Wirtschaftsvertreter plädieren für Betriebsbaugebiet an Gmundner Ostumfahrung
GMUNDEN/GSCHWANDT. „Der Eiertanz um die Erhaltung von Fural und Ideal Kältetechnik in der Region ist beschämend“, meint WKO-Bezirksgeschäftsführer Robert Oberfrank zur Kritik am geplanten Betriebsbaugebiet an der Gmunder Ostumfahrung. Er spricht sich für ein gemeinsames Vorgehen aus.

Seit über einem Jahr versuchen die Leitbetriebe Fural und Ideal Kältetechnik mit Hilfe der WKO, der Betriebsansiedlungsgesellschaft des Landes und Gemeinden des nördlichen Salzkammerguts geeignete Grundstücke für den Neubau ihrer Produktionsstätten zu finden. Derzeit befinden sich diese in den Gmundner Ortsteilen Cumberland und Schörihub – in dicht verbautem Wohngebiet.
Untersuchte Standorte erwiesen sich als ungeeignet
Nach heutigen gesetzlichen Vorschriften wäre eine Genehmigung der Betriebsanlagen in unmittelbarer Nähe der Wohnbauten unmöglich. Daher wurden acht mögliche Standorte untersucht, doch keines der Grundstücke erfüllte die geforderten Kriterien. Die Gründe: nicht ausreichende Größe der bebaubaren Fläche, unzureichende Grundstückszufahrten, ungeeignete Grundstücksaufteilung oder die vorgegebene Topografie. „Es wurde alles unternommen, um auf die bestehenden Reserven zurückzugreifen und ressourcenschonend vorzugehen“, so WKO-Bezirksgeschäftsführer Robert Oberfrank. Die von den Bezirks-Grünen in einer Aussendung erwähnten zwölf Hektar Betriebsbaugebiet in Laakirchen (Tips berichtete) seien überprüft und für nicht geeignet befunden worden.
Ärger über „falsche Fakten“
Oberfrank ärgert sich über „falsche Fakten“ in der Presseaussendung der Grünen. „Der übermittelte Lageplan ist völlig überholt. Richtig ist, dass die in Aussicht genommene Fläche ausschließlich für die beiden Betriebe zu je vier Hektar Betriebsbaugebiet erschlossen werden soll. Eine Erweiterung der Flächen in Gschwandt/Moosham ist nicht vorgesehen.“ Es sei zudem kein Landwirt von der Gemeinde unter Druck gesetzt worden, um Grundstücke zu verkaufen. Man wolle aber mit den Gemeinden bei Betriebserweiterung und -ansiedelung gemeinsam vorgehen und forciere daher die Interkommunale Betriebsansiedelung (INKOBA), die das gemeinsame Entwickeln, Erschließen und Vermarkten von Betriebsstandorten – bei Teilen von Kosten und Erträgen – ermögliche. „In unzähligen Informationsveranstaltungen wurden Gemeinderäte und Parteien von den Vorteilen der gemeinsamen Standortentwicklung und der interkommunalen Steueraufteilung überzeugt. Das war Knochenarbeit mit harten, aber sachlichen Diskussionen. Elf Gemeinden haben die Beitrittsbeschlüsse bereits gefasst“, so Oberfrank. Man sei mit den Grünen einig, dass interkommunale Betriebsansiedlung nötig sei. Dies bedeute aber auch, dass es eine gemeinsame Weiterentwicklung geben müsse. Nur so könnten Natur- und Umweltschutz garantiert werden.
Vorschläge erwünscht
320 Arbeitnehmer wohnen laut WKO im nahen Umkreis der betroffenen Firmen. Würden diese nach Vorchdorf verlegt, entstünde ein enormes Verkehrsaufkommen mit den damit verbundenen täglichen Staus. Drei Millionen Kilometer wären die Mitarbeiter unnötigerweise auf den Straßen unterwegs. „Allgemeine Kritik oder gute Ratschläge aus der Ferne helfen uns in dieser ernsten Situation nicht weiter. Wir freuen uns aber über konkrete Vorschläge, um die Betriebe und damit 320 Arbeitsplätze in unserer Region zu erhalten“, so Oberfrank.
Siehe auch: Grüne kritisieren geplantes Betriebsbaugebiet an der Ostumfahrung


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