 Arbeitsplätze. Es wurden Flächen in Pinsdorf und Vorchdorf geprüft, die sich aber als nicht geeignet erwiesen haben. Zudem wohnen die meisten Mitarbeiter der beiden Firmen in unmittelbarer Nähe. Eine Absiedelung würde ein riesiges Verkehrsaufkommen und damit auch ökologische Nachteile mit sich bringen“, gibt Wirtschaftskammer-Bezirksstellenleiter Robert Oberfrank zu Bedenken.


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