Was Regionalpolitiker aus dem Bezirk Gmunden zum LH-Wechsel sagen
LINZ/GMUNDEN. Über 22 Jahre wird Josef Pühringer (ÖVP) Landeshauptmann gewesen sein, wenn er am 6. April zurücktritt. Sein Nachfolger wird der bisherige „Vize“ Thomas Stelzer (ÖVP). Was sagen die im Landtag tätigen Politiker aus dem Bezirk Gmunden zur Ära Pühringer und seinem Nachfolger?

Der designierte Landeshauptmann, der in Kürze seinen 50. Geburtstag feiert, würdigt die Verdienste seines Vorgängers: „Josef Pühringer hat die Basis dafür gelegt, dass wir uns international weiterentwickeln können.“ Vor der ihm bevorstehenden Aufgabe habe er Respekt, aber er freue sich darauf. Eine seiner größten Aufgaben sieht er darin, Oberösterreich fit für die Zukunft zu machen - im Umfeld vieler neuer Anforderungen. „Wir leben in einer Zeitenwende. Daher sind auch viele Antworten, die wir entwickelt haben, nicht mehr die richtigen“, so Stelzer. Einen Teil dieser neuen Antworten will der designierte Landeshauptmann bei seinem Antritt präsentieren.
Lob, Zuversicht und Skepsis bei Regionalpolitikern
Die ÖVP-Landtagsabgeordneten aus dem Bezirk Gmunden blicken naturgemäß positiv auf die Ära Pühringer zurück. „Landeshauptmann Pühringer hatte immer ein Nahverhältnis zum Salzkammergut, insbesondere zu Bad Ischl, das ja fast seine zweite Heimat ist. Die Landesausstellung 2008, die immensen touristischen Investitionen sowie der Umfahrungstunnel Traunkirchen bleiben in Erinnerung“, so Scharnsteins Bürgermeister Rudolf Raffelsberger. Von Stelzer erhofft er sich weitere Unterstützung für den Bezirk. „Wir sind ungefähr gleich alt, da hat man bei den Gesprächen eine ganz andere Augenhöhe.“
„Pühringer hat das Land geprägt. Vieles gebe es ohne ihn nicht - gerade im Salzkammergut. Und im Kulturbereich hat er es geschafft, Hochkultur, Alternativkultur und Volkskultur zu vereinen. Neue Zeiten erfordern neue Wege. Diese werden wir hinsichtlich Arbeitsplätze, Wirtschaft und Soziales brauchen. Da wird Thomas Stelzer seine Spuren sicher hinterlassen“, ist die Ohlsdorfer ÖVP-Landtagsabgeordnete Martina Pühringer überzeugt.
SPÖ-Landtagsabgeordnete Sabine Promberger will zunächst abwarten: „Pühringer war unglaublich fleißig und hatte Handschlagqualität, zum Beispiel bei der Entwicklung am Feuerkogel und zuletzt bei den Brückensanierungen in Ebensee. Mit der FPÖ-Koalition hat er sich aber zum Abschluss sicher keinen Gefallen getan.“ Bezüglich seines Nachfolgers gibt sich die Ebenseerin skeptisch: „Stelzer hat nach rechts weniger Berührungsängste. Auch das Herumjonglieren mit den Frauenagenden (Stelzer will die Frauen-Angelegenheiten vom SP-geführten Ressort ins jene der neuen ÖVP-Landesrätin Christine Haberlander verlegen, Anm. d. Red.) beunruhigt mich. Das bürgerliche Frauenbild ist doch ein anderes als das sozialdemokratische.“
Der Zweite Landtagspräsident Adalbert Cramer (FPÖ) würdigt Pühringer als „echten Landesvater“: „Er hatte sehr breite Zustimmung in der Bevölkerung und war immer ein Mensch, der auf Leute zugehen konnte. Er war fleißig und omnipräsent und hat für das Land Einiges getan - wenn auch nicht immer konfliktfrei. Aber wenn er von etwas überzeugt war, hat er es mit aller Kraft realisiert.“ Bezüglich Stelzer erwartet sich Cramer eine „Stiländerung“: „Ich kann mit ihm sehr gut. Er ist sicher nicht so omnipräsent, aber ein modernerer Typ hinsichtlich „Leadership“. Ich glaube, er ist flexibler und gesprächsbereit. Der Landeshauptmannwechsel kam zur rechten Zeit.“


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